Was ist eine Deklamation? Aufklärung

Was ist eine Deklamation

Wer heute von einer Deklamation spricht, benutzt das Wort häufig als Ausdruck für eine übertriebene Betonung oder auch eine theatralische Betonung. Dabei geht der Begriff auf andere Stilmittel zurück. In der Antike (800 v.Chr. bis 600 n.Chr.) verstand man unter einer Deklamation eine Art Übungsrede. Sie war fester Bestandteil des damals üblichen Rhetorikunterrichts.

Dabei handelte es sich um Unterricht in der Kunst des Redens. Vor allem Schüler aus höheren sozialen Schichten mussten sich gebildet und gewählt ausdrücken können. Vor allem in Bezug auf die Meinungsbildung war es von immenser Wichtigkeit, Reden halten zu können, um Wissen und Gedanken der Masse mitzuteilen. Eine Deklamation wurde genutzt, um sich in unterschiedlichen Techniken der Sprachkunst zu üben. Warum die Deklamation überdies wichtig war und wer sie neben Schülern sonst noch ausübte, klärt der folgende Artikel.

Ursprung und Geschichte der Deklamation

Die Deklamation geht zurück auf die Sophisten der griechischen Antike. Dabei handelte es sich um eine Gruppe von Männern, die in bestimmten Bereichen besonders gebildet waren. Sie verstanden sich auf Fächer wie Mathematik, Musik, Lyrik oder auch auf handwerkliche Künste. Zudem verdienten sie ihren Lebensunterhalt ausschließlich damit, ihr Wissen weiterzugeben oder kundzutun.

Zu den Sophisten gehörten bis heute berühmte Persönlichkeiten, wie Platon, Pythagoras oder Thales. In der Antike waren viele Kulturen schriftlos oder zumindest das gemeine Volk war der Schrift nicht mächtig. In dieser Zeit war es üblich, dass gebildete Männer für Geld Vorträge hielten und Neuigkeiten unter den Menschen verbreiteten. Man nannte sie von Beruf auch Redner. In den Anfängen wurden vor allem Gedichte und Lyrik laut vor Publikum vorgetragen.

Vom alten Griechenland bis hin zum Römischen Reich, die Deklamation war weit verbreitet. Im alten Rom vollzogen sich mit der Zeit der Jahrhunderte auch gesellschaftliche Wandlungen. So kam es auch, dass die Lehre der Rhetorik sich wandelte.

Während zu Beginn des Römisches reiches die Volksversammlung und -Abstimmung noch üblich war, verschwand sie später zur Gänze. So war auch der Beruf des Redners einem Wandel unterlegen. Er verlor an Bedeutsamkeit, da das Volk weniger Entscheidungsgewalt innehatte und daher auch weniger nach Informationsbeschaffung verlangte.

Die Deklamation wurde zum Unterrichtsbestandteil der Sprachästhetik. Sie war nun nicht mehr Teil einer politischen und wissenschaftlichen Ausbildung, sondern wurde selbst zur Kunstform. Bis heute wird in Debattierklubs geübt, große und bedeutende Reden zu halten und sich gekonnt intellektuell auszutauschen. Auch hier findet heute noch Deklamation statt.

Deklamationen in der Moderne

Auch heute finden während des Schulunterrichts noch Deklamationen statt. Jeder Schüler, der ein Gedicht oder eine Erzählung auswendig vortragen muss, übt sich in freier Rede. Somit gehört die Rhetorik auch heute noch zum klassischen Unterricht. Hierbei kommt es nicht nur darauf an, einen Text auswendig vorzutragen.

Es kommt auch auf die Art des Vortrags an. Kann der Schüler einfach nur Aufsagen oder kann er mit den dazugehörigen Emotionen in der Stimme, der Mimik und Gestik den Inhalt des Textes wesentlich deutlicher vermitteln. Ein Gedicht, eine Rede lebt neben dem Inhalt auch von der Art der Übertragung. Sie ist auch heute noch ein wichtiger Punkt bei der Meinungsbildung und oftmals wesentlich ausschlaggebender als der Inhalt an sich.

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