Was ist ein Konjunktiv? – Erklärung & Beispiel

Der Konjunktiv wird im Gegensatz zum Indikativ benutzt, wenn die zu treffende Aussage nicht sicher bestätigt werden kann. Es gibt zwei Formen des Konjunktivs, Konjunktiv 1 und Konjunktiv 2. Der Konjunktiv kommt vor in den Zeiten Präsens, Perfekt oder Futur. Bei Perfekt und Futur werden die Hilfsverben konjugiert.

Konjunktiv 1

Der Konjunktiv 1 wird bei der indirekten Rede verwendet, wenn der Redner einfach die Aussage eines Dritten widergibt. Ebenso bei einer Indirekten Frage, einer Vermutung oder bei einem Wunsch.
Beispiel:
1. Indirekte Rede:
„Fritz hat gesagt, er sei die Fritzchen-Witze leid.“
Wir können mit Sicherheit sagen, dass er diese Äußerung getätigt hat, wissen aber nicht ob das auch der Tatsache entspricht.
2. Indirekte Frage:
„Sie hat gefragt ob er komme.“
Wir können nur mit Sicherheit sagen, dass sie es gefragt hat. Ob Sie das wirklich wissen will oder ob er auch wirklich kommt, bleibt im Verborgenen.
3. Vermutung:
„Er glaubt das sei ein Witz.“
Der Sachverhalt wird neutral widergegeben.
4. Wunsch:
„Auf dass es brenne!“
Es wird gehofft, dass Etwas brennen wird. Ob Es auch wirklich brennen wird, bleibt unklar.

Konjunktiv 2

Der Konjunktiv 2 wird bei höchst zweifelhaften Aussagen verwendet. Beispielsweise bei der indirekten Rede, wenn starker Zweifel an der Aussage besteht. Bei der indirekten Rede wird der Konjunktiv 2 auch verwendet, wenn der Konjunktiv 1 identisch ist mit dem Indikativ. Der Konjunktiv 2 ist eine Ausweichmöglichkeit um die Möglichkeitsform zum Ausdruck zu bringen. Ebenfalls wird der Konjunktiv 2 bei nicht realen Aussagen verwendet, wie beispielsweise einem unerfüllbaren Wunsch, einer unwirklichen Aussage oder einer unwirklichen Bedingung. Ebenso ist der Konjunktiv 2 eine Form der Höflichkeit bei einer höflichen Aussage, Frage oder bei einer höfflichen Aufforderung.
Beispiel:
1. Indirekte Rede, starker Zweifel:
„Er sagt, er wäre stark wie ein Bär“
Wir können sicher die Aussage bestätigen, zweifeln aber stark an der Richtigkeit der Aussage.
2. Indirekten Rede als Ausweichmöglichkeit für Konjunktiv 1:
„Er sagt sie kämen im Sommer.“
Der Indikativ und der Konjunktiv 1 sind identisch (kommen). Um die Möglichkeitsform zum Ausdruck zu bringen, verwenden wir den Konjunktiv 2.
3. Unerfüllbarer Wunsch:
„Ich wünsche mir, ich könnte fliegen.“
Der Wunsch ist real, aber ich weiß, dass dieser nicht der Wirklichkeit entspricht.
4. Unwirkliche Aussage :
„Das wäre nicht passiert ohne dich.“
Die Aussage ist nicht überprüfbar und gleicht einer Vermutung-
5. Höfliche Aussage:
„Ich würde das gerne sehen.“
Die Möglichkeitsform ist gegeben und die eigene Aussage wird diskret zum Ausdruck gebracht
6. Höffliche Aufforderung:
„Könnte die Dame sich bitte setzten?“
Wir sprechen die Dame indirekt an und fordern sie zum Hinsetzen auf.

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