Was ist ein Insolvenzplan? – Erklärung & Beispiel

Insolvenzplan schnell und einfach erklärt

Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit ist ein Unternehmen verpflichtet eine Insolvenz zu beantragen. Dieser Prozess ist den allgemeinen Regeln der Insolvenzverordnung untergeordnet. Jedoch besteht für das Unternehmen die Möglichkeit, mit Hilfe des Insolvenzplans gemeinsam mit den Gläubigern den Ablauf der Insolvenz in bestimmten Punkten zu verändern.

Die Grundlagen des Insolvenzprozesses sind im Insolvenzplan dargelegt. Dieser unterscheidet sich von der eigentlichen Insolvenzverordnung, durch das Einvernehmen der Schuldner oder Insolvenzverwalter.

Inhalt und Ausarbeitung des Insolvenzplans

Tritt für ein Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit ein, ist es gezwungen Insolvenz anzumelden. Der detaillierte Insolvenzablauf ist durch die Insolvenzverordnung eindeutig geregelt. Eine individuelle Gestaltung ermöglicht es dem Unternehmen jedoch, von der gesetzlichen Regelung abzuweichen. Dafür ist eine konkrete Ausarbeitung des Insolvenzplans durch den Schuldner oder des Insolvenzverwalters notwendig, der den Insolvenzablauf exakt darlegt.

Der Insolvenzplan sieht dabei eine Gruppeneinteilung sämtlicher Gläubiger, wie Kunden, Lieferanten, Kapitalgeber, vor und ein gezielter Maßnahmenplan zur Verbesserung der Unternehmenssituation. Dies kann das kurzfristige Entlassen von Mitarbeiter oder der Verkauf von Wertbeständen sein, um auf diese Weise Liquidität zu schaffen oder erste Forderungen zu begleichen. Weiterhin sind geplante Maßnahmen zu nennen, die einen Weg aus der Insolvenz darlegen und eine mögliche Strategie aufzeigen.

Rechtswirksamkeit des Insolvenzplans

Der Schuldner ist nicht befugt den Insolvenzplan selbstständig zu verfolgen. Stattdessen ist die Zustimmung aller beteiligten Parteien notwendig. Hier ist eine Abstimmung der Gläubiger in Form einer Gläubigerversammlung notwendig. Weiterhin bedarf es der Zustimmung des Insolvenzgerichts zur Umsetzung des Plans, jedoch ist dies in den meisten Fällen gegeben und lediglich durch bestimmte, gesetzliche Forderungen abzulehnen.

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Gilt der Plan als rechtswirksam, liegt es am Schuldner diesen detailliert umzusetzen und zu erfüllen. Ein möglicher Schuldenerlass oder Stundungen besitzen dann nur Gültigkeit, wenn die restlichen Ansprüche unverzüglich und ohne große Verzögerung durchgesetzt werden können.

Zusammenfassung und Definition des Insolvenzplans

• Der Insolvenzplan weicht vom üblichen Insolvenzablauf ab
• Hierfür ist eine Zustimmung aller Beteiligen in Form einer Gläubigerversammlung notwendig
• Ist eine Zustimmung gegeben hat der Schuldner den Insolvenzplan detailliert umzusetzen
• Weicht er vom Plan ab, verliert dieser seine Gültigkeit

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