Was ist ein Vergleich? – Beispiele, Wirkung & Erklärung

Beim Vergleich werden mindestens zwei Sachen miteinander verglichen. Es ist ein Stilmittel, dass aus der Rhetorik kommt und in der Literatur angewendet wird, aber auch oft im Alltag, unbewusst verwendet wird. Man zieht einen Vergleich in dem man Aussagen, Sachen oder Bilder gegenüberstellt und direkt miteinander vergleicht. Die häufigsten Wörter bei einem Vergleich sind „als“ und „wie“. Daran erkennt man, dass ein Vergleich folgt. Bei einem Vergleich sollen die Gedanken in Bilder verwandelt werden und das Ganze verdeutlicht werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten Vergleiche einzuleiten. Erste Möglichkeit ist, dass es sich bei den Begriffen um Wörter handelt, die aus der gleichen Gattung stammen. Demnach ähneln sich die Gegenstände in ihrer Art und Weise oder in der Form. Zweite Möglichkeit ist, dass es sich um unterschiedliche Begriffe handelt, die nicht miteinander verwandt sind, aber mindestens eine Sache gemeinsam haben, also eine gemeinsame Eigenschaft. Bei beiden Möglichkeiten haben die Dinge irgendetwas gemeinsam, egal was es ist, Gewicht, Größe, Form, Aussehen oder ähnliches.

Beispiel:

Lars ist so nett wie David.

In dem Beispiel werden zwei Personen miteinander verglichen, durch das Wort „wie“ wird dieses deutlich gemacht. Durch das Wort „wie“ werden die beiden Personen miteinander verbunden (Relata). Dieses Beispiel bezieht sich auf die erste Möglichkeit. Somit gehören die Personen einer Gruppe, also der Gruppe Mensch an und können direkt miteinander verglichen werden. Also müssen sie miteinander vergleichbar sein, sie müssen sich also ähnlich sein oder irgendetwas miteinander gemeinsam haben. Diese Möglichkeit ist für den „einfachen“ Vergleich. Das bedeutet, dass zwei Dinge oder auch Menschen miteinander verglichen werden. Es entsteht keine bildliche Darstellung, da diese nicht hervor gerufen wird. Bei dieser Möglichkeit wird nur verglichen und kein Bild hervorgerufen, somit hat es keine Relevanz.

Bei der zweiten Möglichkeit sieht dieses schon anders aus, dort wird ein Bild hervorgerufen.

Beispiel:

Xena brüllt wie ein Löwe.

Das Beispiel macht bei dem Vergleich deutlich, dass sowohl „Xena“ als auch „Löwe“ nicht miteinander verwandt sind. Trotzdem ist es ein Vergleich. Das erste Wort betitelt eine Person und das andere Wort benennt ein Tier. Nun wird ein Bild geschaffen. Das Brüllen des Löwens werden also auf die Person übertragen. Und das Bild wird geschaffen, da es ein Bild hervor rufen soll.

In einem anderen Artikel haben wir eine große Sammlung aller sprachlichen Mittel!

Bisher sind die Beispiele sehr deutlich hervor gehoben worden, aber manche Dinge, die einen Vergleich darstellen, müssen nicht hintereinander stehen, sondern können entfernt sein. Das bedeutet, dass man einen klaren Vergleich nicht sofort erkennt und erst durch mehrmaliges hören oder lesen, dahinter kommen kann und den Vergleich sieht. Viele Vergleiche sind sofort erkennbar und man ist es gewohnt, diese schon im Kopf erkannt zu haben, da es meist ein bestimmtes Bild hervor ruft. Ein Beispiel wird es einmal verdeutlichen.

Beispiel:

Auf den schönen Sohn des schlechten Poeten.
Der Papa reimt und sucht in allen,
Nicht wenigen Kennern, zu befallen.
Der Sohn buhlt: oh! verurteilt sie nicht!
Das gute Kind will doch nur allen,
Wie sein Vaters Reim, gefallen.

Hier werden nun Sohn und Reim miteinander verbunden und verglichen. Durch das Wort „Wie“ entsteht der Vergleich. Die Verbindung liegt im Witz, denn beim Lesen fallen keine Gemeinsamkeiten auf. Und man bemerkt nicht sofort, dass es sich um einen Vergleich handelt, da es nur darum geht irgendwie eine Verbindung zu erschaffen. Erst beim zweiten Mal lesen fällt der Vergleich ins Auge.

Bei dem Vergleich ist es wichtig, dass meist die Adjektive sind und der Herzenswunsch zu gefallen. Somit werden nicht unmittelbar zwei Sachen miteinander verglichen, sondern über ein drittes Wort (tertium comparationis).

Sie kommen allerdings auch ohne tertium comparationis aus.

Beispiel:

Ein Mensch ohne Handy ist wie ein Vogel ohne Flügel.

Bei dem Beispiel wird direkt verglichen und nicht über Dritte. Der Vergleich ist klar und der Sinn muss nicht ausgesprochen werden.

Das Gleichnis und der Vergleich

Die beiden Worte ähneln sich sehr, trotzdem gibt es auch hier Unterschiede. Wenn man mehrere Sachen einander gegenüberstellt, haben alle etwas miteinander gemeinsam. Man muss abwägen, was wichtiger ist.

Beispiel:

Man hat 5 Hunde und einer geht verloren, lässt man dann die anderen Hunde zurück, um den verlorenen Hund zu fangen?

Somit wird deutlich, dass es egal ist, wie viele verloren gehen, alle sind wichtig. Beim Vergleich wird deutlich, dass es sich auf das gesamte Bild bezieht und nicht nur auf Teile. Beim Gleichnis werden nur Bruchstücke miteinander verglichen.

Wirkung und Funktion beim Vergleich

Es ist schwer die Stilfigur auf eine Position zu setzen und somit eindeutig zu erklären. Die Stilfigur steht immer richtig auf der Position auf die sie gesetzt wird, da es sich um ein Vergleich handelt.

Es handelt sich um verschiedene Möglichkeiten. Es gibt Vergleichsmöglichkeiten, die klar ersichtlich sind, aber auch Möglichkeiten, wo die Bilder angeregt werden und man es sich selber denken muss. Um etwas zu veranschaulichen werden Stilmittel benutzt. In der Literatur werden auch unbekannte Sachen miteinander verglichen, im Alltag ist es bekannter.

Eine besondere Form ist das Gleichnis, wobei auch hierbei das Ganze veranschaulicht werden soll. Die Verwandtschaft liegt bei der Metapher und Allegorie. Die Metapher ist ein verkürzter Vergleich. Der Moment des Vergleiches fehlt und muss sich selber gedacht werden.

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