Was ist eine Leihfirma? Aufklärung

Was ist eine Leihfirma

Immer häufiger werden Stellen nicht direkt besetzt, sondern über sogenannte Leihfirmen. Es ist dann von Leiharbeit die Rede, bei der es unterschiedliche Modelle gibt. Im Folgenden erfahren Sie was genau hinter den zur Leihfirma zugehörigen Begriffen steckt und welche Vor- und Nachteile Leiharbeit mit sich bringt.

Grundlegende Erläuterung des Begriffs “Leihfirma”

Leihfirmen sind Personaldienstleister, die Mitarbeiter im Rahmen der sogenannten Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) an Firmen ausleihen. Der Arbeitnehmer schließt also nicht mit der Firma, in der er eingesetzt ist, sondern mit der Leihfirma, einen Arbeitsvertrag ab. Auch der Betrieb, in dem der Leiharbeiter seine Arbeit ableistet, schließt mit der Leihfirma einen Vertrag ab. Es gehören also drei Parteien zum Arbeitsverhältnis; die Leihfirma, der Arbeitnehmer und der Betrieb, an den die Arbeitskraft entliehen wird (Entleihfirma). Bei den Leihfirmen wird zwischen Zeitarbeitsfirmen und Personalvermittlungsfirmen unterschieden.

Das Prinzip der Zeitarbeitsfirmen

Wie der Name bereits sagt, überlassen Zeitarbeitsfirmen ihre Arbeitnehmer den Entleihfirmen für eine bestimmte Zeit. Dieses Modell wird besonders bei befristeten Projekten oder Saisonarbeit genutzt. Wenn ein Unternehmen beispielsweise für einige Monate mehrere qualifizierte Mitarbeiter benötigt, wird dies oftmals über eine Zeitarbeitsfirma gelöst. Der Arbeitnehmer schließt dann einen befristeten Vertrag mit der Leihfirma ab, sodass es keiner Kündigung bedarf. Nach Ablauf sucht die Zeitarbeitsfirma für den Arbeitnehmer gegebenenfalls nach neuen, geeigneten Einsatzmöglichkeiten bei anderen Unternehmen und schließt einen weiteren Vertrag mit ihm ab.

Das Prinzip der Personalvermittlungsfirmen

Hier hat die Leihfirma den Auftrag der langfristigen Arbeitsvermittlung, sie schlägt also einer Firma gezielt passende Mitarbeiter für ein langfristiges Arbeitsverhältnis vor. Ziel ist dann langfristig eine Direktanstellung, also Übernahme des Arbeitnehmers bei der Entleihfirma. Die Leihfirma wurde in diesem Fall vorab von der Einsatzfirma mit der Personalvorauswahl beauftragt.

Vorteile von Leihfirmen

Leihfirmen bieten Arbeitnehmern wie Unternehmen diverse Vorteile. Die beiden Parteien können einander “beschnuppern” und sind nicht sofort aneinandergebunden. So können Fehleinstellungen beziehungsweise unnötige Kündigungen, die im Lebenslauf ungünstig aussehen, umgangen werden. Die Entleihfirma spart sich einen großen Teil an Arbeit, da sie keine Stellenanzeige schalten muss und nur vorausgewählte Kandidaten zum Auswahlgespräch einlädt. Die Leihfirma übernimmt die Verantwortung für die Arbeitskraft, ist daher selbst daran interessiert geeignete Kandidaten zu finden. Fällt der Arbeitnehmer beispielsweise aus, trägt die Leihfirma die Kosten.

Der Arbeitnehmer hat in der Leihfirma eine Kontaktperson, sodass sie im Fall von Problemen einen externen Ansprechpartner hat. Überdies kooperiert jede Leihfirma mit zahlreichen Betrieben, was zur Folge hat, dass vielfältige Einsatzmöglichkeiten bestehen. Mit einer einzigen Bewerbung können also zahlreiche Betriebe erreicht werden. Auch hat der Arbeitnehmer die Chance verschiedene Firmen kennenzulernen und Berufserfahrung zu sammeln. Dies kann besonders für Berufsanfänger attraktiv sein. Seriöse Leihfirmen halten sich an die vorgegebenen Tarifverträge, sodass es nicht zu dubiosen Vertragskonditionen kommt.

Nachteile von Leihfirmen

Da Leihfirmen selbst Gewinne erwirtschaften wollen, zahlt die Entleihfirma einen höheren Stundensatz für den Arbeitnehmer, als dieser erhält. Bei einer Direkteinstellung würde also der Arbeitnehmer meistens mehr verdienen. Sonderzahlungen oder Extraleistungen für die, in der Entleihfirma direkt in der Firma angestellten Kollegen entfallen ebenfalls. Beispielsweise wird nicht in eine betriebsinterne Rentenkasse eingezahlt. Überdies sind die Arbeitsverhältnisse bei einer Leihfirma in der Regel befristet. Zwar besteht häufig eine Verlängerungs- oder Übernahmeoption, jedoch kann diese nicht zugesichert werden. Der Arbeitnehmer muss flexibler sein, als bei einer Direktanstellung in einer Firma. Eine langfristige Planung ist also schwieriger.

Fazit: Das Wesentliche bei Leihfirmen ist, dass sie mit zwei Parteien Verträge abschließen. Bei dem zustande kommenden Arbeitsverhältnis sind somit drei, statt zwei Vertragspartner, beteiligt. (Leihfirma, Arbeitnehmer, Entleihfirma beziehungsweise Einsatzfirma). Die Leihfirma übernimmt dabei die Verantwortung für den Arbeitnehmer. Leiharbeit bringt dem Arbeitnehmer und der Entleihfirma Vor- und Nachteile.

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