Was ist ein Genitivattribut? Aufklärung & Beispiele

Was ist ein Genitivattribut

Das Deutsche kann mit einer Besonderheit gegenüber anderen Sprachen aufwarten: In der deutschen Grammatik sind vier Fälle bekannt. Darin besteht ein Unterschied im Vergleich zu Englisch oder Französisch. Mit solchen Thematiken befasst sich unter Anderem die Sprachwissenschaft. Doch schon im Deutschunterricht werden die Schüler damit konfrontiert.

Es gibt den Nominativ und Genitiv sowie den Dativ und Akkusativ. Häufig werden die einzelnen Fälle miteinander verwechselt und letztlich in der Grammatik falsch angewandt. Deshalb soll an dieser Stelle genauer auf den Genitiv eingegangen werden, konkret auf die Bedeutung des Genitivattributs. Die aufgeführten Beispiele veranschaulichen seine grammatische Funktion als Satzbaustein.

Was ist ein Genitivattribut?

Den Genitiv erfragt man mit der Formulierung ‘wessen?’. Daher bezieht er sich auf das, was dem betreffenden Subjekt oder Objekt gehört oder wem es angehört.

Beispiel: Wessen Suppe ist das? – Das ist Uris Suppe.

In verkürzter Form könnte der Satz auch lauten: Wessen Suppe ist das? – Uris.
Zudem findet man oft den folgenden Satzbau vor: Wessen Suppe ist das? – (Das ist) die Suppe von Uri. Die Antworten ‘Das ist die Suppe Uris’/’Das ist die Suppe des Uri’ erfüllen zwar die Anforderungen eines grammatikalisch korrekten Satz, klingen jedoch für heutige Verhältnisse altmodisch. In sprachgeschichtlichen Kontexten kommen solche Satzstrukturen durchaus noch vor. Selbst die Form ‘Das ist des Uris Suppe’ ist grammatisch einwandfrei. Allerdings trifft man solche veraltete Varianten heutzutage im aktiven Sprachgebrauch nicht mehr an.

Aus diesem Grund stellen die Satzglieder ‘Uris’ oder ‘des Uri’ das jeweilige Genitivattribut dar. Es steht in Verbindung zum Satzglied ‘Die Suppe’. Dadurch wird eine Eigenschaft der Suppe näher beschreiben. Ihr wesentliches Merkmal besteht darin, dass sie zu Uri gehört.

Beispiel: Uri isst die Suppe seines Freundes/von seinem Freund.

Hier nimmt der Satzbaustein ‘seines Freundes’ beziehungsweise ‘von seinem Freund’ die Rolle des Genitivattributs ein. Das Bezugswort ist wieder ‘Suppe’. Anders als im ersten Beispiel steht der Nominativ ‘Uri’ ebenfalls in einer Verbindung mit dem Genitivattribut: Es ist die Rede von Uris Freund, somit ‘gehört’ der Freund Uri.

Beispiel: Uri sagt ‘Die Suppe meines Freundes schmeckt gut’.

Ähnlich wie zuvor kommt dem Genitivattribut ‘meines Freundes’ eine zweifache Aufgabe zu: Es dient als attributive Ergänzung zum Nominativ ‘die Suppe’. Gleichzeitig bezieht sich das Satzglied auf Uri, da er von seinem Freund spricht. Aus diesem Grund zeichnet sich der Freund dadurch aus, dass er zu Uri gehört.

Zusammenfassung:

Mit einem Genitivattribut gibt man an, wen oder was ein Nominativ besitzt. Durch die attributive (= beschreibende, ergänzende) Wirkung werden zugleich Aussagen über den Genitiv gemacht. Man erfährt, in welchem Verhältnis er zum Nominativ steht.

Darum muss einem Genitivattribut immer ein Nominativ vorangehen oder auf das attributive Satzglied folgen. In manchen Satzkonstellationen liegen gleich zwei genitivische Funktionen zu, wie im letzten Beispiel. In solchen Fällen gibt es zwei Nominative, die in einer Beziehung zum Genitivattribut stehen.

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