Was ist ein Lagerzinssatz? – Erklärung & Beispiel

Der Lagerzinssatz gibt in Prozent an, wie viele Zinsen das gebunden Kapital im Lager kostet. Als Berechnungsgrundlage gelten der Durchschnittslagerbestand und die Durchschnittslagerdauer.

Dieser Zahlenwert ist Grundlage der Kalkulationsbelastung durch Zinsen entsprechend der Lagerbestände und gibt den Unternehmensleitern ein genaues Bild über reale Kosten. Es gibt zwei Funktionen, die der Lagerzinssatz vereint:

  • Berichtsfunktion
  • Steuerungsfunktion

Berichtsfunktion

  • Informationen über Kapitalbindung in Roh-. Hilfs-,- oder Betriebsstoffe bzw. Waren
  • Information ist wichtig für Controlling
  • Festlegung des Lagerzinssatz durch Refinanzierungszins und Risikozuschlag
  • Einige Unternehmen nutzten auch internen kalkulatorischen Mindestzinssatz

Steuerungsfunktion

  • Hohe Zinssatzfestlegung bedeutet Anstieg intern verrechneter Lagerhaltungskosten
  • Lagerbestände sind dann teuer im Verhältnis zur Zeit vor der hohen Festlegung
  • Führt zu just-in-time Produktion und Verringerung der Lagerbestände bei Tochterunternehmen
  • Grenze für Festlegung Lagerzinssatz: Material- und Teileverfügbarkeit muss immer zu 100 % gegeben sein
  • Lagerzinssatzoptimierung darf nicht zu Fehlmengen und Produktionsstillstand führen

Bei der Nutzung des Lagerzinssatzes als Steuerungselement der Lagerplanung muss immer bedacht werden, dass ein gutes Risikomanagement gegeben sein sollte. Falls Unternehmen dies außer acht lassen, kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass es zu Vorwürfen gegenüber dem Management kommt. Diese umfassen dann das geringe Risikomanagement und gegebenenfalls das Nichteinhalten von vertraglichen Vereinbarungen zur Lieferfähigkeit bestimmter Waren.

Zusammenfassung

Als Lagerzinssatz wird die Rechengröße zur Berechnung kalkulatorischer Kosten bzw. Opportunitätskosten bezeichnet. Er hat sowohl eine Berichts- als auch eine Steuerungsfunktion. Außerdem ist die Festlegung des Lagerzinssatzes ein Instrument im Rahmen der Unternehmenspolitik. Mit ihm werden Kosten und Gewinn gesteuert, wenn es sich bei dem Unternehmen um eine Dachgesellschaft handelt, die eine zentrale Kapitalbereitstellung bietet.

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