Als Prosatext wurden ursprünglich auf Fakten basierte Niederschriften bezeichnet. Während Gedichte oder kunstvoll erzählte Geschichten für einen mündlichen Vortrag verfasst waren und in Reime oder Verse verpackt waren, verstand man unter einem Prosatext eine wissenschaftliche Dokumentation, die Geschichtsschreibung oder einen trockenen Philosophietext.

Ab dem 18ten Jahrhundert verwendete man den Begriff Prosatext für nahezu alle möglichen Texte, abgesehen von der Lyrik oder einem Versdrama. Eine freie Alltagsrede war ebenso ein Prosatext wie eine kunstvoll erzählte Geschichte.

Prosatexte sind also jede Art von Sachtexten, Romane, Kurzgeschichten, Biografien, Reden oder niedergeschriebene Dialoge, Briefe, Gebrauchsanweisungen oder Produktbeschreibungen. Nahezu jede Art von Text, die nicht in Reime oder Versform verpackt ist, ist ein Prosatext.

Trotz ihrer fehlenden Bindung mit Versen oder anderen Metriken kann eine Prosa kunstvoll sein. Sie kann durch ihren Stil oder Melodie und auch durch ihre Bildlichkeit und die Wortwahl poetisch werden. Die Prosa ist in verschiedenen Literaturepochen zu finden, jedoch beginnt die Zeit, in der die Prosa entstand, erst mit der Neuzeit. Zu dieser Zeit setzte sich auch der Roman als neue Erzählkunst durch.

Verschiedene Arten von Prosatexten

Heutzutage unterscheidet man zwischen der Gebrauchsprosa, der literarischen Prosa und der wissenschaftlichen Prosa.

Gebrauchsprosa

Die Gebrauchsprosa gibt trocken Inhalte wieder. Zu der Gebrauchsprosa gehören Gebrauchsanleitungen, Produktbeschreibungen, informative Texte, Briefe oder auch Gesetzestexte. Aber auch Reden oder Dialoge sind Texte aus der Genre Gebrauchsprosa.

Literarische Prosa

Die literarische Prosa bedient sich, im Gegensatz zu der Gebrauchsprosa, mit rhetorischen Mitteln. Der Sprachfluss wird mehr in den Vordergrund genommen und die Wortwahl wird ansehnlich für den Leser angepasst. In der literarischen Prosa verwendet man poetische Mittel wie beispielsweise Metaphern und erzeugt Sinnbilder. Romane, Kurzgeschichten, Novellen oder auch Satiren sind literarische Prosatexte.

Wissenschaftliche Prosa

Wissenschaftliche Prosatexte können verschiedene Merkmale haben und sind nicht klar definiert. Im Fachgebiet der Philosophie kann sich die wissenschaftliche Prosa mit der literarischen Prosa überschneiden. In anderen Fachgebieten kann die wissenschaftliche Prosa wiederum Merkmale einer Gebrauchsprosa haben.

Was ist ein Prosatext?

Der Begriff „Prosa“ hat sich bis heute weit verbreitet. So gibt es beispielsweise die Begriffe politische Prosa oder Antragsprosa. Im Endeffekt können nahezu alle Texte als Prosa bezeichnet werden, die keine wirklichen Reimstrukturen haben (Abgesehen von Lyrik wie Lieder oder Gedichte) oder nicht in Versformen verfasst sind wie z.B.: Versdrama oder einige epische Texte.

Struktur der Prosa

Im Gegensatz zum Gedicht folgt die Prosa keinem festen Schema und ist dadurch ungebundener. Dies ist eins der wichtigsten Merkmale der Prosa. Die Prosa folgt, bis auf einige Ausnahmen den Regeln der Grammatik. Es können trotz der generellen Freiheit Teile einer Prosa mit einer metrischen Struktur oder anderen Versformen verfasst sein. Falls diese sich in einer Prosa häufen, dann wird auch oft von einem Prosagedicht gesprochen. Einzureihen ist das Prosagedicht zwischen der Prosa und den Freien Rhythmus, welche ungebundene Verse ohne ein durchgängiges Metrum und einer beliebigen Anzahl an Silben beschreiben. Freie Rhythmen werden unteranderem durch immer wiederkehrende Rhythmen geprägt.

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