Was ist ein Freistellungsbetrag bei der Steuer? Aufklärung

Was ist ein Freistellungsbetrag bei der Steuer

Bei welcher Steuer gibt es einen Freistellungsbetrag?

Es gibt verschiedene Arten von Steuern, die Sie an den Staat zu zahlen haben. Als sogenannte Besitzsteuern zahlen Sie als Privatperson eine Einkommensteuer. Dazu kommt ein sogenannter Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5% der Einkommensteuer. Sind Sie Kirchenmitglied, zahlen Sie zusätzlich eine von der Höhe der Einkommensteuer abhängige Kirchensteuer.

Ein Bestandteil der Einkommensteuer ist unter anderem die Kapitalertragsteuer. Diese Steuer wird auf bestimmte Kapitaleinkünfte wie Zinsen, Dividenden und andere Kapitaleinkünfte erhoben. Eine genaue Auflistung wird im Einkommensteuergesetz §43 Kapitaleinkünfte mit Steuerabzug geregelt. Für diese Einkünfte erhalten Privatpersonen einen Freistellungsbetrag von der Steuer.

Wie hoch ist die Kapitalertragsteuer?

Die reine Kapitalertragsteuer beträgt 25% der steuerpflichtigen Kapitaleinkünfte. Dazu kommen jedoch noch 5,5% der Kapitalertragsteuer als Solidaritätszuschlag. Da die Höhe der Kirchensteuer von der Höhe der Einkommensteuer abhängig ist, kommen für Angehörige der Kirche weitere 8 bzw. 9% der Kapitalertragsteuer als Kirchensteuer hinzu.

Was ist mit dem Begriff Freistellungsbetrag gemeint?

Der Freistellungsbetrag bemisst genau die Höhe der steuerpflichtigen Kapitalerträge, bis zu der Sie keine Steuern zu zahlen haben. Sobald Sie diesen Betrag erreicht haben, müssen Sie für jeden Cent, der darüber liegt, Kapitalertragsteuer zahlen.

Wie hoch ist der Freistellungsbetrag?

Für Alleinstehende beträgt der steuerliche Freistellungsbetrag auf Kapitalerträge 801 Euro pro Kalenderjahr. Verheiratete Paare erhalten den doppelten Freistellungsbetrag, also 1602 Euro pro Jahr.

Woher weiß ich, für welche meiner Kapitalerträge eine Kapitalertragsteuer fällig wird?

Die Banken, bei denen Sie Ihr Kapital angelegt haben, stellen fest, welche Ihrer Kapitalerträge der Kapitalertragsteuer unterliegen. Sie müssen sich also nicht mit den Einzelheiten des Einkommensteuergesetzes beschäftigen. Die Banken sind berechtigt, den Steuerbetrag inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer (falls zutreffend) direkt an das zuständige Finanzamt weiterzuleiten. Sie werden hierüber von dem Finanzinstitut informiert.

Wie mache ich den Freistellungsbetrag geltend?

Sie haben die Möglichkeit, Freistellungsaufträge zu erteilen. Ein Freistellungsauftrag legt fest, ab wann bei der betreffenden Bank welcher Freistellungsbetrag gelten soll. Mit jedem Freistellungsauftrag müssen Sie Ihre Steueridentifikationsnummer angeben. Tun Sie das nicht, ist der Freistellungsauftrag ungültig. Haben Sie mehrere Kapitalanlagen, so geben Sie am besten jedem der betroffenen Finanzinstitute einen Freistellungsauftrag.

In Summe dürfen die Freistellungsbeträge nicht den für Sie zutreffenden Betrag übersteigen. Haben Sie als Alleinstehende(r) beispielsweise drei verschiedene Geldanlagen, darf die Summe der drei Freistellungsaufträge nicht 801 Euro übersteigen. Im anderen Fall werden sie ungültig. Sie können sie beispielsweise mit 200 Euro, 300 Euro und 301 Euro aufteilen.

Müssen Freistellungsaufträge von Verheirateten immer gemeinsam unterzeichnet werden?

Sie haben zwei Möglichkeiten. Entweder Sie vergeben alle Ihre Freistellungsaufträge gemeinsam oder Sie vergeben alle Aufträge getrennt. Eine Mischung ist nicht möglich.

Was kann ich tun, wenn ich die Summen der Freistellungsaufträge falsch verteilt habe?

Die richtige Aufteilung der Freistellungsaufträge ist nicht immer vorhersehbar. Das ist jedoch kein Problem. Hat auch nur eine der Banken wegen Überschreitung des Freibetrages eine Steuer abgeführt, können Sie das mit der Erklärung Ihrer Einkommensteuer wieder regulieren. Sie erhalten zu Beginn des Folgejahres von jeder Bank zu jeder Ihrer Kapitalanlagen eine Steuerbescheinigung. Aus dieser Steuerbescheinigung wird ersichtlich, ob Sie den Freistellungsauftrag überschritten haben und Steuer abgeführt wurde.

Vielleicht ist ein anderer Freistellungsauftrag nicht ausgeschöpft worden, weil der Gewinn geringer ausfiel als erhofft. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung werden alle steuerpflichtigen Kapitalerträge addiert und mit dem Freistellungsbetrag verglichen. Haben Sie zu viel Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer gezahlt, erhalten Sie diese Beträge im Rahmen der abschließenden Erklärung der Einkommensteuer zurück. Dies gilt auch dann, wenn Sie es versäumt haben, Freistellungsaufträge zu erteilen oder diese ungültig sind.

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