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Was ist ein Haufenreim? – Funktion, Beispiel, Wirkung

  • by Anatoli Bauer

In einem Haufenreim reimen sich alle Verse in einer Strophe aufeinander. Der Aufbau eines solchen Reimes ist sehr einfach zu erkennen, da sich die Reime einfach anhäufen. Ist zum Beispiel eine Strophe vierzeilig und ein Haufenreim lautet in diesem Fall das Reimschema “aaaa”

Der Aufbau eines Haufenreims

In der dritten sowie vierten Strophe des Gedichts “Die Stadt” von Georg Heym lässt sich dies gut beobachten. In diesem Gedicht lassen sich sogar zwei Haufenreime finden. Die Reime haben jeweils drei Verse, demnach ist das Reimschema in der dritten Strophe des Gedichts “aaa”. Sobald ein neuer Haufenreim beginnt, wird ein neuer Buchstabe dafür verwendet. Wenn die Reime in der vierten Strophe sich nun nicht mehr mit denen in der dritten Strophe reimen, muss der neue Reimvers mit dem Buchstaben “b” versehen werden. Das Reimschema in der dritten Strophe des Gedichtes von Georg Heym heißt demnach “bbb”

Die Ausnahme, der Waise

Das ein oder andere Mal wird auch eine Ausnahme innerhalb des Reimschemas gebildet, und ein Vers reimt sich nicht auf andere Verse innerhalb des Gedichtes. Dieser Vorgang wird auch Waise genannt und beschreibt einen reimlosen Vers in einer Strophe, der im Grunde genommen nun für sich allein steht, und niemanden hat der zu ihm passt. Gut zu erkennen ist, dass der Waise somit nicht zu den anderen Versen einer Strophe innerhalb des Reimschemas passt. Solch ein Waise kann aber in jeder Form von Reim vorkommen.

Die Funktion und Wirkung des Haufenreims

Um die Bedeutung eines solchen Reimes innerhalb eines Gedichtes richtig zu analysieren, muss ganz besonders der Aufbau des Reims sowie das Reimschema betrachtet werden. Wichtig ist, dass man nie vergisst, dass das Reimschema “aaaa” lautet und sich alle Verse in einer Strophe miteinander reimen.

Die Wirkung ist gleichmäßig und einheitlich

In einem Haufenreim häufen sich die Reime lediglich an, innerhalb einer Strophe entstehen keine neuen oder anderen Reime. Hierdurch kann auch kein Kontrast entstehen, denn der Rhythmus bleibt gleich, da alle Verse innerhalb einer Strophe klingen.

Als Gegenbeispiel kann man sich den Kreuzreim im Bezug auf das Thema Kontrast anschauen. Hierbei ist das Reimschema abab, hierbei bilden sich die Reimpaare immer überkreuzt, also im zweiten Vers. Conrad Ferdinand Mayer stellt dies im Gedicht “Zwei Segel” sehr gut da. Da hier im Vergleich zum Haufenreim die Reime immer im Wechsel angeordnet sind, kann beim Lesen ein gewisser Kontrast entstehen.

Die Funktion und der eingängige Rhythmus

Dem Haufenreim wird oft zugeschrieben, dass er einen gleichmäßigen, eingängigen Rhythmus und Ablauf erzeugen kann. Gerade deswegen eignet sich der Haufenreim durch seine Anhäufungen besonders gut, um etwas aufzuzählen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Wichtig ist, dass bei einem Haufenreim immer das Reimschema angibt, in welcher Folge sich die Verse innerhalb von einem Gedicht aufeinander reimen. Das Schema des Haufenreims ist immer vierzeilig, “aaaa”, da sich innerhalb von einer Strophe alle Reime aufeinander reimen.
Die Funktion des Haufenreims ist es, einen gleichmäßigen und eingängigen Rhythmus zu erzeugen, was zum Aufzählen von Dingen optimal ist. Der Haufenreim soll eine steigende Wirkung anstreben sowie sich durch Einheitlichkeit und Gleichmäßigkeit auszeichnen.

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