Was ist eine Bathos? – Beispiele, Wirkung & Erklärung

In sämtlichen Texten aller Art kann das Stilmittel Bathos seine Verwendung finden. Dabei erfolgt die Gegenüberstellung eines niedrigeren und eines höheren Wertes. Mithilfe dieser Stilfigur können komische oder tragische Emotionen wirkungsvoll zum Einsatz gebracht werden. Beheimatet ist der Begriff des Bathos in der Germanistik und Literaturwissenschaft. In der schulischen Ausbildung wird dagegen nur geringfügiger Wert auf dieses Stilmittel gelegt.

Übersetzt bedeutet der, aus dem griechischem stammende Begriff in etwa „Tiefe“. Im weitesten Sinne geht es jedoch eher um die Gleichsetzung von Sinken oder Niedrigkeit, wie folgendes Beispiel verdeutlichen wird:

„Eine Flut tötete dreizehn Menschen.
Seit diesem Erlebnis habe ich feuchte Kellerräume.“

Der Leser ist nicht selten von diesen Aussagen irritiert. Schließlich werden zwei Unfälle, also negative Geschehnisse auf eine Linie gebracht. Grundsätzlich sind diese zwei verschiedenen Ereignisse aber nicht miteinander vergleichbar. Dennoch werden hier zwei Moralvorstellungen miteinander verbunden. Zum einen der dramatische Fakt und zum anderen ein untergeordnetes, niedrigeres Geschehen. Als Resultat liegt entweder eine hohe Dramatik vor oder auch eine gewisse Komik.

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So können zum Beispiel bekannte Zitate der Weltgeschichte umgestaltet werden und eine gewisse Verballhornung erhalten. Trotzdem kommt dabei das Stilmittel der Komik zum Tragen und beweist die Verknüpfung zweier gänzlich verschiedener Werte.

Vor allem in expressionistischen Gedichten findet man oft das Bathos.

So bediente sich zum Beispiel Jakob van Hoddis in seinem Gedicht „Weltende“ dieses Stilmittels. Die Konstruktion aus umarmenden Reim und Kreuzreim lässt das Bathos leicht erkennen. Dies ist im vierten und achten Vers nachzulesen. Darin wird zum einen die steigende Flut beschrieben und auf der anderen Seite handelt es sich um Menschen mit Schnupfen. Somit wird der achte Vers zum stärksten im gesamten Gedicht. Dies kommt daher, weil in den anderen Versen von wirklich dramatischen Begebenheiten berichtet wird. Im Gegensatz dazu wirkt der Bathos hier sehr komisch. Doch bei genauerem Hinsehen gestaltet sich durch diesen Widerspruch die Gesamtwirkung nur noch härter. Die Wechselwirkung wird eindrucksvoll durch Hoddis „Weltende“ verdeutlicht.

Das Wichtigste in Kürze

Bei dem stilistischen Mittel des Bathos werden zwei verschiedene Werte miteinander verbunden. Diese liegen weit voneinander entfernt. Als Resultat ergibt sich für den Leser eine komische oder dramatische Wirkung. Mitunter wirkt der Text sogar etwas makaber. V

Verwandtschaftliche Beziehungen kann man mit der Antiklimax herstellen. Dabei kommt es auch zu einer Reduktion (Verkleinerung). Das Größere wird eindrucksvoll zum Kleinsten gemacht. Dies bezieht sich aber nicht nur auf reine Werte. Verwechslungen des Bathos mit dem Pathos sollten unbedingt vermieden werden. Denn dieser beschreibt eine gefühlsmäßige, theatralische und meist übertreibende Form der Sprache. Beide Begriffe sind rhetorisch zu benutzen aber in ihrer Verwendung absolut verschieden.

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