Was ist ein Einzugsverfahren? Aufklärung

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Das Einzugsverfahren ist eine der gängigsten Zahlungsmethoden der heutigen Zeit. Insbesondere bei wiederkehrenden Zahlungen, wie zum Beispiel Miete, Kreditraten oder Stromrechnungen, greift man gerne auf die Lastschrift zurück. Das Verfahren ermöglicht einem Unternehmen über seine Bank von den Bankkonten ihrer Kunden einen beliebigen Betrag einzuziehen. Dies funktioniert in der Regel rasch und unkompliziert.

Die Kunden erhalten parallel dazu eine Rechnung, in der der Betrag voravisiert wird. Das Einzugsverfahren ist relativ simpel und hat viele Vorteile. Die negativen Aspekte treffen den Konsumenten kaum und für die meisten Unternehmen lohnt es sich trotz der wenigen Nachteile. Das Einzugsverfahren ist in der sogenannten SEPA-Verordnung (Single European Payment Area) EU-weit streng geregelt.

Die Vorteile des Einzugsverfahrens

Das Einzugsverfahren bietet eine rasche und unkomplizierte Abwicklung von Zahlungen. Der Kunde beauftragt ein Unternehmen, zum Beispiel eine Telefongesellschaft, anfallende Rechnungen automatisch von seinem Konto abzubuchen. Es ist somit nicht möglich, eine Zahlung zu vergessen oder zu spät zu überweisen, die Verantwortung wird an die jeweilige Firma übertragen. Diese muss sich dann um die fristgerechte Rechnungslegung sowie die daraus resultierende Abbuchung kümmern.

Der Kunde selbst muss sich nur um die entsprechende Kontodeckung kümmern, diese wird vorausgesetzt. Sollte zu wenig Geld vorhanden sein, wird die Lastschrift von der Bank zurückgeleitet und die dadurch anfallenden Spesen dem Kunden angelastet. Diese Spesen sind in der Praxis relativ hoch bemessen und können die ansonsten sehr günstige Zahlungsvariante empfindlich verteuern.

Auch für Firmen bietet das Einzugsverfahren Vorteile. In der Regel entfällt ein lästiges Nachrennen wegen nicht bezahlter Rechnungen (mit Ausnahme von nicht gedeckten Konten). Das Mahnwesen wird dadurch in der Regel entlastet. Auch der Postversand von Zahlscheinen entfällt, Rechnungen werden oft elektronisch zur Verfügung gestellt, gerade bei einer großen Kundenanzahl ist das Einsparpotential hier sehr groß.

Buchhaltungsprogramme sind normalerweise darauf abgestimmt, die passenden Datenträger an die Bank zu liefern, um gleich zwei Fliegen (Verbuchung und Zahlung) mit einer Klappe zu schlagen. Auch indexierte Preisanpassungen sind leichter handzuhaben.

Nicht alles perfekt – die Nachteile

Auch wenn die Vorteile im Großen und Ganzen überwiegen, hat das Einzugsverfahren auch einige Nachteile. Für die Privatperson gilt vor allem das eigene Konto regelmäßig zu überprüfen. Die Missbrauchsgefahr ist durch die Weitergabe der IBAN grundsätzlich gegeben. Wird das Konto regelmäßig kontrolliert, kann man dieses Risiko allerdings problemlos umgehen.

Es gibt die Möglichkeit, zu Unrecht eingezogene Beträge zurückleiten zu lassen. Dies erfolgt in der Regel für den Kunden selbst kostenlos, etwaige Spesen, die durch die Rückleitung verursacht wurden, werden dem Auftraggeber angelastet.

Die Frist für die Rückleitung beträgt 8 Wochen, überprüft man also zumindest einmal im Monat sein Konto, besteht für den Verbraucher hier kein Risiko. Einzüge, die trotz fehlender Vereinbarung getätigt werden, können auch generell blockiert werden. Hierzu empfiehlt es sich aber zuerst mit dem Bankberater Rücksprache zu halten und die Blockade wirklich nur im Betrugsfall anzuwenden. Wurde ein Betrag in falscher Höhe eingezogen, sollte zuerst das Unternehmen kontaktiert und nicht der Einzug generell blockiert werden, um unnötige Spesen zu vermeiden.

Für Firmen ist die lange Rückholfrist als Risiko einzustufen. Große Unternehmen haben hier die nötige Liquidität, bei sehr kleinen Firmen und größeren rückgeleiteten Beträgen kann es hier durchaus zu finanziellen Engpässen kommen. Auch die Nachbearbeitung einer Rückleitung ist mühsam. Ein Verbraucher kann ohne Angabe von Gründen innerhalb der achtwöchigen Frist den Einzug stornieren.

Als Unternehmen hat man in dieser Frist die Monatsbuchhaltung bereits abgeschlossen und muss nachträglich das Mahnwesen starten und die Buchungen rückgängig machen. Diese Fälle treten in der Praxis aber relativ selten auf. Der häufigste Rückleitungsgrund ist die mangelnde Kontodeckung, diese muss aber bereits nach zwei Tagen durch die Bank erfolgen und ist dementsprechend leichter zu behandeln.

B2B (Business to Business) – Sonderform Firmenlastschrift

Bisher wurde ausschließlich das Einzugsverfahren zwischen Firmen und Privatkunden beschrieben. Zwischen zwei Firmen gibt es diese Möglichkeit ebenfalls, allerdings gelten hier andere Regeln als für Privatpersonen. Wird eine B2B-Lastschrift angewandt, müssen sowohl Käufer als auch Verkäufer ihre jeweilige Bank autorisieren, einen Einzug durchzuführen, dies funktioniert mit einem sogenannten Mandat. Ist der Grundstein gelegt, haben Firmen nur zwei Tage Zeit, eine mögliche Rückleitung zu beantragen und müssen diese auch dementsprechend begründen können. Danach ist eine Rückleitung nicht mehr möglich.

Mit Einführung der SEPA-Verordnung wurde die Lastschrift generell deutlich vereinfacht und zählt zurecht zu den einfachsten und bequemsten Zahlungsvarianten.

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