Was ist eine Beschaffungslogistik? – Erklärung & Beispiel

Ein Bindeglied zwischen der Absatz- und Produktionslogistik sowie ein Subsystem der Logistik, dies beschreibt die Beschaffungslogistik mit nur wenigen Worten ziemlich genau. Es ist der Prozess vom Einkauf der Waren bis hin zum Eingang der Ware im eigenen Lager genauer und vereinfacht dargestellt.

Ebenso lässt sich über die Beschaffungslogistik sagen, dass die Mitarbeiter dafür verantwortlich sind, dass im Unternehmen stets über die benötigte Menge zur richtigen Zeit und in einer einwandfreien Qualität zur Verfügung stehen umso die Produktion nicht zu stoppen.

Die Beschaffungsstrategien

Die Beschaffungsstrategie ist der Mittelpunkt des ganzen. Die dringendste Frage die hier gestellt werden muss, ist, wie ich zu relativ niedrigen Kosten genau die Warenfür meine Produktion bestellen kann, die ich benötige und dies in einer einwandfreien Qualität. Werden alle Güter von nur einem Lieferanten bezogen, was oftmals leider nicht immer möglich ist, so spricht man vom Single Sourcing. In der Praxis wird oftmals von verschiedenen Zulieferern bezogen. In diesem Fall spricht man von Multiple Sourcing. Eine Beschaffung in der Region wird hingegeben Local Sourcing bezeichnet und ein Beschaffen der Ware in der ganzen Welt Global Sourcing.

Die Bedarfsermittlung

Zunächst sollte zwischen dem Bestellrhythmusverfahren sowie dem Bestellpunktverfahren unterschieden werden. Beim erst genannten wird innerhalb eines fixen Zeitintervalls eine Bestellung oftmals automatisch ausgelöst. Mit dem Bestellpunktverfahren hingegen wird die Bestellung (oftmals auch automatisch) ausgelöst, wenn eine bestimmter minimaler Lagerbestand erreicht wurde.

In der Praxis wird oftmals, auch aufgrund schwieriger Wirtschaftslagen, das Bestellpunktsystem angewendet. Hier wird eine Meldung mittels einer Software gesendet, dass der Meldebestand erreicht worden ist und nun eine Bestellung ausgelöst werden muss bzw. automatisch ausgelöst wird. Wichtig hierfür sind gute Kenntnisse über den Zeitraum der Wiederbeschaffung sowie eine sogenannter eisernen Bestand. Also der Bestand, der bei gleichbleibender Produktion, in der Wiederbeschaffungszeit ausreiche müsste um die Produktion nicht stoppen zu müssen.

Vergleich von zu beschaffenden Gütern

Um die zu beschaffenden Güter zu Analysieren unterzieht man diese der sogenannten ABC Analyse. Hier wird unter anderem festgestellt, welchen Wert verschiedene Güter am Gesamtprodukt haben sowie der Bedarf an Platz im Lager beträgt. Hier wird auch nach der Regel 80/20 agiert. Der Logistiker für die Beschaffung kann so die Güter nach Kategorie A, was wichtig bedeutet, Kategorie B, was eine mittlere Wichtigkeit bedeutetet sowie der Kategorie C was eher einem Unwichtig entspricht einordnen. Der Augenmerk liegt somit auf die A-Güter, die diese den größten Wertanteil am Endprodukt haben.

Die Entfernung zum Lieferanten

Ein sehr wichtiger Aspekt ist immer noch die Entfernung zum Lieferanten. Ist diese in der Nähe vom eigenen Unternehmen, so ist die Wiederbeschaffungszeit relativ gering. Hier kann unter andrem an Transportkosten gespart werden, was wiederum den mittleren Lagerbestand verringert und dies wiederum zur Folge hat, dass die Kapitalbindungskosten ebenfalls niedrig ausfallen. Ebenso kann ein Risiko durch Lieferverzögerungen beinahe ausgeschlossen werden und somit der sogenannte eiserne Bestand relativ niedrig anzusetzen ist.

Zusammenfassung:

Die Beschaffungsstrategie sind das Single, das Multiple sowie das Local und das Global Sourcing.

Bestellrhythmus- und Bestellpunktverfahren sind gängige Bestellverfahren

Güter, die beschafft werden müssten werden der ABC Analyse unterzogen

Durch eine Senkung der Wiederbeschaffungszeit ergibt sich eine enorme Einsparung an Transportkosten sowie Senkung des eisernen Bestand

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