Was ist eine Antonomasie? – Beispiele, Wirkung & Erklärung

Die Antonomasie ist eine rhetorische Figur, die zu der Stilfigur der Synekdoche gehört und somit zu dem Tropen gehört. Es gibt zwei Formen der Antonomasie. Als erstes ist die Antonomasie dafür da, dass man Eigennamen umschreibt. Um dies machen zu können, braucht man bestimmte Adjektive. Als zweites dient die Antonomasie dafür, um eine bestimmte Gruppe oder Gattung mit einem Wort aus dieser Gruppe zu benennen.

Das Wort „Antonomasie“ kommt von dem griechischen Wort „antonomasia“. Übersetzt heißt das so gut wie „Umbenennen“. Mit dieser Übersetzung kannst du dir eigentlich schon denken worum es bei dem Wort „Antonomasie“ geht. Nämlich um das Umbenennen von einer Sache. Es wird entweder eine Eigenschaft von dieser Sache benannt oder ein Wort aus dieser Gruppe.
So sieht das dann aus:

Der Schöpfer der Welt ist voller Gnade.
(Quelle: http://wortwuchs.net/stilmittel/antonomasie/)

Der Satz in dem Beispiel zeigt dir wie eine Antonomasie aussehen kann. Dort wurde das Wort „Gott“ durch die drei Wörter „Schöpfer der Welt“ umschrieben, da Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen hat. Man kann diese Umschreibung der Eigenschaften auch Periphrase nennen.

In einem anderen Artikel haben wir eine große Sammlung aller sprachlichen Mittel!

Hier ist noch ein weiteres Beispiel:

„Zum Auftakt der Konferenz stellte sich der 60-jährige SPD-Star den Fragen der Presse. ‚Ich bin sehr zuversichtlich‘, so der Hannoveraner, ‚dass das, was wir uns vorgenommen haben, in seiner Machbarkeit auch umsetzbar ist.‘ Der Profi-Politiker, der zurzeit mit einer Reform-Verstauchung zu kämpfen hat, wird auch 2006 wieder an den Start gehen. ‚Joschka und ich sind uns einig, und Doris ist auch dafür‘, verriet der zweimalige Wahlgewinner von 1998 und 2002.“
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Antonomasie)

Bei dem Beispiel wurde ein Text über Gerhard Schröder von Bastian Sick frei erfunden um zu zeigen wie eine Antonomasie aussehen kann. Man sollte allerdings aufpassen, dass man nicht so viele Eigenschaften umschreibt, da man den Leser damit verwirren könnte. Denn wenn man so viel umschreibt, benötigt man ein bestimmtes Hintergrundwissen, um das zu verstehen.

Verraten hast du mich, du Judas!
(Quelle: http://wortwuchs.net/stilmittel/antonomasie/)

Dieses Beispiel zeigt dir die zweite Form der Antonomasie. Das heißt, dass der Satz mit einem Wort aus einer bestimmten Gruppe betont und benannt wird. Das Wort „Judas“ dient also als Verräter für Jesus, da Judas einer der jünger von Jesus war.

Die rhetorische Figur „Antonomasie“ ist mit einer anderen Stilfigur verwandt. Nämlich der Synekdoche. Die Synekdoche steht wie die Antonomasie für eine ganze Gruppe. Dabei kann bei der Synekdoche das Ganze für einen Teil stehen oder ein Teil für ein Ganzes. Wie in dem Beispiel mit Judas. Da steht Judas für alle Verräter. Also steht ein Teil für ein Ganzes. Deswegen sind die beiden rhetorischen Figuren miteinander verwandt.

Übersicht zur Funktion und Wirkung einer Stilfigur

Die Antonomasie ist eine rhetorische Figur, bei der eine bestimmte Sache oder eine bestimmte Person umschrieben wird. Es kann aber auch sein, dass ein bestimmter Vertreter einer Gruppe benennt wird.

Damir man die Umschreibung besser verstehst, benötigt der Leser immer ein wenig Hintergrundwissen. Denn wenn du gar nicht weißt, dass der Schöpfer der Welt, Gott ist oder das Judas ein Verräter war, dann ist es sehr schwer den Text zu verstehen.

Du kannst die Antonomasie ganz gut gebrauchen, wenn du Wortwiederholungen vermeiden möchtest oder du einen Text lebendiger gestalten möchtest.

Die Antonomasie gehört zu den Tropen. Das heißt, dass bestimmte rhetorische Figuren, das gemeinte Wort nicht direkt benennen, sondern es durch ein anderes ersetzen.

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