Was ist ein Treuhandkonto? – Erklärung & Beispiel

Das Treuhand- oder auch Anderskonto besitzt eine spezielle Eigenschaft. Der Inhaber des Kontos ist nicht auch Eigentümer des darauf befindlichen Kapitals. Meist Überwacht ein Anwalt oder Notar die Summe. Damit der Treuhänder alleinigen Zugriff auf das Konto bekommt, muss er ein Treuhandkonto sowie einen Kontovertrag unterzeichnen.

Zweck des Treuhandkontos ist die Verwaltung von Kapital, auf das zwar nur der Kontoinhaber zugreifen kann, bei dem er aber nicht auch Eigentümer des Geldes ist. Er haftet allerdings in seinem Namen für das eingezahlte Kapital. Einher mit der Eröffnung des Kontos geht auch immer eine Art Vertrag. Dabei unterscheidet man in der Praxis zwei Arten von Konten. Zum einen das Anderskonto und zum anderen das offene oder verdeckte Treuhandkonto.

Was ist der Mehrwert eines Treuhandkontos?

Häufig werden diese Konten im Zusammenhang mit Erbschaftsangelegenheiten eröffnet, da diese an bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Ist der Erbe beispielsweise noch Minderjährig, so macht es Sinn ein Treuhandkonto einzurichten, wenn festgelegt wurde, dass das Vermögen erst nach Erreichen der Volljährigkeit ausgezahlt werden soll. Bis dieses Alter erreicht wurde, kümmert sich ein Treuhänder um das Konto. Erst dann, kann der Erbe frei über das Kapital verfügen.

Das Anderkonto und Immobiliengeschäfte

Besonders im Immobilien- und Grundstücksbereich werden Anderkonten benötigt.
Der zuständige Notar richtet im Fall eines Grundstückverkaufs ein Anderkonto ein. Der Käufer des Grundstücks oder der Immobilie zahlt hierauf den vereinbarten Betrag ein. Der Verkäufer hat dann zwar noch keinen Zugriff auf die Summe, erhält jedoch Gewissheit über die Liquidität des Käufers. Erst wenn der Vertrag vollständig abgewickelt ist, erhält der Verkäufer Zugriff auf das Geld. In der Regel gilt der Grundbucheintrag als endgültiger Vertragsabschluss. Der Käufer hat so die Sicherheit, dass selbst bei einem geplatzten Geschäft sein Kapital nicht verloren geht.

Anderkonten haben einen speziellen Schutz

Anderkonten sind eine abgeänderte Form des Treuhandkontos. Während Treuhandkontos von jedermann eröffnet werden können, unterliegt die Eröffnung eines Anderkontos allein Anwälten, Notaren und Wirtschaftsprüfern. Damit einher geht auch ein besonderer Schutz.
Im Falle einer Insolvenz, darf der Kontoinhaber das Kapital nicht der Konkursmasse zufügen, es muss unangetastet bleiben.

Verdeckte und offene Treuhandkonten

Beim offenen Treuhandkonto wird aus der Kontobezeichnung ersichtlich, wer die Partner sind. Beim verdeckten Treuhandkonto ist das nicht der Fall.
Mietkautionssparbücher oder übriggebliebene Insolvenzvermögen sind typische Beispiele für offene Treuhandkonten.

Haftungsausschluss und Steuerpflichten

Zinserträge die auf Treuhandkonten anfallen und die den Steuerfreibetrag überschreiten, müssen versteuert werden. Diese Kosten trägt der Treugeber. Der Treuhänder hingegen ist in der Pflicht, die termingerechte und ordnungsgemäße Begleichung der Steuern zu gewährleisten.

Dabei hat der Treugeber keinen Anspruch auf das Vermögen und erhält auch keine Auskunft über das Konto. Unterschlägt der Treuhänder das Vermöge, kann der Treugeber die Bank nicht für die Haftung verantworten.

Das Treuhandkonto – Eine Zusammenfassung

  • Treuhandkonten dienen der Aufbewahrung von Kapital
  • Anderkonten können nur von Anwälten, Notaren oder Wirtschaftsprüfern eröffnet werden
  • Zinserträge müssen hier auch versteuert werden
  • Die Bank übernimmt keine Haftung für Veruntreuung

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