Viele können sich vielleicht noch dunkel daran erinnern, im Mathematikunterricht schon einmal etwas von einer Parabel gehört zu haben. Auch im Deutschunterricht werden Parabeln eingesetzt. Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit zum Mathematikunterricht. Es folgt jetzt erst einmal, was eine Parabel überhaupt ist, und welche Eigenschaften sie hat. Danach wird aufgezeigt, wie man damit umgeht und wie sie interpretiert wird.

Es gibt einige gute Beispiele für Parabeln in der Literatur:

George Orwell – „Farm der Tiere“
Bertold Brecht – „Der gute Mensch von Sezuan“
Max Frisch – „Andorra“
Menenius Agripapa – „Die Parabel vom Magen und den Gliedern“
Erich Kästner – „Das Eisenbahngleichnis“

Die Parabel und ihre Eigenschaften

Parabel kommt von dem griechischen Wort „parabole“, was Gleichnis bedeutet. Eigentlich ist es nur die epische Kurzform für den Aufbau eines Gleichnisses.
Der Sinn war eigentlich, mit einer Parabel die Gedanken zu veranschaulichen und diese mit anderen teilen zu können.

Was man über Parabeln wissen muss

Die antike Rhetorik ist der Ursprung der Parabel, denn damals schon dienten sie, zusammen mit Gleichnisse, der bildhaften Darstellung von Argumenten. Schon im Neuen Testament sind eine ganze Reihe Gleichnisse zu finden, eines davon, „Vom verlorenen Sohn“.
Eine Parabel enthält immer eine moralische Lehre, ähnlich wie bei der Fabel. Nur wird bei der Parabel diese zwischen den Zeilen versteckt. Was in der Fabel die Tiere sind, die menschliche Eigenschaften widerspiegeln, muss hier vom Leser herausgelesen und interpretiert werden.
Eine Parabel ist deshalb etwas Besonderes, weil die Autoren darauf abzielen, dass ihre Lehren die im Text versteckt sind, beim Leser auf das eigene Leben bezogen werden.
Man spricht von einem parabolischen Text, der von der Bildebene zur Gedankenebene gelangen soll.

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Die Lehre der Parabel kann auf das eigene Leben bezogen werden.
In dramatischen Texten sind oft Parabeln als Binnenerzählung zu finden. Sie dienen dazu, Argumente oder Gedanken deutlicher zu machen und sich darauf zu stützen, also eine Art Einschub in Reden.
Dabei sollte die Schilderung in der Parabel zweckgerichtet und kurz sein.
In den Parabeln ist ein antithetischer Aufbau zu finden.
Dieser ist für die Widerspiegelung des Bildes der Parabel verantwortlich, wie es aus dem Mathematikunterricht bekannt ist.

Eine Parabel interpretieren

Eine Parabel lässt sich folgendermaßen interpretieren:
Auf der einen Seite findet sich der erzählte Text, also die Bildebene. Der Leser hat dann die Aufgabe der Entdeckung, dem Tertium Comparationis.
Das bedeutet, er muss die Schnittstelle zwischen der Bildebene auf der einen Seite und der Gedankenebene auf der anderen Seite herstellen. Wenn das gelungen ist, kann der Schluss gezogen werden, was die Parabel sagen will.

Jetzt kann das Wissen getestet werden, Voraussetzung, es wurde alles verstanden.
Na dann viel Spaß!


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