Was ist eine Berufsgenossenschaft? – Erklärung & Beispiel

Als Berufsgenossenschaften werden die gemäß Unfallversicherungsgesetz tätigen deutschen Träger der gesetzlichen Unfallversicherung bezeichnet.

Historisches zur Berufsgenossenschaft

Berufsgenossenschaften haben ihren Ursprung in der Zeit Bismarcks, als verpflichtende Berufsgenossenschaften zur Unfallvermeidung und -abgeltung eingeführt wurden. Die Zwecke der damaligen Zeit haben sich bis heute kaum verändert. Die letztmalige Änderung fand durch das „Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Unfallversicherung“ im Jahr 2008.

Aufbau der Berufsgenossenschaft

Durch die jüngste Reform und damit verbundene Fusionen wurde die Zahl an Berufsgenossenschaften in Deutschland reduziert:

  • 9 gewerbliche Berufsgenossenschaften: nach Wirtschaftszweigen organisiert
  • Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaften: für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, eigene Vorschriften
  • Gesetzlichen Unfallkassen für öffentlichen Dienst/Einrichtungen: Berufsgenossenschaften im weiteren Sinn mit ähnlichen Aufgaben

Organisation von Berufsgenossenschaften

Berufsgenossenschaften sind gemäß Viertem und Siebtem Buch des Sozialgesetzbuches selbstverwaltete, öffentlich-rechtliche Körperschaften. Mitglieder sind die Unternehmen der Branche, Verwaltungsorgane sind der Vorstand sowie die Vertreterversammlung und die staatliche Aufsicht ist das Bundesversicherungsamt bzw. das Bundesarbeitsministerium.

Finanzierung der Berufsgenossenschaft

Die Berufsgenossenschaft finanziert sich durch seine Mitglieder. Das bedeutet, dass sich die von den Unternehmen zu leistenden Mittel für die gesetzliche Unfallversicherung an den Arbeitsentgelten und der jeweiligen Gefahrklasse orientiert.

Zweck der Berufsgenossenschaft

Berufsgenossenschaften haben grundsätzlich die folgenden beiden Aufgaben:

  • Unfallvermeidung: Berufsunfälle, arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren, Berufskrankheiten
  • Rehabilitation und Schadensersatz im Unfall- oder Krankheitsfall: Geld-, Sach- oder Dienstleistungen wie beispielsweise Renten, Übergangsgeld, medizinische Behandlung, Pflege etc.

In vielen Fällen ist das Leistungsspektrum der Unfallversicherung ein größeres als jenes der gesetzlichen Krankenversicherung.

Berufsgenossenschaft – Übersicht

  • Öffentlich-rechtliche, sich selbst verwaltende Träger der gesetzlichen Unfallversicherung
  • Finanzierung durch Mitglieder (Unternehmen)
  • Gemäß Unfallversicherungsgesetz nach Wirtschaftszweigen organisiert
  • Aufgaben: Unfallvermeidung, Rehabilitation, Schadensersatz

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