Was ist eine Insolvenz? – Erklärung & Beispiel

Insolvenz schnell und einfach erklärt

Wenn Privatpersonen oder Unternehmen die laufenden Forderungen nicht mehr begleichen können, so sind sie gezwungen eine Insolvenz anzumelden. Danach sind sie nicht mehr in der Lage neue Vertragsgeschäfte einzugehen.

Die Insolvenz gleicht einer Zahlungsunfähigkeit. Sie tritt immer dann in Kraft, wenn ein Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Dies ist dann der Fall wenn der Schuldner zum Beispiel einen Kredit nicht mehr tilgen oder noch offene Rechnungen nicht mehr begleichen kann.

Eintreten der Insolvenz von Unternehmen

In den meisten Fällen betrifft eine Insolvenz Unternehmen. Ist jedoch eine Privatperson davon betroffen, so wird in der Regel der spezifische Begriff „Verbraucherinsolvenz“ verwendet. Die Insolvenz tritt bei wirtschaftlichen Akteuren, wie Unternehmen, in der Regel in folgenden Situationen ein:

• Zahlungsunfähigkeit: Stehen unzureichende liquide Mittel zur Verfügung, so ist ein Unternehmen nicht mehr in der Lage seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Ist eine Besserung auch in naher Zukunft nicht absehbar, so steht eine Zahlungsunfähigkeit bevor.
• Überschuldung: Die Schuldensumme ist deutlich höher als das Vermögen des Unternehmens.
• Drohende Zahlungsunfähigkeit: Ist zum Zeitpunkt der Fälligkeit absehbar, dass den bestehenden Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann, so tritt ebenfalls eine Insolvenz in Kraft.
Die rechtlichen Grundlagen der Insolvent sind stets abhängig von der Art des Unternehmens. Natürliche Personen, wie Einzelunternehmer oder eingetragener Kaufmann, OHG und KG sind nur im Falle der Zahlungsunfähigkeit von der Insolvenz betroffen. Kapitalgesellschaften hingegen können auch durch eine Überschuldung insolvent gehen.

Die Insolvenz und ihre Folgen

Das Insolvenzverfahren ist vom Unternehmen bzw. der Unternehmensführung unverzüglich nach deren Feststellung einzuleiten. Diese Regelung gilt hingegen lediglich für Kapitalgesellschaften als verpflichtend. Beantragt der Geschäftsführer das Verfahren nach mehr als drei Wochen nach Bekanntwerden der Insolvenz, so kann er sich gegebenenfalls strafrechtlich angreifbar machen, da der Verdacht der Insolvenzverschleppung besteht.

Ein Unternehmen ist als Folge der Insolvenz nicht mehr in der Lage am wirtschaftlichen Leben teilzunehmen. Für die Abwicklung weiterer Geschäftstätigkeiten ist ein Insolvenzverwalter zuständig. Dieser kann sich für außergerichtliche Einigungen mit den Gläubigern einsetzen oder durch die Neustrukturierung von Geschäftsprozessen, Liquidität erzeugen.

Sind alle diese Maßnahmen nicht zielführend und ist das Unternehmen wirtschaftlich nicht mehr zu retten, so ist es die Aufgabe des Insolvenzverwalter, das komplette Unternehmensvermögen zu veräußern. Hierfür werden Produkte und Restbestände verkauft oder das Firmengelände zwangsversteigert. Die daraus resultierende Insolvenzmasse dient dem Verwalter zur Zahlung der Ansprüche der Gläubiger. Jedoch können diese in den meisten Fällen auch nicht vollständig bedient werden, sodass sie sich mit einem geringeren Anteil ihrer ursprünglichen Summe zufrieden geben müssen.

Zusammenfassung und Definition der Insolvenz

• Die Insolvenz ist der Zustand der Zahlungsunfähigkeit bei Wirtschaftsakteuren
• Überschuldung kann bei Kapitalgesellschaften ein zusätzlicher Grund für die Insolvenz sein
• Die Insolvenz hat die Einstellung sämtlicher Geschäftstätigkeiten zur Folge

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