Was ist eine Personalstatistik? Aufklärung

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Jeder, der bereits einmal was mit einem Unternehmen zutun gehabt hat, wird wohl oder übel schon einmal über die Thematik Personalstatistik gestolpert sein. Sie kennen sich in der Thematik dennoch nicht allzu gut aus? Kein Problem! Dieser Artikel wird Ihnen dabei behilflich sein, ein breites Wissen über die Personalstatistik aufzubauen.

Was ist Personalstatistik überhaupt?

Personalstatistiken entstehen durch die Auswertung sowie die Beobachtung von erfassbaren Tatbeständen. Sie stellen ein Instrument der Kontrolle und der Planung im Personalbereich dar und werden zahlenmäßig dargestellt.

In welchen Sachbereichen werden Statistiken erstellt?

Im Normalfall werden in folgenden Bereichen Statistiken geführt:

  • Arbeitgeber-/Arbeitnehmerbeziehungen
  • Personaldienste
  • soziale Leistungen (Krankenkassen, Pensionskassen)
  • Sicherheits- und Gesundheitswesen (z.B. Fehlzeiten)
  • Lohn- und Gehaltswesen
  • Fluktuation und Entlassung
  • Beförderung und Versetzung
  • Weiter- und Ausbildung
  • Personalwerbung, Personalauswahl, Personaleinstellung

Wer ist besonders interessiert an einer Personalstatistik?

Besonders interessiert an einer Personalstatistik sind innerhalb des Unternehmens der Betriebsrat, der Fachvorgesetzte, der Abteilungsleiter, die Unternehmensleitung sowie die Personalleitung. Außerhalb des Unternehmens sind vor allem Institute und Verbände, Kammern, Berufsgenossenschaften und die amtliche Statistik daran interessiert.

Was muss bei der Personalstatistik besonders beachtet werden?

Die Personalstatistik kann erhebliche Kosten verursachen. Zwar ist dies von der Differenziertheit und dem Umfang abhängig, allerdings muss auf ein angemessenes Verhältnis zwischen Nutzen und Kosten geachtet werden.

Die Personalstatistik im Unternehmen

Die Personalstatistik stellt im Unternehmen ein Element der Betriebsstatistik dar. Hier werden alle ausdrückbaren Beziehungen zwischen den Mitarbeitern und dem Betrieb zahlenmäßig aufgelistet. Außerdem wird die Personalstatistik in vielen großen Unternehmen als Teil des Personalinformationssystems angesehen. Sie baut auf die tief gegliederte Erfassung sowie die Analyse des Personalaufwands auf und bezieht auch die Personalinvestitionen durch das human resource account mit ein. Allerdings sind die Personalentscheidungen auch für den Erfolg und die Entwicklung von kleineren und mittleren Unternehmen sehr wichtig, weshalb auch hier immer wieder verstärkt auf Statistiken zurückgegriffen wird.

Die Personalstrukturstatistik

Die Personalstrukturstatistik gibt Auskunft darüber, an welchem Stichtag welcher Mitarbeiter im Unternehmen vertreten ist. Das Ganze wird anhand unterschiedlicher Merkmale aufgegliedert. Die Merkmale sind:

  • sozio-demografische Merkmale der Beschäftigten (Wohnort, Familienstand, Geschlecht, Alter)
  • Betriebsbereiche (Forschung und Entwicklung, Verwaltung, Versand, Fertigungsstellen)
  • Tätigkeitsbereiche (gelernte, angelernte und ungelernte Arbeitskräfte)
  • Beschäftigtengruppe (Aushilfskräfte, Auszubildende, Angestellte, Arbeiter)

Personalbewegungsstatistik

Mit der Hilfe von der Personalbewegungsstatistik werden die Zu- und Abgänge registriert. Sollte es starke Bewegungen bei dem Arbeitskräftebestand geben, wirkt sich das Ganze negativ auf das betriebliche Ergebnis aus. Dies resultiert daraus, da beträchtliche Anlernkosten anfallen, wenn neue Arbeitskräfte eingestellt werden. Außerdem ist die Unfallhäufigkeit bei neuen Arbeitern höher. Es kann vorkommen, dass Spezialkräfte nur mit Sonderzusagen oder erheblichem Werbeaufwand für sich gewonnen werden können. Es ist wichtig, den Wechsel der Mitarbeiter zu anderen Betrieben und die Gründe für die Abgänge besonders zu erfassen. Mit der Kennzahl der Fluktuation kann festgehalten werden, wie viele Abgänge zu anderen Betrieben erfolgen. Das Ganze wird dann in Beziehung gesetzt. Damit die Fluktuation beurteilt werden kann, muss auch herausgefunden werden, ob bestimmte Abteilungen und bestimmte Berufe besonders häufig gewechselt werden.

Die Arbeitszeitstatistik

Die Arbeitszeitstatistik zeigt an, wie viele Normalarbeitsstunden und wie viele Überstunden geleistet wurden. Außerdem präsentiert sie auch die Ausfallzeiten, in denen nicht gearbeitet wird. Es gibt beeinflussbare (unentschuldigtes Fehlen, Stillstands- und Wartezeiten) und nicht beeinflussbare (Krankheit, Urlaub) Ausfallzeiten. In den meisten Fällen werden die Zeiten monatsweise erfasst. Meistens werden sie nach Arbeitsbereichen und Abteilungen eingeteilt und anschließend mit dem jeweiligen Arbeitsbereich in Verbindung gesetzt. Damit Schwankungen bestmöglich ausgeglichen werden können, wird das Ergebnis des jeweiligen Monats mit dem Monat des letzten Jahres verglichen.

Die Lohn- und Gehaltsstatistik

Im Zuge dieser Statistik werden die Einstufungen der Arbeitnehmer in die jeweiligen Lohn- und Gehaltsgruppen und nach den Betriebsabteilungen differenziert ausgewiesen. Die Auswertungen ermöglichen es, einen Vergleich bezüglich des Lohnniveaus zu anderen Betrieben herzustellen. Die absoluten Beträge, welche weiter aufgegliedert werden, stellen die Grundlage für die Kostenrechnung, welche im Betrieb vorgenommen wird, dar. Es erfolgt eine Aufgliederung nach folgenden Aspekten:

  • zeitliche Gesichtspunkte (z.B. Überstundenlöhne)
  • Verrechnungsarten (z.B. Gemeinkostenlohn oder Fertigungskostenlohn)
  • Abteilungen (z.B. Verwaltung, Fertigung)
  • Lohnformen (Prämienlohn, Akkordlohn, Zeitlohn)

Die Sozialstatistik

In der Sozialstatistik werden die Informationen über die außertariflichen Leistungen von dem Unternehmen erfasst. Dies können zum Beispiel Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Sozialeinrichtungen, Altersversorgungen, Erholungsheime, Werkswohnungen, Bibliotheken oder sonstige Gratifikationen sein.

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