Was ist ein Jedermann-Konto? – Erklärung & Beispiel

Jedermann-Konto schnell und einfach erklärt

Ein ausschließlich auf Guthabenbasis geführtes Bankkonto bezeichnet man als Jedermann-Konto. Dabei ist eine Überziehung des Kontos nicht möglich. Aus diesem Grund wird es in der Regel von Bankhäusern in Eigenregie an sozial schwächere Kunden vergeben.

Bei dem Begriff Jedermann-Konto handelt es sich primär um eine umgangssprachliche Beschreibung, welches für das am 19.06.2016 in Kraft getretene Zahlungskontengesetz, genutzt wird. Dieses Gesetz verpflichtet deutsche Banken dazu, jedem Verbraucher ein Girokonto ausschließlich auf Guthabenbasis zu ermöglichen. Dabei sollen soziale Stellungen nicht berücksichtigt werden. Dies wurde gesetzlich festgelegt, da vor dem Eintreten des Gesetzes, Verbraucher oft abgelehnt worden sind, die kein oder nur ein geringes Einkommen vorweisen konnten sowie eine Pfändung oder ein schlechtes Schufa-Scoring hatten.

Profiteure des Gesetzes

An erster Stelle profitieren von diesem Gesetz vorrangig sozial schwache Verbraucher. Ein Basiskonto kann nun auch von folgenden Personengruppen bei jeder Bank eröffnet werden.
• Obdachlosen und Asylbewerbern
• Personen mit Schufa-Einträgen oder durch Pfändung gekündigten
• Flüchtlingen
• Sozialhilfeempfängern
• Personen mit Schufa-Einträgen oder durch Pfändung gekündigten Personen
• Austauschstudenten
• Saisonarbeitern

Dabei können die Personengruppen mit Hilfe des Jedermann-Kontos folgende Funktionen nutzen:
• Annahme von Gutschriften
• Barein- und -auszahlungen, insofern Karte + PIN vorhanden
• Durchführen von Überweisungen

Trotz Gesetz bleiben Kündigung und Ablehnung möglich

Dieses neue Gesetz ist jedoch auch an Regelungen gebunden, sodass kriminelle Aktivitäten verhindert werden, weshalb auch Ablehnungen immer noch möglich sind. Jedoch müssen folgende Gründe gegeben sein, damit eine Bank einen Verbraucher ablehnen oder kündigen darf:

o Der Verbraucher hat sich gegenüber der Bank strafbar gemacht.
o Der Verbraucher begeht eine Straftat, welche sich auch auf die Bank auswirkt.
• Das Guthabenkonto wird für illegale Zwecke verwendet.
o Es besteht Zahlungsverzug aus früheren Verträgen mit der Bank.
o Bei der Kontoeröffnung wurden falsche Angaben gemacht.
o Die Kontoführungsgebühren sind über mehrere Monate säumig.
• Der Verbraucher besitzt bereits ein Konto bei einem anderen Kreditinstitut.
o Gemäß Geldwäschegesetz kann der Verbraucher sich nicht eindeutig ausweisen.
o Der Verbraucher hat sich gegenüber der Bank strafbar gemacht.

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Jedermann-Konto muss nicht umsonst sein

Das Jedermann-Konto muss zwar von den Banken prinzipiell allen Kunden angeboten werden, jedoch können sie dafür Kosten in einem angemessenen Rahmen fordern. So sind beispielsweise Kontoführungsgebühren von etwa 10 Euro oftmals der Fall.

Zusammenfassung und Definition des Jedermann-Kontos

• Alle Banken in Deutschland sind gesetzlich zu einem Jedermann-Konto verpflichtet
• Sie erlaubt es beinahe allen Verbrauchern ein Guthabenkonto einzurichten
• Eine Ablehnung für eine Jedermann-Konto kann auf Grund von kriminellen Handlungen erfolgen
• Das Gesetz dient vor allem als Schutz sozial schwacher Gruppen und Verbraucher
• Dazu zählen unter anderem Obdachlose, Flüchtlinge oder Sozialhilfeempfänger

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