Was ist eine Parteiverdrossenheit? Aufklärung

Was ist eine Parteiverdrossenheit

Der Begriff Parteienverdossenheit wird gerne als Schlagwort in den Medien genutzt. Alternativ wird auch von Parteienverdruss gesprochen. Es geht dabei in der Regel um eine allgemeine Unzufriedenheit gegenüber der Politik, doch die Wurzeln des Begriffs liegen weit zurück, sodass sich die Bedeutung im Laufe der Geschichte doch veränderte.

Die Weimarer Republik und die Parteienverdrossenheit

In den Jahren um 1918 bildeten sich die Begriffe Parteienverdrossenheit und Parteienverdruss im Bezug auf die Antilieberale und antidemokratische Einstellung, die in der Bevölkerung zu Beginn der Weimarer Republik herrschte. Der Parteienstaat als solches wurde eher negativ gesehen, denn ein Teil der Bevölkerung bevorzugte eine konstitutionelle Monarchie. Vor allem wurde kritisiert, dass ein Parteienstaat nur für Gezänk unter den Parteien stehe. So wurde der Begriff lange dafür verwendet sich gegen die Veränderungen im Staat zu stellen und der Kaiserzeit ohne große politische Diskussionen nachzutrauern.

Alter Begriff neu entdeckt

Die Begrifflichkeit der Parteienverdrossenheit wurde in den 1980er-Jahren neu entdeckt. Dies lag nicht zuletzt daran, dass zu dieser Zeit die Kritik an der Regierung und den Parteien immer lauter wurde und sich auch die Jungen immer mehr für Politik interessierte und auch bereit waren, für ihre Überzeugungen auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. So wurde der Begriff der Parteienverdrossenheit zum Synonym für Politikverdrossenheit, aber auch als Umschreibung für „politische Entfremdung“ bzw. „Krise in der Demokratie“. Aufgegriffen wurde der Begriff vor allem durch die Medien, die über das politische Klima in Deutschland berichteten und über neue politische Strömungen, die sich aus dem Verdruss gegenüber der Politik der Regierung bildeten und zum Teil lautstark ihre Unzufriedenheit mit der bisherigen Politik zum Ausdruck brachten.

Parteienverdrossenheit als Kritik an der repräsentativen Demokratie

Heute steht der Begriff Parteienverdrossenheit eher für eine allgemeine Unzufriedenheit gegen die rein repräsentative Demokratie, wie sie in Deutschland angewendet wird. Immer mehr Menschen sehen es kritisch, dass Politiker durch Abstimmungen im Bundestag die politische Richtung vorgeben. Da immer mehr Menschen Volksabstimmungen fordern und bevorzugen würden, nahm die sogenannte Parteienverdrossenheit in den letzten Jahren deutlich zu und der Begriff wird wieder gebräuchlicher.

So zeigt sich die Parteienverdrossenheit auch deutlich bei Wahlen, denn auf der einen Seite gibt es immer noch eine hohe Zahl an Nichtwählern, die anführen, dass es egal ist, welcher Abgeordnete letztlich gewählt wird und auch egal ist, welche Partei an der Macht ist, da sich in der Politik nichts ändert und Politik am Volkswillen vorbei bewegt. Auf der anderen Seite nimmt auch die Zahl an Protestwählern zu, die so ihre Parteienverdrossenheit zum Ausdruck bringen möchten.

Auch die weltweite Bewegung Fridays for Future, steht für die aktuelle Parteien- bzw. Politikverdrossenheit. Die neu entstandene Bewegung Fridays gegen Altersarmut zeigt deutlich, dass heute nicht mehr nur die Jugend unter Parteiverdrossenheit leidet, sondern auch durchaus Rentner aus der Parteiverdrossenheit heraus bereit sind zu Protesten aufzurufen.

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