Was ist eine Synekdoche? – Beispiele, Wirkung & Erklärung

Hierbei handelt es sich um ein Stilmittel, dass zum Oberbegriff der Tropen gehört. Dieses bedeutet, dass man ein Wort durch ein anderes ersetzt, aber der Sinn derselbe bleibt und sich nicht verändert. Dieser Begriff kann weitreichend sein, also als Oberbegriff genutzt werden oder aber das Wort direkt ersetzen, aber den Sinn beibehalten. In einigen Beispielen wird es noch einmal deutlich gemacht.

Das Wort Synekdoche kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Mitverstehen“. Es ist nicht klar erkennbar, was die Stilfigur verdeutlichen soll. Somit ist die Position der Stilfigur nicht klar positioniert.

Im folgenden Beispiel wird deutlich gemacht, dass mit dem Wort Dach der Lebensraum gemeint ist, in dem alle zusammen leben und es wird hierbei nicht ins Detail gegangen. Deswegen steht das Wort als Oberbegriff und man geht nicht weiter ins Detail, da alle Leser wissen, was gemeint ist und das visuelle Denken gefördert wird, da jeder mit dem Wort ein anderes Bild hervorruft. Es gibt viele solcher Wörter, die als Oberbegriff benutzt werden. Kopf = Mensch, Teller = Essen, Groß Britannien = England, Vereinigtes Königreich.

Beispiel:

Alle leben unter einem Dach.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass das Ganze als Teil eines Begriffes betrachtet werden kann. Im nächsten Beispiel wird deutlich, dass nicht alle gemeint sind, sondern nur die Regierung. Allerdings entstehen so sehr viele Missverständnisse, da alle „über einen Kamm geschert“ werden. Denn viele Menschen haben eine andere Meinung zu manchen Themen. Deswegen ist es nicht unbedingt ratsam, solche Begriffe zu nutzen, da es sonst zu Komplikationen kommen kann, aber es eignet sich als Beispiel, um es einmal zu verdeutlichen. Das Land wird in menschlich gemacht. Somit wird es personalisiert.

Beispiel:

Russland findet das Handeln von China förderlich.

Es gibt zwei Sonderformen der Synekdoche. Eine Form ist, dass das Wort für das Ganze stehen und die andere Form bzw. Möglichkeit liegt darin, dass das Wort nur ein Teil abdeckt.

Pars pro toto ist eine der Sonderformen. Die Übersetzung bedeutet, ein Teil für das Ganze. Somit steht das Wort für das Ganze.

Totum pro parte ist eine der Sonderformen. Die Übersetzung bedeutet, ein Das Ganze für ein Teil. Somit steht das Wort für ein Teil und nicht für das Ganze.

Die Synekdoche, Metapher und Metonymie

Diese drei sind miteinander verwandt. Sie sind sich sehr ähnlich, aber haben auch Unterschiede, die nicht immer klar ersichtlich sind. Bei der Metapher wird ein Wort durch ein anderes ersetzt, genauso wie bei der Synekdoche. Allerdings hat das Wort nicht dieselbe Bedeutung, kann also auch nicht als Ober – oder Unterbegriff oder Teil angesiedelt werden, es kann passieren, dass dann der Satz einen ganz anderen Sinn ergibt. Um das Ganze zu verdeutlichen, ein Beispiel. Das Wüstenschiff steht für das Tier (Kamel) und ist somit eine Metapher. Allerdings ist das Wort überhaupt nicht mit dem Tier verwandt, sondern hat eine ganz andere Bedeutung. Wenn man den Satz umformuliert, ist es keine Metapher mehr, denn dann gehören die Höcker zum Tier und man spricht dann von einer Synekdoche, somit kommt es immer auf den Ausdruck und den Sinn an.

Beispiel:

Das Wüstenschiff wird uns weiter bringen.

Die Höcker werden uns weiter bringen.

Das Wort wird durch ein anderes ersetzt und die Verwandtschaft wird klar. Nur sind bei der Synekdoche auch die Wörter miteinander verwandt, was bei der Metapher nicht zu trifft, somit sind Wörter nicht miteinander verwandt.

Eine weitere Stilfigur ist die Metonymie. Diese gleicht der Synekdoche. Man könnte behaupten, dass die Metonymie eine besondere Form der Synekdoche ist. Die Metonymie ist der Synekdoche am ähnlichsten. Aber auch hier gibt es Unterschiede. Meist ist der Übergang nicht klar erkennbar und wird als recht „schwammig“ bezeichnet. Bei der Metonymie wird ein Wort ersetzt, aber der Zusammenhang bleibt der Gleiche, somit bleibt der Sinn bestehen und man kann die Worte beliebig ersetzen, ohne den Sinn zu verlieren. Um das Ganze zu veranschaulichen, gibt es ein Beispiel. Das Wort Stahl ersetzt in diesem Fall das Wort Waffe. Die Waffe wird einfach nur mit der Bezeichnung ersetzt, aus dem sie besteht. Somit wird die Waffe real und wird bildlich dargestellt. Auch hier wäre es anders, wenn der Satz umformuliert werden würde. Dann stellt die Kugel, die Waffe dar und es wird von einer Synekdoche gesprochen, da die Kugel ein Teil der Waffe ist. Nun wird deutlich wie fließend die Übergänge sind. Der größte Unterschied liegt darin, dass es sich bei der Synekdoche um einen Teil des Ganzen handelt. Und die Metonymie ersetzt ein Wort, steht aber im Bezug dazu und kann nicht alleine stehen.

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Beispiel:

Dieses Stahl wird dich besiegen.

Die Kugel wird dich besiegen.

Die Unterarten der Synekdoche

Es gibt noch einige Unterarten.Die bekanntesten Unterarten sind Pars pro toto und Totum pro parte. Die Unterschiede liegen in Pars pro toto und Totum pro parte, auch hier unterteilt man noch weiter.

In einem anderen Artikel haben wir eine große Sammlung aller sprachlichen Mittel!

Verhältnis vom Teil zum Ganzen

Pars pro toto = Ein Wort für das Ganze
Totum pro parte = Das Ganze steht für ein Wort

Verhältnis zwischen Speziellem und Allgemeinem

Das Spezielle steht für das Allgemeine = Mais für Brot, Ring an der linken Hand für Verlobung

Das Allgemeine steht für das Spezielle = Raubkatze für Tiger, Menschen für Russen

Grammatisches Verhältnis

Singular steht für Plural = Der Mann ist nett. Die Männer sind nett.
Plural steht für Singular = Wo fahren wir hin?

Temporales (Zeitliches) Verhältnis

Das Frühere steht für das Spätere = Mais für Popcorn, Malz für Malzbier
Das Spätere steht für das Frühere = Wachs für Kerze

Die Synekdoche mit mehr Beispielen

Um das Ganze der Synekdoche noch weiter zu vertiefen, folgen noch einige Beispiele, allerdings ohne nähere Beschreibung. Dort wird nochmal die Stilfigur deutlich gemacht.

Beispiele:

Das Heer befreit das Volk (Heer = Soldaten, Krieger)
Wir müssen uns unter 6 Augen unterhalten (6 Augen = drei Personen)
Trink dein Glas leer (Glas = Trinken)

Einmal im Überblick: Das Wichtigste

Das Begriffsfeld ist dasselbe, es wird nur ein anderes Wort dafür benutzt. Metapher und Metonymie sind Verwandte der Synekdoche. Die Grenze zwischen Metonymie und Synekdoche sind fließend und somit ist eine Unterscheidung nur schwer möglich. Es gibt noch weitere Unterarten der Synekdoche, aber die beiden wichtigsten und häufigsten Formen sind Pars pro toto und Totum pro parte. Weitere Unterarten werden nur sehr selten benutzt. Da die anderen Form eher unbekannt sind und die Nutzung in der Literatur selten bis gar nicht verwendet wird. Aber es kommt aus der Rhetorik und wird bis heute sehr gerne angewendet. Einfach um die Unterschiede zu verdeutlichen und die Grenzen klar zu machen. Für die jüngere Generation wird es immer schwerer diese Unterschiede zu erkennen.

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