Was ist eine Liquidation von Unternehmen? – Erklärung & Beispiel

Gerät ein Unternehmen in die Insolvenz, können die Mitglieder der Gläubigerversammlung über das weitere Verfahren des Unternehmens bestimmen. In diesem Zusammenhang können sie auch den Beschluss über eine Liquidation des Betriebs fassen. Im Rahmen dieser Abwicklung wird das gesamte Sachvermögen veräußert und mit dem Erlös werden so viele Gläubiger wie möglich befriedigt. Auch fällige Forderungen, die das Unternehmen gegenüber seinen Schuldnern hat, werden eingezogen.

Bleibt nach der Liquidation der Firma noch ein Vermögensteil übrig, kommt dieser den Anteilseignern zugute. Je nach dem entsprechenden Anteil wird aufgeteilt. Die Aufteilung richtet sich allerdings auch nach der Form der Gesellschaft und der Satzung, hier kann es sein, das entsprechende andere Zwecke der Verwendung bestimmt sind.

Abwicklung der Unternehmensliquidation

Üblicherweise wird die Liquidation über den Liquidator abgehandelt, der vorher auch die Führung der Geschäfte inne hatte. Sein Berufung erfolgt durch das zuständige Amtsgericht und er übernimmt auch die Vertretung der Firma gegenüber Dritten rechtlich wirksam.

Der Liquidator muss eine Eröffnungsbilanz erstellen, deren Stichtag der Tag ist, an dem die Auflösung beschlossen wurde. Am Ende der Liquidation muss eine Schlussbilanz aufgestellt werden. Sollte die komplette Liquidation länger als ein Jahr in Anspruch nehmen, sind außerdem noch Zwischenbilanzen erforderlich.

Folgende Kennzahlen sind bedeutsam für die Bewertung der Liquidation:

  • Zeitwerte der Handelsbilanz
  • Fortlaufende Buchwerte in der Steuerbilanz

Ablauf der Abwicklung

Der exakte Ablauf ist bei jedem Unternehmen unterschiedlich, abhängig von der Rechtsform:

  • Einzelunternehmen: Wirtschaftsgüter werden zügig verkauft, da geringe Menge vorhanden
  • Steuerliche Faktoren sind bei der Abwicklung von Kapitalgesellschaften wie GmbH oder AG kompliziert und in hohem Umfang vorhanden

Beispiel

Wie der genaue Ablauf sich darstellt, kann am Beispiel einer GmbH in Liquidation sehr gut anhand der Auflösungs- und Liquidationsphasen dargestellt werden.

Auflösungsphase:

  • Das letzte Stadium der Unternehmensabwicklung wird eingeläutet
  • Gesellschaftszweck ändert sich: Statt ehemaliger Tätigkeiten, geht es jetzt um die Vermögensverwertung
  • Für diese Veränderungen ist eine Dreiviertelmehrheit der Gesellschafter nötig
  • Auflösungseintragung durch notariell beglaubigte Unterschrift im Handelsregister

Liquidationsphase:

  • Zweite und bedeutendste Phase
  • Abwicklung der GmbH erfolgt endgültig
  • Ziel: Verteilung des Unternehmensvermögens an Gesellschafter
  • Laufender Betrieb wird eingestellt, Geschäfte werden beendet
  • Erfüllung aller Verpflichtungen gegenüber Dritten erfolgt
  • Eigene Forderungen müssen eingetrieben werden
  • Gegenstände des Vermögens (Häuser, Maschinen, Autos) werden verkauft
  • GmbH besteht zum Schluss nur noch aus barem Geld
  • Nach Eröffnungs- und Schlussbilanz und einem Sperrjahr, kann die Auszahlung an die Gesellschafter erfolgen

Zusammenfassung

Ist ein insolventes Unternehmen soweit, dass eine Liquidation vorgenommen werden soll, kann dies durch die Gläubigerversammlung beschlossen werden. Es erfolgt dann eine komplette Abwicklung des gesamten Unternehmens. Das Ziel dieser Abwicklung besteht darin, die vorhandenen Vermögenswerte in bares Geld zu wandeln. Dieses soll dann an die Gesellschafter ausgezahlt werden. Handelt es sich bei den entsprechenden Unternehmen um Kapitalgesellschaften, sind diverse Normen und Regeln zu beachten.

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