Was ist ein Bordcomputer beim Auto? Aufklärung

Was ist ein Bordcomputer beim Auto

Was bis vor zwanzig Jahren nur eine teure Sonderausstattung für Luxus-Wagen war, ist heute längst Autofahrer-Alltag geworden. Der Bordcomputer vereint Anzeigemodul, Bediener-Einstellungen und Fehlerdiagnose in einem Gerät.

Die Entwicklung der Bordcomputer

Man mag es bei uns in Europa kaum glauben, aber den Bordcomputer für das Auto gibt es bereits seit den 1970er Jahren. Erfunden und entwickelt wurde er in den USA und war lange Jahre ein besonders nobles und entsprechend teures Ausstattungsmerkmal für gehobene Fahrzeugklassen. Dabei waren die ersten Bordcomputer keineswegs mit heutigen Modellen zu vergleichen. Sie verfügten zumeist über ganz einfache schwarz-weiß Bildschirme und boten nur eine sehr eingeschränkte Auswahl an Daten zum Kraftstoffverbrauch, der Außentemperatur, Berechnungen zu Geschwindigkeiten und Beschleunigungszeiten.

In Europa gab es die Computer zunächst nur für Luxus-Wagen und auf gesonderten Wunsch. Erst ab den späten 1980er Jahren begannen die französischen Autohersteller Citroen und Citroën mit dem serienmäßigen Einbau in Fahrzeuge ab der Mittelklasse. In Deutschland tauchten die Computer noch später und etwa ab den 1990er auf. Heute werden fast alle Neuwagen großer Hersteller serienmäßig mit einem Computer ausgestattet.

Unterschiedliche Arten von Bordcomputern

Während die Technik des Computers für den Fahrer je nach Modell stark abweicht, so regelt ein Computer im Inneren des Fahrzeuges schon lange wesentliche Bestandteile der Fahrzeugtechnik. Wer ein Auto mit dem Baujahr ab 2000 besitzt, wird es immer wieder erleben, dass Fehler in der Werkstatt nicht mehr gesucht, sondern mit dem Computer ausgelesen werden. Das spart Zeit und ist ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal.

Wie viele Bedien- und Einstellmöglichkeiten für den Fahrer dabei sind, ist je nach Modell sehr unterschiedlich. Die Minimal-Ausführungen beschränken sich immer noch auf

  • Datum und Uhrzeit
  • Außentemperatur
  • Tankfüllstand und Reichweite
  • Kontrollleuchten
  • Kraftstoffverbrauch
  • Durchschnittsgeschwindigkeiten

Viele Fahrzeughersteller bieten Bordcomputer im Baukastensystem mit verschiedenen Funktionen an. Etwas teurere Modelle erlauben wesentlich mehr Bedienung und verbinden mehrere technische Einrichtungen für den Fahrer auf äußerst bequeme Weise.

  • automatische Einstellung der Sitze
  • Kopplung mit dem Navigationssystem
  • speicherbare Programme für Heizung und Klimaanlage
  • aktuelle Wetteranzeigen
  • Bedienung der Einparkhilfe und Abstandmessungen
  • Freisprechanlage für das Mobiltelefon
  • Steuerung der Zentralverriegelung und Kindersicherung
  • verschiedene Betriebs-Modi des Fahrzeuges
  • Steuerung des Motors

und vieles mehr.

Wie sieht der Bordcomputer aus und wo ist er zu finden?

Es gibt Dutzende unterschiedliche Ausführungen an Bordcomputern und sie sind auch nicht immer am selben Ort angebracht. Einige einfache Modelle befinden sich gleich hinter dem Lenkrad bei der Geschwindigkeitsanzeige und dem Drehzahlmesser. Inzwischen ist der Bordcomputer immer häufiger ein eigenes kleines Modul, das mittig im Armaturenbrett oder auch in der Konsole angebracht ist. Während ältere Modelle noch über externe Schalter oder Steuerhebel bedient wurden, setzen sich auch bei den Bordcomputern zunehmend Touchscreens durch.

Kritik am Bordcomputer

Viele Menschen sehen im fortschreiten der Technik auch im Auto einen großen Vorteil. Andere dagegen sind eher genervt und möchten den Bordcomputer nebst den vielen Warnsignalen am liebsten wieder abschaffen. Tatsächlich kann ein solches Teil, je nach Einstellungsmöglichkeiten, sein Ziel auch verfehlen. Statt dem Fahrer eine Hilfe und Unterstützung zu sein, lenkt der Bordcomputer zu sehr vom Fahrgeschehen ab. Inzwischen häufen sich Unfälle, die sich aufgrund von Spielereien am Computer während der Fahrt ereignet haben.

Von der Technik her sehen ebenfalls viele Menschen einen Fortschritt bei Fehlerdiagnose und Übermittlung von Daten zur Verbesserung von Technik und Sicherheit der Fahrzeuge. Allerdings hat auch diese Sache einen Haken. Je mehr Funktionsweise des Autos mit dem Computer verbunden sind und von diesem abhängig sind, desto anfälliger kann das Fahrzeug für einen Totalausfall werden. Computer sind nun mal selbst im 21. Jahrhundert noch manchmal tückische kleine Geräte und winzige Störungen können binnen weniger Sekunden ein ganzes System lahmlegen.

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