Was ist eine Rahmenerzählung? Aufklärung

In einer kleinen Stadt nahe der Berge wohnte Herr/Frau XY. Schon lange fragte er/sie sich, was denn eigentlich eine Rahmenerzählung sei. Um endlich eine brauchbare Antwort zu finden setzte er/sie sich an den Computer und begann zu suchen. Er/sie stieß auf diese Seite und begann den Artikel zu lesen:

Eine Rahmenerzählung ist ein Erzählstrang, der den 2. Erzählstrang, die sogenannte „Binnenerzählung“ umrahmt. Hierbei liefert die Binnenerzählung den eigentlichen Inhalt der gesamten Geschichte, während die Rahmenerzählung meistens eher eine einleitende Funktion hat.

Was in vielen Büchern gerne und häufig als stilistisches Mittel genutzt wird, können Sie in diesem Artikel auch schon im Kleinen erkennen: der erste Absatz wäre hier die Rahmenerzählung, während der 2. Absatz die Binnenerzählung ist.
Im Folgenden werden Sie weitere Informationen über die Rahmenerzählung erhalten, sowie über bekannte Beispielgeschichten erfahren.

Funktion der Rahmenerzählung

Wie bereits erwähnt hat die Rahmenerzählung eine einleitenden beziehungsweise auch ausleitende Funktion. Sie gibt Informationen über Umstände und Begebenheiten, gibt erste Einblicke auf Protagonisten und Charakteristiken. Der Leser hat die Möglichkeit sich ein Bild von den Ursachen machen, die zur Binnenhandlung führen und kann die Binnenerzählung womöglich auch nur unter Berücksichtigung der Rahmenerzählung verstehen.

Bekannte Beispiele der Rahmenerzählung

Die wohl bekannteste Rahmenerzählung ist im Märchenbuch „Tausendundeine Nacht“ zu finden. Die Hauptfigur Scheherazade erzählt dem König Geschichten, um den Zeitpunkt ihrer bevorstehenden Hinrichtung hinauszuzögern. So erzählt Scheherazade so spannend, dass sie letztendlich ihre Hinrichtung verhindern kann. Die eigentlichen Märchen sind in diesem Buch die Binnenerzählungen, das Schicksal von Scheherazade ist die Rahmenerzählung, der Auslöser für die Binnenerzählungen.

Aber nicht nur in der Literatur sind die verschiedenen Erzählstränge als sprachlich-stilistisches Mittel beliebt. Auch im Film werden Rahmenerzählung und Binnenerzählung gerne genutzt.

Ein sehr populäres Beispiel ist der 1997 erschienene Film Titanic unter der Regie von James Cameron. Der Film behandelt den Untergang der RMS Titanic im Jahre 1912. Das Liebesdrama zwischen Jack und Rose und der eigentliche Untergang nehmen in Form der Binnenerzählung den Großteil der Filmlänge ein. Die Rahmenerzählung aber spielt etwa 80 Jahre nach Untergang der Titanic und handelt von der 100-jährigen Rose, die dem Schatzsucher Brock Lovett ihre Geschichte erzählt.

Nach der Binnenerzählung, die von Rose zum Besten gegeben wird, wird der gesamte Film auch wieder von der Rahmenerzählung abgerundet. Es gibt also einen weiteren Zeitsprung zu 80 Jahren nach dem Untergang der Titanic.

Sowohl an literarischen als auch an filmischen Rahmen- und Binnenerzählungen lässt sich erkennen, dass sie oft und gerne genutzt werden und durch beispielsweise Zeitsprünge noch mehr verdeutlicht werden können.