Was ist ein Tageszeitenklima? Aufklärung

Was ist ein Tageszeitenklima

In der Meteorologie unterscheidet man zwischen Wetter und Klima. Mit dem Begriff Wetter ist das aktuelle Wettergeschehen gemeint. Das Wort Klima bezeichnet dagegen den langfristigen Wetterverlauf. In Mitteleuropa herrscht beispielsweise ein gemäßigtes Klima. Es wird durch die 4 Jahreszeiten geprägt. Das ist aber nicht überall so. In manchen Gebieten herrscht Tageszeitenklima.

Was ist damit gemeint?

Das Jahresklima bezeichnet die langfristigen zyklischen Schwankungen der Temperaturen, Niederschläge und Windverhältnisse einer Region. Es gibt jedoch auch Gebiete auf der Erde, wo das ganze Jahr über gleichmäßige Wetterkonditionen herrschen. Das trifft vor allem auf die Gebiete in der Nähe des Äquators zu. Dort gibt es kaum jahreszeitliche Veränderungen der Temperatur. Sie liegt häufig im Bereich oberhalb von +25°C, kann aber in Höhenlagen durchaus auch niedriger sein.

Im Wetterablauf solcher Gebiete gibt es kaum Unterschiede zwischen den einzelnen Monaten. Im Regenwald des Amazonas oder des Kongos regnet es täglich beinahe zur selben Zeit. Die Temperaturen schwanken im Jahresverlauf nur um wenige Grad. Dagegen können im Verlauf des Tages Temperaturunterschiede von 12 Grad und mehr auftreten. Übertreffen die täglichen Schwankungen der Temperatur die der jährlichen Abweichungen, spricht man in der Meteorologie von einem Tageszeitenklima. Damit ist gemeint, dass das Klima von der jeweiligen Tageszeit bestimmt wird.

Wie sieht so ein Tageszeitenklima aus?

Der Sonnenaufgang erfolgt jeden Tag gegen 6 Uhr. Die Tage sind das ganze Jahr über gleich lang. Da die Bahn der Sonne viel steiler als in Mitteleuropa ist, sind die Morgen- und Abenddämmerung nur sehr kurz. Früh morgens 5.50 Uhr ist es noch dunkel und 6.10 Uhr scheint schon die Sonne. Wenn sie aufgeht, ist der Himmel meistens klar. Falls Morgennebel vorhanden ist, verflüchtigt er sich schnell, weil am Äquator die Sonnenstrahlen viel steiler einfallen und mehr Energie übertragen. Das bedeutet auch eine viel intensiverer Verdunstung. Aus dem dichten Pflanzenwuchs und den Gewässern steigt Feuchtigkeit auf und sammelt sich in Wolken. Die wachsen rapide an, bis sie sich abregnen. Das erfolgt beinahe täglich und meistens zur selben Zeit.

Es gibt Gegenden, wo man nach dem täglichen Regenguss fast die Uhr stellen kann. Der Regen geht fast immer in Form von Gewitterschauern nieder. Das ist eine starke Untertreibung, denn in Deutschland würde man solche Gewitterschauer als Wolkenbruch bezeichnen. Der Regen ist zwar stark, hält aber nicht lange an. Nach einer, maximal zwei Stunden, ist bereits alles wieder vorbei. Wenn am Nachmittag die Sonne tiefer sinkt, ist ihre Strahlung nicht mehr so intensiv. Die Wolken lösen sich auf und spätestens gegen Abend ist der Himmel wieder klar.

Etwa 18 Uhr geht die Sonne unter. Schon wenige Minuten später bricht die Nacht herein. Aufgrund der fehlenden Sonnenstrahlung kühlt es sich dann etwas ab. Trotzdem verbleiben die Temperaturen, zumindest in Orten auf Höhe des Meeresspiegels, immer noch oberhalb von +20°C. Ausnahmen gibt es in Regionen, die sehr hoch liegen. Dort kann es auch in der Nähe des Äquators nachts ziemlich kühl werden. Das liegt daran, dass die dünne Luft weniger Wärme speichern kann. In Trockengebieten wie den Wüsten Atacama und Namib sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht ebenfalls größer. Die Ursache dafür ist die trockene Luft. Da sie kaum Wasserdampf enthält, kann sie nur wenig Wärme speichern und kühlt sich nach Sonnenuntergang rasch ab.

Wodurch entsteht das Tageszeitenklima?

Wie bei jedem Wetter ist die treibende Kraft hinter dem Tageszeitenklima die Sonne. Sie hält das Wettergeschehen auf dem ganzen Planeten in Gang und ist auch für diese für uns seltsam anmutende Art von Klima verantwortlich. Am Äquator ist die Bahn der Sonne keinen Veränderungen im Laufe des Jahres unterworfen. Sie geht immer morgens gegen 6 Uhr genau im Osten auf. Zur örtlichen Mittagszeit erreicht sie den Zenit und steht dann senkrecht am Himmel. Danach beginnt sich ihre Bahn gen Westen zu neigen, bis sie schließlich ca. 18 Uhr untergeht. Tag und Nacht sind immer gleich lang.

Diese gleichmäßigen astronomischen Bedingungen sorgen auch dafür, dass es nur geringfügige Schwankungen bei den Temperaturen und den Niederschlägen gibt. Trocken- und Regenzeiten, falls es sie überhaupt gibt, sind nur gering ausgeprägt. Das Klima verändert sich viel stärker im Verlauf eines Tages als eines Jahres. Orte mit Tageszeitenklima sind zum Beispiel Manaus am Amazonas in Brasilien oder Kinshasa, die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, am gleichnamigen Fluss gelegen oder Kampala, die Hauptstadt Ugandas, nicht weit vom Victoriasee.

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