Was ist ein Umlageverfahren? – Erklärung & Beispiel

Das Umlageverfahren ist in der Regel nichts anderes, als das System, mit welchem die Sozialversicherunssystme finanziert werden und dieses deshalb auch von den Sozialversicherungen verbreitet wird. Hinter diesem Ausdruck verbirgt sich der Vorgang, welcher von Statten geht, wenn die Beiträge, welche von den Beitragszahlern in das System eingezahlt werden, an die Empfänger dieser Leistungen ausgezahlt werden, wie es zum Beispiel bei dem Rentensystem der Fall ist, wo die Jüngeren für die Älteren Beiträge in das System einzahlen und die Rentner anschließend diese Beiträge in Form von Geldleistungen erhalten und in Anspruch nehmen können.

Die Funktionsweise

Das Sozialversicherungssystem beruht auf der Tatsache, dass die Beitragszahler regelmäßig Beiträge in das System einzahlen. Diese Beiträge bilden umgehend die Leistungen, welche dann von den Empfängern in Anspruch genommen werden können. Da die Zahl der Beitragszahler nicht immer beständig ist und auch variieren kann, wird ein ganz kleiner Teil der eingezahlten Beiträge zurückgehalten und bilden so eine Rücklage. Diese greift dann, wenn die Beiträge nicht ausreichen, um die Leistungen zu decken, welche die Emfänger für sich beanspruchen. In der Regel gilt jedoch der Grundsatz, dass die Beiträge, welche in das System eingezahlt werden, direkt und unmittelbar für die Finanzierung der Leistungen verwendet werden.

Wo findet das Verfahren Anwendung?

Anwendung findet das Umlageverfahren in den Bereichen der Sozialversicherung. Dazu zählt in aller erster Linie die Rentenversicherung für die Renter, aber auch die Arbeitslosenversicherung.

Dabei fungiert zum Beispiel die Arbeitsagentur als Vermittler, welcher die Beiträge, welche eingezahlt werden, an die Leistungsberechtigten, in der Höhe des jeweiligen Anspruches, weiterleitet.

Das Umlage- und das Kapitaldeckungsverfahren

Während das Umlageverfahren ein Verfahren ist, welches vom Staat organisiert und durchgeführt ist, greift das sogenannte Kapitaldeckungsverfahren zum Beispiel bei privaten Rentenversicherungen. Eine solche Rentenversicherung wird in der Regel relativ früh angelegt, wenn sich die Versicherten noch im Arbeitsleben befinden und während dieser Zeit regelmäßig Geld an die Versicherung zahlen. Diese privaten Versicherungen nehmen die Beiträge in ihre Obhut und legen diese an dem Kapitalmarkt an. Je nach dem, wie groß das Vermögen ist, welches sich über die Jahre, durch die eingezahlten Beiträge ansammelt, ist im Rentenalter dann auch der Rentenanspruch, welchen die Renter bei ihrem Renteneintritt haben.

Während bei dem Kapitaldeckungsverfahren eine bestimmte Summe angespart wird, hängt die Höhe der Renten bei einer fondsbasierten Rentenversicherung davon ab, wie hoch die Beiträge sind, welche in das System eingezahlt werden und wie viele Beitragszahler regelmäßig in den Fond einzahlen. So kann die Rentenhöhe immer wieder variieren und hängt somit sehr stark von der Wertentwicklung ab.

Wenn auf dem Markt eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht, dann hat diese bei dem Umlageverfahren, anders als bei dem Kapitaldeckungsverfahren, Auswirkungen auf die Höhe der Renten. Hält diese Arbeitslosigkeit über einen langen Zeitraum an, dann sinken dementsprechen die Einnahmen durch die Beitragszahler und auch die Rücklagen können diese fehlenden Einnahmen auf die Dauer nicht decken, weshalb es in solchen Fällen zu Rentenkürzungen, welche durch den Gesetzgeber beschlossen werden, kommen kann.

Eine große Herausforderung – der demografische Wandel

Der demografische Wandel ist eine sehr große Herausforderung für das Umlageverfahren in dem Sozialsystem, vor allem was das Rentensystem betrifft. Dadurch, dass immer weniger Kinder in Deutschland geboren werden, gibt es dementsprechend auch immer weniger zukünftige Beitragszahler, welche den Rentern die Rente finanzieren können. Aktuell ist die Situation jedoch besonders kritisch, da die geburtenstarken Jahrgänge langsam, aber sicher in Rente gehen. Dem Gegenüber stehen die nicht ganz so geburtenstarken Jahrgänge, welche die große Anzahl an Rentnern durch die Beiträge nicht ausgleichen und abdecken können.

Zwar haben die Befürworter das Argument, dass es sich bei dem Umlageverfahren um ein nachhaltiges Finanzierungsverfahren handelt, während die Gegner den demografischen Wandel als Problem sehen und deshalb das Kapitaldeckungsverfahren befürworten. Dass sich das Verhältnis zwischen den Beitragszahlern und Rentnern verändert und die vor allem zugunsten der Leistungsempfänger geschieht, steht außer Frage, da geburtenschwache Jahrgänge in den Arbeitsmarkt eintreten und gleichzeitig die geburtenstarke Jahrgänge in das Rentenalter kommen, was bedeuted, dass die Ausgaben ansteigen und die Einnahmen gleich bleiben und nicht, wie es eigentlich notwenig wäre, wachsen.

Das Kapitaldeckungsverfahren als Lösung

Die Kritiker, welche das Umlageverfahren nicht befürworten, sehen die Lösung für die Renter und auch für die zukünftigen Renter in dem Kapitaldeckungsverfahren.
Da der demografische Wandel eine Tatsache ist, wurde die Altersvorsorge durch den Gesetzgeber durch die Riester- und Rürup-Rente aufgestockt, so dass das Umlageverfahren und dessen Leistungen gekürzt wurde, so dass zukünftige Renter ihre Rente durch kapitalgedeckte Versicherungen ergänzen müssen.

Die Befürworter des Umlageverfahrens sind jedoch der Meinung, dass die geburtenstarken Jahrgänge eine vorübergehenden Problematik für das Sozialfinanzierungssystem darstellen, welche sich mit der Zeit wieder geben wird, da diese Problematik vor allem auf die vielen Geburten in den 1960ern und 1970ern zurückzuführen sind.

Der Grund für den demographischen Wandel

Dass der demografische Wandel ein Problem ist, liegt an dem Geburtenboom, welchen es in den 1960er und 1970er Jahren gab und an der darauf folgenden modernen Familienplanung, bei welcher unter anderem durch die Antibabypille die Geburten schlagartig zurück gingen.

Ein vorübergehendes Phänomen?

Die Verfechter, welche von dem Umlageverfahren überzeugt sind und dieses verteidigen, bringen unter anderem das Argument an, dass es sich bei dieser Situation um einen momentanen Zustand handelt, welcher sich innerhalb von zwei oder drei Jahrzenten von alleine lösen wird.

Zudem gibt es, laut den Befürwortern, einige Maßnahmen, durch welche diese Situation entschärft werden kann.

Diese Maßnahmen, auf welche sich die Befürworter berufen sind unter anderem die höhere Erwerbsquote bei Frauen und auch die steigende Zahl der Beitragszahler, welche dadurch entsteht, dass es immer mehr Zuwanderung und somit auch immer mehr Beschäftigte gibt. Desweiteren würden Lohnsteigerungen dafür sorgen, dass die Beiträge automatisch steigen, was auf der Tatsache beruht, dass die Höhe der Beiträge an der Höhe des individuellen Gehaltes festgelegt wird. Desweiteren plädieren die Befürworter des Umlageverfahrens dafür, dass auch Beamte und Selbstständige in das System einzahlen sollen, da diese bislang nicht in das System einzahlen.

Auch eine zwischenzeitliche Erhöhung der Beiträge, welche jedoch moderat erfolgen sollte, kann für eine Entschärfung der Situation sorgen.

Eine kurze Zusammenfassung

Das Umlageverfahren ist genau und kurz gesagt die Methode, durch welche die Sozialversicherungen, wie zum Beispiel das Rentensystem und auch die Unterstützung für Arbeitslose finanziert werden. Dabei werden die Beiträge, welche in das System eingezahlt werden, umittelbar für die Ausgaben an die Leistungsberechtigten, mit Ausnahme von kleinen Rücklagen, welche zurückgehalten werden, verwendet werden. Das Gegenteil zu dem Umlageverfahren ist das private System des Kapitaldeckungsverfahrens, welches nicht durch die Problematik des demografischen Wandels beeinträchtigt wird und die Finnzierung in Frage stellt.

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