Was ist  eine Künstlersozialkasse? – Erklärung & Beispiel

Als Künstlersozialkasse – KSK – wird die Einrichtung bezeichnet, die Künstlersozialabgaben erhebt und die Sozialversicherung der Künstler abwickelt. Sie bekommt Zuschüsse vom Bund und kann damit die Krankenversicherungen der Mitglieder unterstützen. Der Hauptsitz der KSK ist in Wilhelmshaven und sie gehört zum Geschäftsbereich „Unfallversicherung Bund und Bahn“.

Der Sitz der Künstlersozialkasse ist Wilhelmshaven. Sie ist ein Geschäftsbereich der Unfallversicherung Bund und Bahn.

Alle Angehörigen kreativer Berufe können von der Künstlersozialkasse profitieren. Mitglieder sind beispielsweise:

  • Schauspieler
  • Musiker
  • Autoren
  • Reporter
  • Texter

Die Künstlersozialkasse gehört zur Struktur des Sozialversicherungssystems in Deutschland und übernimmt die Arbeitgeberanteile der Sozialversicherung für folgende Versicherungen:

  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung

Zweck und Geschichte der Künstlersozialkasse

Wer einer kreativen Arbeit nachgeht, ist oft freiberuflich tätig. Da sie selbstständig sind, haben sie ihre Kosten für die Sozialabsicherung eigenständig zu begleichen. Sie versichern sich entweder freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung und der gesetzlichen Rentenversicherung oder sie versichern sich privat.

Allerdings sind die meisten Künstler Geringverdiener und haben unregelmäßige Einkünfte. Für Versicherungen bleibt oft nichts übrig. Aus diesem Grund wurde 1983 die Künstlersozialkasse ins Leben gerufen. Das wirtschaftliche Leben der Kreativen soll gesichert sein, um die Kultur des Landes zu fördern.

Versicherungsvoraussetzungen

Nur wer einen Beruf mit Anspruch auf Versicherungsschutz hat, der kann Mitglied bei der Künstlersozialkasse werden. Außerdem gelten folgende Voraussetzungen für die Mitgliedschaft:

  • Nachweise über versicherungspflichtigen Job bei Anmeldung
  • Selbstständigkeit
  • Hauptberuflich
  • Dauerhaft angelegte Tätigkeit
  • Mindesteinkommen von 325 EUR monatlich
  • Mindesteinkommen bei Berufsanfängern keine Pflicht
  • Berufsanfänger: während der ersten drei Berufsjahre
  • Darf nicht Arbeitgeber von mehr als einer Person sein, die den Job als Hauptberuf ausübt

Finanzierung

Die Herkunft der KSK-Einnahmen sind verschieden:

  • Mitgliederbeiträge
  • Verwerter
  • Bund

Anhand der geltenden Arbeitnehmersätze für die Sozialversicherung und des zu erwartenden Monatseinkommens bestimmt die Kasse die aktuellen Beiträge der Mitglieder. Das erwartete Einkommen wird von den Mitgliedern angegeben. Rück- oder Nachzahlungen gibt es nicht, selbst wenn das tatsächliche Einkommen abweichen sollte. Nur, wenn das erwirtschaftete Einkommen sehr viel höher liegt, als das prognostizierte, dann gibt es Nachforderungen.

Als Verwerter werden Unternehmen bezeichnet. Diese Unternehmen bieten Leistungen an, die in den Branchenbereich der Künstlersozialkasse fallen und verlangen dafür ein Honorar. Das jeweilige Unternehmen muss sich bei der Künstlersozialkasse anmelden und zahlt dieser einen gewissen Betrag. Dieser orientiert sich prozentual an der Vergütung und liegt aktuell bei 4,8 %.

Der Bund zahlt außerdem Zuschüsse zur Künstlersozialkasse und sichert somit den Versicherungsschutz der Künstler ab.

Aufgaben

Die KSK selbst erbringt keine Leistungen, sie leitet nur Beiträge an Versicherungsträger weiter.

Vor allem prüft die KSK, ob ein Anspruch zugunsten des Antragstellers gegeben ist.

Es werden unregelmäßige Kontrollen durch die KSK durchgeführt. Diese beziehen sich auf die angegebenen zu erwartenden Einkommen. Zu diesem Zweck fordern sie dann die Vorlage der Steuerbescheide der Mitglieder.

Die Verwerterabgaben werden ebenfalls von der KSK verwaltet.

Kritik an der KSK

Wirtschaftsverbände und Unternehmen beschweren sich über die Höhe der Abgaben an die KSK. Außerdem wird immer wieder bemängelt, dass Betriebe Abgaben bezahlen müssen, obwohl viele der Freiberufler, die Honorararbeiten erledigen, keine Mitlieder der KSK sind.

Zusammenfassung

Die Künstlersozialkasse soll die Kultur fördern und übernimmt deswegen die Zahlung der Arbeitgeberanteile an die Sozialversicherung. Somit ist die Absicherung Selbstständiger sichergestellt. Die Finanzierung erfolgt durch Mitgliedsbeiträge und Verwerterabgaben sowie durch Zuschüsse des Bundes.

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