Was ist eine Archaisierung? – Beispiele, Wirkung & Erklärung

Was ist eine Archaisierung? - Beispiele, Wirkung & Erklärung

Ein Archaismus ist eine rhetorische Figur, die als ironisch und distanzierend gilt. Archaismen sind also übertriebene und aufgesetzte Wörter. Man verwendet die rhetorische Figur heute nur noch selten bis gar nicht.

Der Begriff „Archaismus“ kommt von dem griechischen Wort „archalos“ und bedeutet sowas wie alt oder ehemalig. Die Endung „mus“ kommt allerdings aus dem lateinischen. Da du jetzt weißt, dass Archaismus übersetzt ehemalig oder alt heißt, kannst du dir jetzt denken, dass es sich bei der rhetorischen Figur um etwas Altes oder Ehemaliges handeln muss.

Beispiel

Wie das genau ausschaut, siehst du anhand von einem Beispiel:

Wenn jemand sagt, dass sein Oheim mit Kind und Kegel geflohen ist.

Bei dem Beispiel siehst du, dass sich in dem Satz gleich zwei Archaismen befinden. In den Wörtern „Oheim“ und „Kegel“. Dabei sind die beiden Wörter sehr alt und werden heutzutage kaum noch verwendet. „Oheim“ steht für den Onkel und ein „Kegel“ ist ein uneheliches Kind. Man kennt nur noch das Sprichwort „Kind und Kegel“. Obwohl viele Menschen gar nicht mehr wissen für was der Kegel überhaupt steht.

Archaismen sind also Wörter, die heutzutage nicht mehr verwendet werden und die nur noch die ältere Generation kennt.

Wann ein Archaismus ein Stilmittel ist

Du musst aufpassen, welche Wörter wirklich zur rhetorischen Figur Archaismus gehören. Denn nicht alle Wörter, die etwas älter klingen, gehören zum Archaismus. Es gibt auch Wörter, die absichtlich alt klingen sollen und deswegen gehören diese Wörter nicht zum Archaismus.

Autoren verwenden alte Wörter schon beim Schreiben, da man eine bestimmte Wirkung herstellen möchte. Für ältere Autoren wie zum Beispiel den Dichter Walther von Vogelweide, waren diese Wörter natürlich nicht so alt.

Wenn ein Autor bestimmte Wörter überhaupt nicht alt findet und es zu seinem normalen Sprachgebrauch gehört, dann ist es kein Archaismus. Es ist nur ein Archaismus, wenn die Wörter nicht mehr zu dem Sprachgebrauch des Autors gehören. Dann ist der Archaismus auch eine Stilfigur.

Deswegen ist es sehr schwer in einer Prüfung zu erkennen, ob es sich um ein Archaismus handelt oder nicht.

Wie der Archaismus entstanden ist

Es gibt mehrere Gründe, warum Wörter entstehen aber auch wieder verschwinden. Einige Gründe sind hier aufgelistet.

Interne Gründe

Zu den internen Gründen, dass Wörter verschwinden, gehört, dass viele altmodische Wörter durch neue, moderne Wörter ersetzt werden. Wie bei dem Beispiel vorher schon gesagt, wurde Oheim durch Onkel und Kegel durch uneheliches Kind ersetzt.

Externe Gründe

Bei den externen Gründen verschwindet ein Wort, weil man dieses Wort nicht mehr im normalen Sprachgebrauch verwendet. Ein Beispiel wäre das Wort „Lehnsherr“. Da es nicht mehr benutzt wird, gehört es zu dem Stilmittel Historizismus. Historizismus ist was anderes als Archaismus, denn dort werden Wörter nur verdrängt, sind aber nicht komplett aus dem Wortschatz raus. Sie werden aber nicht mehr benutzt.

In einem anderen Artikel haben wir eine große Sammlung aller sprachlichen Mittel!

Funktionen und Wirkungen von Archaismen

Es ist schwer zu erkennen, welche Wirkung ein bestimmtes Stilmittel hat. Wenn du eine Wirkung zuordnest, dann kann es passieren, dass du dieses Stilmittel darauf reduzierst und du dann nicht genau weißt, ob das wirklich stimmt.

Wie du die Wirkung genauer erkennst, siehst du anhand von ein paar Hinweisen.

  • Archaismen sind Wörter, die nicht mehr in der heutigen Sprache verwendet werden. Deswegen wirken diese Wörter sehr altmodisch und unmodern. Wenn man einen Text verfasst, muss man wissen, dass es sich um Wörter handelt, die nicht mehr so gebraucht werden. Aus diesem Grund haben altertümliche Texte nur sehr wenig Archaismen.
  • Wenn einem dies bewusst ist, sollte man mit Archaismen aufpassen. Es kann nämlich schnell passieren, dass der Text ironisch oder komisch wirkt. Zum Beispiel, wenn man anstatt „Hallo“, „Seid gegrüßt holde Maid“ sagt.
  • Wenn man Archaismen in einer Rede verpacken möchte, dann muss das Publikum das auch verstehen können, ansonsten könnten die Menschen im Publikum das falsch verstehen.
  • Das Gegenteil von Archaismen sind Neologismen. Neologismen sind neue, moderne Wörter, die meistens von jungen Menschen verwendet werden. Diese Wörter verdrängen andere, ältere Wörter aus dem alltäglichen Sprachgebrauch.

Hier siehst du ein paar weitere Beispiele für Archaismen

  • Buhlin steht für Freundin
  • Base steht für Tante
  • Histrione steht für einen Schauspieler
  • Minne steht für die Liebe

Kennst du alle rhetorischen Stilmittel auswendig?

Dann teste dein Wissen an unserem Quiz zum Thema: „rhetorische Stilmittel“!

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