Was ist ein Umtauschrecht? – Erklärung & Beispiel

In dem Begriff des Umtauschrechtes sind sowohl das Umtauschrecht, welches gesetzlich geregelt ist, sowie auch freiwillige Umtauschleistungen enthalten. Das Umtauschrecht, welches gesetzlich geregelt ist, wird durch das Gesetz und auch durch den Kaufvertrag, welcher bei dem Kauf einer Ware entsteht, geregelt.

Dabei besagt dieses sogenannte Umtauschrecht, dass ein Kunde die Ware, welche zuvor gekauft worden ist, unter besimmten Umständen, wieder zurückgegeben und durch ein Gut, welches ein und der selben Gattung des zurückgebrachten Gutes angehört, umgetauscht werden kann.

Dabei sind in dem Begriff des Umtauschrechtes viele unterschiedliche Arten der Warenrückgabe enthalten und steht somit umgangssprachlich für Warenrückgaben, Stornierungen und Vertragsrücktritten. Die dabei handelten Personen sind dabei in der Regel und in den meisten Fällen Privatpersonen, welche bei Unternehmen Ware gekauft und gerne wieder zurückgeben oder einen Vetrag abgeschlossen und gerne wieder stornieren wollen.

Damit dieses Umtauschrecht jedoch klar definiert und auch ohne Zweifel und eindeutig zugeordnet werden kann und die Recht und die Pflichten der Verkäufer und der Käufer klar definiert und geregelt werden können, muss dieser Begriff des Umtauschrechtes zunächst einmal in zwei Begriffe unterteilt werden. So steht auf der einen Seite das gesetzlich garantierte Umtauschrecht, welches sich auf die geltenden Rechtsgrundlagen und Vertragsbeziehungen beruft und auch der anderen Seite die freiwillige Umtauschleistungen, welche vor allem in dem Bereich des stationären Einzelhandels Anwendung findet.

Der stationäre Einzelhandel

Bei einem stationären Einzelhandel kommt es immer ganz darauf an, welche Güter in diesem zum Verkauf angeboten werden. An Hand der Art der Güter, wird die Rechtsauffassung bezüglich des Umtauschrechtes geregelt.

Doch nicht nur von der Art der Güter, welche ein Kunde in einem stationären Einzelhandel kauft, ist das Umtauschrecht abhängig, sondern auch von dem vom Kauf- bzw. Absatzkanal
Geregelt ist das Umtauschrecht dabei in dem Bürgerlichen Gesetzbuch, welches für die Privatpersonen bestimmte Rechte vorbehält. So haben die Käufer, welche in dem Fall Privatpersonen sind, das Recht auf eine einwandfreie und mängelfreie Ware. Ist die Ware beschädigt und weist Mängel auf, dann hat die Privatperson das Recht auf eine Preisminderug, eine Reparatur oder auf einen Umtausch zu bestehen, so dass dieser anschließend einen einwandfreien Artikel oder einen Artikel zu einem geringeren Preis, als den ursprünglichen Preis, bekommt. Diese Rechte, welche die Privatpersonen in dem statinären Einzelhandel haben, werden deshalb nicht, vor allem nicht wenn es sich bei der Ware um niedrigpreisige Artikel handelt, durch Allgemeine Geschäftsbedingungen oder Vereinbarungen eingeschränkt.

Das Umtauschrecht bei teuren Waren

Das Umtauschrecht greift nur bis zu einem bestimmten Wert, so dass sehr teure Waren von dieser Regelung abweichen und die Händler oder die Verkäufer durch die Rechtsauffassung unterstützt und auch geschützt werden. Bevor der Käufer bei einer defekten oder mangelhaften Ware auf einen Umtausch bestehen kann, wie zum Beispiel bei Automobilen, muss dem Händler erst die Möglichkeit der Reparatur oder der Nachbesserung gegeben werden. Diese Nachbesserungs- oder Reparaturversuche dürfen dabei mehrmals durchgeführt werden. Erst, wenn es der Händler nicht schafft, die teure Ware nach drei Versuchen in einen einwandfreien Zustand zu veretzen, kann der Käufer auf sein Recht auf einen Umtausch bestehen, welchem der Händler dann, laut Gesetz, auch nachkommen muss.

Das Umtauschrecht bei Veranstaltungen, Fernabsatzgeschäften, und beim Online-Handel
Das Umtauschrecht greift nicht nur, wenn die Ware, welche gekauft worden ist Mängel aufweist, sondern kann auch bei Waren angewandt werden, welche keine Sachmängel aufweisen, sondern aus anderen Gründen umgetauscht werden möchten. Grund für die Entwicklung dieses Fernabsatzgesetzes für das Umtauschrecht ist die starke Präsenz und auch der immer präsentere und immer öfter in Anspruch genommene Online Handel.

Dieser hat eine zunehmend wirtschaftliche Bedeutung, so dass der Gesetzgeber auch in diesem Bereich bestimmte Rechte für die Käufer einräumt. Es gibt bereits seit einiger Zeit Gesetze, welche das Umtauschrecht für Haustürgeschäfte oder Vertragsabschlüsse bei Freizeitveranstaltungen regeln und räumt den Käufern hierbei ein Umtauschrecht oder ein Widerrufsrecht von zwei Wochen ein, welches von dem Unternehmen oder dem Verkäufer ohne Protest durchgeführt werden muss. Grund dafür ist, dass diese Art der Geschäfte oft auf die Überrumpelung der Verbraucher zielen, welche dabei oft dem Kauf oder dem Vertrag zustimmen und es anschließend bereuen. Allerdings gilt dieses Widerrufsrecht nur für Käufe oder für Verträge, welche den Wert von 40 Euro übersteigen.

Auch beim Online Handel wird der Verbraucher durch das Gesetz geschützt und bekommt, durch das Umtauschrecht, welches bei dem Online Handel als erweitertes Umtauschrecht bezeichnet wird, die Möglichkeit, sich die Ware anzusehen, sobald diese zu Hause eintrifft. Da dies nicht vor dem Kauf geschehen kann, soll der Käufer so, wie bei de stationären Einzelhandel, die Möglichkeit der Prüfung der Ware bekommen bevor der Vertragsabschluß dann rechtsgültig und somit auch unumkehrbar wird.

So hat der Käufer beim Online Handel ein erweitertes Umtauschrecht, welches besagt, dass der Käufer die Ware, ohne Gründe angeben zu müssen, zurückgeben kann. Damit jedoch auch die Händler geschützt sind, können diese bei der Ware, welche zurückgeschickt wurde, einen Preisabschlag vornehmen, wenn die Ware durch das Testen durch den Käufer beschädigt wurde und nicht nur normale und harmlose Testspuren trägt.

Die Bedrohung der Gschäftsgrundlage

Das Umtauschrecht hat zwar viele Rechte für den Kunden und somit Käufer, stellt gleichzeitig jedoch eine Bedrohung der Geschäftsgrundlage dar. Der Grund für diese Bedrohung liegt darin, dass die Marktforschungsinstitute für bestimmte Branchen, welche in dem Online Handel tätig sind, eine hohe Umtauschqupte von über 30 Prozent berechnet haben. Das bedeuted im Klartext, dass nahezu jede dritte Bestellung, welche online vorgenommen wird, wieder zurück an den Händler geht. Das Problem dabei ist, dass oft der kostenlose Rückversand durch den Händler gewährt wird und so auch ein negativer Deckungsbeitrag durch dieses Umtauschrecht für den Händler im Online Handel entstehen kann.

Die Gegenmaßnahmen der Unternehmen

Unternehmen haben, was das Umtauschrecht betrifft, weitaus weniger Rechte und Vorteile, als die Käufer, welche die Ware bei den Unternehmen käuflich erweben, weshalb die Unternehmen Gegenmaßnahmen treffen, um das Umtauschrecht nicht ausufern zu lassen.
Zwar können sich die Unternehmen nicht gegen die geltenden Gesetze, was das Umtauschrecht betrifft, wehren, was daran liegt, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht den Landesgesetzen widersprechen dürfen, doch sie können andere Maßnahmen treffen, um sich, zumindest in einem gewissen Rahmen, zu schützen.

Anders als bei der KFZ-Haftpflicht oder bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, gibt es bei den Unternehmen keinen Abschlußzwang für den Kunden, da dieser aus freien Stücken einen Kaufvertrag mit dem Unternehmen oder dem Händler abschließt. Das schließt die Tatsache in sich ein, dass sich die Unternehmen in der Regel aussuchen können, an wen sie ihre Ware verkaufen. Was den Online Handel betrifft, können Unternehmen deshalb von den Recht Gebrauch machen, bestimmte Kunden nicht oder nicht mehr zu beliefern. So können die Unternehmen einen Kaufvertrag im Online Handel verwehren.

Eine kurze Zusammenfassung

Ob eine Ware umgetauscht werden kann, kommt immer darauf an, um was für eine Art von Gut es sich handelt und wie hoch der Wert des Gutes ist. Es gibt nicht nur ein gesetzlich geregeltes und garantiertes Umtauschrecht, welches in dem Fernabsatzmarkt greift, sondern auch freiwilligen Umtauschzusagen, welche jedoch nicht gesetzlich vorgeschrieben sind. Die Käufer sollen durch das Umtauschrecht geschützt werden, da sicher gestellt wird, dass sie eine unbeschädigte Ware erhalten. Allerding muss dem Händler bei teuren Waren die Möglichkeit der Reparatur und der Nachbesserung gegeben werden, bevor das Gut, nach der dritten gescheiterten Nachbesserung oder Reparatur umgetauscht werden muss. Statt einem Umtausch kann jedoch auch eine Kaufpreisminderung durchgeführt werden.

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