Was ist eine Exhibitionistin? Aufklärung

Was ist eine Exhibitionistin

Exhibitionismus wurde bisher überwiegend als männliches Phänomen angesehen. Dabei gibt es auch die weibliche sexuelle Zurschaustellung seit Alters her. Bis heute werden beide Formen von der Gesellschaft nur ganz anders aufgenommen und interpretiert.

Was ist Exhibitionismus überhaupt?

Das Wort leitet sich vom lateinischen Verb „exhibere“ für „zeigen“ ab. Gemeint ist damit in unserem Sprachgebrauch immer das sexuell motiviertes Zeigen der Geschlechtsorgane. Dahinter steckt die Lust an der sexuellen Provokation oder aber der Wille beim Gegenüber Verängstigung und Verstörung auszulösen. Die Reaktionen des Umfeldes geben dem Exhibitionisten den extra Kick und eine Art der Befriedigung.

In den klassischen Fällen lauern Männer in Parks, U-Bahn-Haltestellen oder in der Dunkelheit Frauen oder Kindern auf, um ihnen das entblößte Genital zu zeigen und sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen. Typisch für den Exhibitionismus ist, dass der Ausführende die Opfer nicht direkt oder körperlich angeht. Ein solcher Mensch ist in der Regel also kein Vergewaltiger, sondern wahrt stets eine gewisse Distanz zum Gegenüber. Das ist der Voyeurismus, bei dem Menschen Lust durch das Betrachten von sexuellen Entblößungen oder Handlungen empfinden.

Die weibliche Form des Exhibitionismus

Exhibitionistinnen waren gesellschaftlich bisher weniger relevant oder angeprangert. Dabei hat es auch das weibliche Zurschaustellen von Genitalien und sexuelle Provokationen schon immer gegeben. Meistens waren die Bestrebungen jedoch frivol lusterzeugend in Richtung einer dafür offenen Männerwelt gerichtet. Eine Form des weiblichen Exhibitionismus entstand auch als Gegenbewegung zur Prüderie und Verteufelung der weiblichen Sexualität. Dabei waren die Normen und Schranken, was denn nun als Entblößung galt, bei Frauen ganz anders angesiedelt als bei Männern. Nur wenige Jahrhunderte vor unserer Zeit galten das freie Zeigen eines Beines oder des als hocherotisch empfundenen Knöchels bereits als Exhibitionismus.

Die moderne Exhibitionistin

Wie die ganze Sexualität hat sich auch der weibliche Exhibitionismus weiterentwickelt. Neben der sexuellen Provokation potenzieller Sexualpartner oder unterdrückender Mechanismen scheint die Entsprechung zur männlichen Zurschaustellung auf dem Vormarsch zu sein. Es kommt durchaus vor, dass sexuell gestörte Frauen versuchen, Kindern Angst einzujagen oder sich ganz in der Manier der männlichen Exhibitionisten in der Dunkelheit vor Paaren, älteren Menschen oder als schwächer empfundenen Männern entblößen. Recht verbreitet ist in der Welt des weiblichen Exhibitionismus die Lust am öffentlichen Geschlechtsakt. Dabei tritt die Frau nicht alleine auf, sondern provoziert gemeinsam mit einem Partner oder einer Partnerin.

Daneben existiert ein gesellschaftlich fast schon anerkannter Exhibitionismus besonders freizügiger Frauen. Medienwirksam inszeniert zeigen diverse Größen des Pop-Business, Schauspielerinnen oder andere Frauen des öffentlichen Interesses gerne mal Busen oder gewähren Einblicke in den unbekleideten Schritt. Diese Art des Auftrittes in der Öffentlichkeit hat sich in den späten 1990er Jahren etabliert und der Trend hält bis heute an. Diese Provokationen aber nicht, um einem Gegenüber Angst einzujagen oder gar psychische Folgeschäden bei einem Opfer auszulösen. Die Frauen versuchen lediglich die Aufmerksamkeit der Presse auf sich zu ziehen und im Gespräch der Öffentlichkeit zu bleiben.

Auch diese Form der gesellschaftlichen Provokation hat es im Grunde schon immer gegeben, nur wandelt sie sich im Laufe der Zeit.

Ist weiblicher Exhibitionismus denn strafbar?

Nein! Interessanterweise klagten in den Jahren 1998 und 2002 ausgerechnet zwei verurteilte männliche Exhibitionisten gegen die Gesetzeslage in Deutschland. Sie empfanden es als ungerecht, dass sie für Handlungen bestraft wurden, für die eine Frauen im Vergleichsfall straffrei geblieben wäre. Das Bundesverfassungsgericht lehnte die Klage ab und berief sich auf ein Urteil von 1957, demzufolge das männliche Sexualverhalten als ganz anders anzusehen und zu bestrafen sei als das weibliche.

Tatsächlich werden die männliche Nacktheit und insbesondere das erigiertes Glied von der breiten Öffentlichkeit als aggressiver und verstörender empfunden als beispielsweise eine nackte oder gar masturbierende Frau. Die Gründe für diese Unterschiede liegen in der soziologischen und kulturhistorischen Vergangenheit der Menschheit. So haben Frauen in der Geschichte wahrscheinlich noch nie im großen Stil sexuelle Gewalt ausgeübt während das bei Männern durchaus der Fall war.

Tatsächlich freut sich die Mehrzahl der Männer über eine exhibitionistisch veranlagte Frau in der Öffentlichkeit und findet anzügiges Verhalten mehr erregend denn verstörend.

Milder Exhibitionismus

Der Begriff „Exhibitionistin“ wird in der Umgangssprache gerne recht lapidar verwendet. In der Gesellschaft wird eine extrovertierte Frau oder ein Mädchen, die sich gerne sexy zeigt schnell als Exhibitionistin betitelt, ohne dass ein wahrhaftig anstößiges oder sexuell übergriffiges Verhalten vorliegt. Gelegentlich spricht man heute auch vom Verbal-Exhibitionismus. Das bezeichnet Menschen oder insbesondere Frauen, die privateste Dinge aus dem Sexualleben oder anderen intimen Lebensbereichen ausplaudern.

Hat dir der Beitrag gefallen?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here