Was ist ein Nullsummenspiel? – Erklärung & Beispiel

Definition Nullsummenspiel

Das Nullsummenspiel ist eine Strategie, in der Profit des einen zum Verlust beim Gegner führt. Gesamtverlust und Gesamtgewinn heben sich gegenseitig auf. Die gegnerische Strategie führt immer zum eigenen Verlust, wenn man nicht geschickt dagegensetzt. Konkrete Marktanteile zum Beispiel erhöhen sich nicht generell, sondern bereits vorhandene Marktanteile eines anderen kommen dem anderen zu. Das ist der grundlegende Gedanke der Bezeichnung Nullsummenspiel in der Wirtschaft. Dieser Begriff stammt aus der Spieltheorie. Man kann es damit vergleichen, dass die Spielteilnehmer um Marktanteile spielen und gegenseitig in Konkurrenz sind. Die Spieltheorie hat nicht nur Einzug gehalten in die Wirtschaftswissenschaften, sondern auch in die sozialwissenschaftlichen Nachbardisziplinen.

Kurzerklärung zur Spieltheorie:

Die Spieltheorie ist eine mathematische Methode, rationale Entscheidung mathematisch aus Konfliktsituationen abzuleiten. Der Erfolg des Einzelnen hängt damit sowohl vom eigenen Handeln als auch Aktionen der Gegenseite ab. Spiele werden mathematisch exakt beschrieben, sodass daraus eine exakt mathematische Lösung gefunden werden kann. Es wird von Spielen in extensiver oder Normalform ausgegangen. In der charakteristischen Funktion wir die Auszahlungsaufteilung beschrieben. Bei der extensiven Form muss eine Strategie eines Spielers für jeden Informationsbezirk einen Zug wählen. Zu den Lösungskonzepten gehören folgende hier kurz erwähnte Theorien:

  1. dominierte und inferiore Strategien
  2. Gleichgewichte: Der Begriff des Gleichgewichtes ergibt sich daraus, dass alle Spieler beste Reaktionen auswählen und die Erwartungen bezüglich des Verhaltens des Gegenspielers stets rational sind. Das Gleichgewicht stellt damit einen Strategievektor wechselseitig bester Antworten dar.
  3. Verfeinerung und Auswahl von Gleichgewichten: Das Konzept perfekter Gleichgewichte erfordert Robustheit in den Anweisungen. Das andere Konzept der sequenziellen Gleichgewichte spezifiziert die Erwartungen der Spieler. Sie sind teilspielperfekt. Bei der Teilspielperfektheit wird gefordert, dass nur die Gleichgewichte als Lösung akzeptiert werden, deren Handlungsweisen ein Gleichgewicht für jedes Teilspiel sind.

Fazit

Die Spieltheorie besitzt ein weit reichendes Instrumentarium. Andere Felder sind beispielsweise die evolutionäre Spieltheorie und die kooperative Spieltheorie. Sie wird erfolgreich bei der Erklärung von Feld- und Laborbeobachtungen als auch beim Design von Marktinstitutionen eingesetzt. Besonders aber in der Wirtschaftswissenschaft muss die deskriptive Bedeutung der Spieltheorie aufgrund hoher Rationalitätsanforderungen ständig hinterfragt werden.

Beispiele

Beispiele für Nullsummenspiele sind Gesellschaftsspiele und Sportarten wie Poker oder Schach. In einem Schachspiel verlieren beide Spieler an Spielmaterial, der Sieger gewinnt aber Punkte in einem Turnier.

  • alle Strategiespiele für 2 Spieler, wo es nur um Sieg, Unentschieden oder Verlust ankommt, sind Nullsummenspiele. Die Summe eines solchen Spiels ist immer Null, Spieler A gewinnt einen Punkt, Spieler B verliert einen Punkt oder beide haben 0 Punkte bei unentschieden.
  • einzelne Sportwettspiele wie Fußball
  • Doppelkopf: Der Spielwert wird 2 Spielern gutgeschrieben und 2 Spielern abgezogen. Bei einem Solo bekommt ein Alleinspieler 3 Punkte und die anderen 3 jeweils die einfache Punktzahl gutgeschrieben.

Keine Nullsummenspiele sind:

  • Roulette
  • Lotterie
  • Gefangenendilemma und andere.

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