Was ist eine Bestandsminderung? – Erklärung & Beispiel

Die Bestandsminderung steht im Gegensatz zu der Bestandsmehrung. Bestandsminderung ist kurz gesagt der Rückgang des Bestandes in einer festgelegten Abrechnungsperiode. Eine Minderung tritt für gewöhnlich auf, wenn in dieser Abrechnungsperiode mehr Güter verkauft wurden als produziert wurden. Der Lagerbestand hat sich also verringert. Laut Gewinn- und Verlustrechnung stellt die Bestandsminderung einen Aufwand dar.

Jedes Unternehmen ist verpflichtet den Erfolg, welches es erzielt hat, regelmäßig auszuweisen. In der Regel geschieht dies zum sogenannten Jahresabschluss, der sich immer auf ein Geschäftsjahr bezieht. Neben der Bilanz ist auch die Gewinn- und Verlustrechnung Bestandteil des Jahresabschluss.

In der GuV (Gewinn- und Verlustrechnung) werden Aufwendungen sowie Erlöse gegenüber gestellt. Sind Erlöse höher als Aufwendungen, so ergibt sich zwangsläufig ein Betriebsgewinn, der oftmals schon an der hergestellten Warenmenge sowie der Absatzmenge, welche gleich hoch sein müssen, erkennen lässt. In der Praxis ist dies jedoch selten der Fall.

In der Praxis gestaltet es sich eher so, dass die hergestellte Warenmenge zu der abgesetzten Warenmenge Unterschiede vorweisen. Werden in einer Abrechnungsperiode mehr Güter hergestellt aus abgesetzt, so ist die Rede von einer Bestandsmehrung. Eine Bestandsminderung liegt vor, wenn mehr weniger Güter hergestellt werden als verkauft. Eine Bestandsminderung zählt also als Ertrag und eine Bestandsmehrung als Aufwand.

Entstehung einer Bestandsminderung

Da in jedem Unternehmen nicht gleich die sogenannten fertigen Erzeugnisse verkauft werden und eher die Tendenz einsteht auf Vorrat zu produzieren, so ist der Bestand erstmal erhöht. Ist der Fall umgekehrt, was auch der Fall sein kann, so ist die Rede von einer Bestandsminderung.

Erstgenannter Fall erhöht den Umsatz und somit den Gewinn des Unternehmen. Jedoch muss beachtet werden, dass die Erlöse als periodenfremd zu betrachten sind, da diese ja schon Wochen bzw. Monate vorher produziert wurden. Nur die Zahlung des Entgelts erfolgt zum jetzigen Zeitpunkt. Aus diesen Gründen ist es umso wichtiger auf diese Bestandsveränderungen zu achten und diese auch zu dokumentieren. Hier sind sowohl positive wie auch negative Auswirkungen gemeint. Wichtig ist, dass man damit leichter analysieren kann und es sich leichter feststellen lässt wie produktiv in einem zum Beispiel Quartal gearbeitet wurde.

Buchung der Bestandsminderung

Im Rahmen der Buchhaltung muss natürlich auch die Bestandsminderung festgehalten werden. Werden mehr Güter verkauft als produziert, so muss als Bestandsminderung gebucht werden. Es werden also Ertrage auf der Habenseite der GuV verbucht, der aber keine direkten Aufwendungen entgegenstehen, da diese schon in der vorherigen Periode gebucht wurden.

Es gilt: Ist der Schlussbestand der fertigen Erzeugnisse geringen als der Anfangsbestand in einer Periode, so muss die Bestandsminderung in der GuV als Aufwand ausgewiesen werden. Der Buchungssatz könnte so aussehen:

SBK 3000 an fertige Erzeugnisse 3000
Umsatzerlöse 1000 an GuV 1000
GuV 1000 an fertige Erzeugnisse 1000

Zusammenfassung:

Die Bestandsminderung kommt durch den Aufbau des Lagers zustande

Es werden Güter verkauft, die in der vorherigen Periode hergestellt wurden

Die Differenz, auch wenn diese nur zeitlich ist, muss in der GuV ausgewiesen werden

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