Was ist eine Kapitalproduktivität? Berechnung, Beispiel & Tipps

Was ist eine Kapitalproduktivität

Was ist eine Kapitalproduktivität?

Die Kapitalproduktivität ist ein Begriff aus der (Volks-)Wirtschaft. Darunter versteht man das Zusammenspiel von produzierten Mengen und dem verfügbaren Betrag an Geld oder Arbeitskräften, der auch Kapitalstock genannt wird. Die Menge an produzierten Gütern trägt das Synonym ‚Stromgröße‘, den Kapitalstock bezeichnen Wirtschaftswissenschaftler als Bestandsgröße.

Mithilfe einer Formel lässt sich die Kapitalproduktivität ausrechnen. Die Ergebnisse können als Vergleichsmöglichkeit für die inländische Wirtschaft herangezogen werden. In einer Statistik stellt man die Kapitalproduktivität des laufenden Jahres älteren Daten gegenüber und zieht Vergleiche. Auf diese Weise erfasst man das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Dieselbe Vorgehensweise kann zudem angewandt werden, wenn man die wirtschaftliche Lage anderer Länder statistisch erfassen und mit der deutschen Produktivität parallelisieren möchte.

Berechnung der Kapitalproduktivität:

Zum Ermitteln der Kapitalproduktivität verwendet man die folgende Rechenformel. Mit ihr kann man ausrechnen, welcher Produktionsaufwand für die Herstellung der jeweiligen Ware/Dienstleistung erforderlich ist.

IP Y
KP = —— = —
KS K

KP = Kapitalproduktivität
IP = Inlandsprodukt
KS = Kapitalstock

Überdies lässt sich die Formel als Kehrwert umstellen. In dem Fall spricht man vom Kapitalkoeffizienten:

KS K
KK = ——- = —
IP Y

KK = Kapitalkoeffizient

Hier tauscht der Wert für das Inlandsprodukt seinen Platz mit dem Betrag des Kapitalstocks. Aus der Rechnung ergibt sich schließlich die Angabe für den Kapitalkoeffizienten. Er sagt aus, welche Produktionsmenge mit dem vorhandenen Kapitalstock hergestellt werden kann. Deshalb verhält sich der Kapitalkoeffizient gegensätzlich zur Kapitalproduktivität.

Beispiel:

IP = 500 Güter
KS = 20 Arbeitsstunden
KP = ?

IP 500
KP = —— = —– = 25
KS 20

KS 20
KK = —— = —— = 0,04
IP 500

Dieses Beispiel stellt einen grundlegenden Rechenweg für die Kapitalproduktivität beziehungsweise den Kapitalkoeffizienten dar. Allerdings lässt sich die Rechnung auch in Form einer Textaufgabe durchführen:

Beispiel:

In einer Brötchenfabrik werden jeden Tag 4000 Teiglinge von 200 Arbeitskräften angefertigt. Wie hoch ist die Kapitalproduktivität des Unternehmens?

Die gegebenen Werte werden schriftlich festgehalten…

IP = 4000 Teiglinge
KS = 200 Arbeitskräfte
KP = ?

… anschließend setzt man sie in die Formel ein und rechnet die Aufgabe aus:

IP
KP = ——
KS

4000
KP = —— = 20
200

KP = 20

Am Tag schafft ein Fabrikmitarbeiter die Herstellung von 20 Teiglingen. Die Kapitalproduktivität der Brötchenfabrik liegt bei 20 Teiglingen pro Arbeitskraft.

Errechnung des Kapitalkoeffizienten:

KS
KK = ——
IP

200
KK = —— = 0,05
4000

KK = 0,05

Der Kapitalkoeffizient der Brötchenfabrik beträgt 0,05.

Tipps für die Berechnung:

  • Zur Vereinfachung empfiehlt sich das Umformulieren in eine Textaufgabe, so wie es bei der zweiten Rechnung veranschaulicht wurde. Dann lässt sich der Zweck des Rechenweges einfacher nachvollziehen und weist einen größeren Bezug zum Alltag auf.
  • Es ist sinnvoll, erst die Kapitalproduktivität und danach den Kapitalkoeffizienten zu errechnen. Meistens kommt beim Koeffizienten eine Dezimalzahl heraus, bei der Produktivität hingegen eine reelle Zahl. Deshalb fällt es beim Rechnen in der Regel leichter, auf dem Ergebnis der Kapitalproduktivität aufzubauen.

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