Was ist ein Industrieland? – Erklärung & Beispiel

Kurz & einfach erklärt

Ein Industrieland ist ein wissenschaftlich, technologisch und wirtschaftlich hoch entwickeltes Land, das eine industrielle Produktion mit hohen Standards aufweist. Im Gegensatz dazu stehen Entwicklungs- und Schwellenländer.
Ein Industrieland hat eine sehr gut entwickelte Produktion der Industrie, und die Bevölkerung hat einen relativ hohen Lebensstandard. Andere Stadien der Entwicklung sind Entwicklungs- und Schwellenländer.

Der Begriff „Industrieland“ ist wissenschaftlich nicht genau definiert. In der Vergangenheit nannte man Länder Industrieland, die sehr stark auf die industrielle Produktion setzten, und in denen die Landwirtschaft nicht mehr die wichtigste Rolle spielte. Das erste Industrieland ist Groß-Britannien, da hier die Industrialisierung schon am Ende des 18. Jahrhunderts einsetzte. So wurden auch viele weitere Länder in Europa und weltweit im 19. Jahrhundert zu Industriestaaten.

Begrifflicher Bedeutungswandel im Lauf der Zeit

In einigen Industrieländern kam es im 20. Jahrhundert wieder zu einer gewissen De-Industrialisierung. Nun gewann der Dienstleistungssektor zunehmend an Bedeutung. Die industrielle Produktion wurde häufig in andere Regionen und Erdteile verlagert, in denen billiger produziert werden konnte.

Heute ist es immer noch so, dass in einigen europäischen Ländern der Trend zu einer Dienstleistungsgesellschaft geht. Trotzdem bezeichnet man diese Länder noch als Industrieländer. Grundsätzlich geht es hierbei um ein Land mit einem hohen Bruttoinlandsprodukt.

Während der Zeit des Kalten Krieges (ca. 1950 -1989) nutzte man den Begriff Industrieländer auch häufig für die Länder des Westens, die sozialistischen Länder bezeichnete man als die Zweite Welt, und die Entwicklungsländer wurden die Dritte Welt genannt. Diese Bezeichnungen existieren so heute allerdings nicht mehr.

Typische Merkmale von Industrieländern

Es gibt einige typische Merkmale für Industrieländer:

  • – die Industrie bringt einen relativ hohen Anteil an der Wertschöpfung der einheimischen Wirtschaft
  • – eine lange historische Entwicklung von wichtigen Bereichen der Industrie
  • – sehr hohe technische Standards und gute Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten
  • – ein relativ hohes Pro-Kopf-Einkommen
  • – ein funktionierendes Wirtschaftssystem, das marktwirtschaftlich ausgerichtet ist

Industrieländer-Formate: OECD und G7

Die meisten Mitgliedsländer der OECD (Organisation für Economic Co-operation and Development/Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zählen zu den Industrieländern. Hierzu gehören alle Mitgliedsstaaten der EU, die Schweiz, Norwegen, USA, Kanada, Türkei, Israel, Japan, Südkorea, Mexiko, Chile, Australien und Neuseeland.

Eine Vereinigung führender Industriestaaten sind die G7 (ehemals G8 mit Russland).Hierzu zählen Frankreich, Groß-Britannien, Deutschland, Italien, Japan, USA und Kanada.

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