Was ist Einhäusig, Zweihäusig und Zwitterblüte in Biologie?

Uni-24.de Logo

Einhäusige und zweihäusige Pflanzen sowie Zwitterblüten beschreiben Arten der Geschlechtlichkeit oder besser gesagt der Geschlechteraufteilung. In diesem Artikel werden die verschiedenen Arten und ihre unterschiedlichen Vor- und Nachteile vorgestellt.

Die drei Arten der Geschlechtlichkeit bei Pflanzen

Genau wie bei Menschen haben auch Samenpflanzen weibliche und männliche Geschlechtsaspekte. Die weiblichen Geschlechtsaspekte nennt man Fruchtblätter, die männlichen Staubblätter.

Eine Bestäubung erfolgt folgendermaßen: Die Pollen der Staubblätter müssen zu den Narben der Fruchtblätter transportiert werden, um dort befruchtet werden zu können. Die bekannteste Form der Bestäubung ist die Fremdbestäubung.

Die bekanntesten Fremdbestäuber sind die Bienen, aber auch andere Insekten transportieren unwissentlich Pollen von einem Ort an einen anderen. Mögliche andere Bestäuber sind Wind und Wasser. Diese Formen der Bestäubung nennt man Anemophile und Hydrophilie. Auch Menschen arbeiten als Bestäuber. Denn bei einigen Obstbaumsorten braucht es menschliche Hilfe, um die Befruchtung der Pflanzen gewährleisten zu können.

Die Art der Geschlechtlichkeit bezieht sich darauf, wo Pflanzen ihre Staub- und Fruchtblätter haben. Drei Arten haben sich herausgebildet.

Getrennt lebend: Die Fruchtblätter und die Staubblätter leben auf unterschiedlichen Pflanzen. Diese Art nennt man zweihäusige Pflanzen. Um die Bestäubung gewährleisten zu können, braucht es mindestens eine männliche und eine weibliche Pflanze dieser Art.

Zusammenwohnen: Beide Geschlechtsaspekte sind auf einer Pflanze beherbergt. Dabei unterscheidet man zwischen nicht getrennter und getrennter Einhäusigkeit.

Nicht getrennte einhäusige Pflanzen nennt man Zwitterblüten. Beide Geschlechtsaspekte leben auf einer Blüte zusammen. Viele Obstbäume sind Zwitterblüten.

Getrennte einhäusige Pflanzen werden einfach nur als einhäusige Pflanzen bezeichnet. Beide Geschlechtsaspekte befinden sich auf derselben Pflanze, aber nicht am gleichen Ort. Walnuss und Haselnuss sind bekannte einhäusige Pflanzen.

Was genau sind einhäusige Pflanzen?

Einhäusigkeit wird auch Monözie genannt. Monözie bedeutet, dass die weiblichen und die männlichen Teile der Pflanze zwar auf derselben Pflanze leben, aber nicht an derselben Stelle. Fruchtblätter und Staubblätter sind getrennt voneinander.

Ein Vorteil der Einhäusigkeit gegenüber allen anderen Arten der Geschlechtlichkeit ist die Effizienz für Fremdbestäuber. Weibliche und männliche Teil der Blüte sind klar voneinander getrennt, aber trotzdem auf derselben Pflanze.

Monözie ist eine Weiterentwicklung der Zwittrigkeit. Die einhäusigen Bedecktsamer – umgangssprachlich auch Blütenpflanzen genannt – waren ursprünglich Zwitterblüten. Da aber Eigenbestäubung in den seltensten Fällen fruchtbare Ergebnisse bringt, ist es besser, männliche und weibliche Geschlechtsaspekte voneinander zu trennen. Bei Einhäusigkeit konnte dies zum Teil erfolgen, obwohl es sich noch immer um die Geschlechtsaspekte der gleichen Pflanze handelt. Die Weiterentwicklung der Einhäusigkeit ist die Zweihäusigkeit, die dieses Problem vollkommen gelöst hat. Dafür haben zweihäusige Pflanzen andere Nachteile, die weiter unten besprochen werden.

Einhäusigkeit spaltet sich in verschiedene Unterarten auf. Dazu gehören Andromonözie, Gynomonözie und Trimonözie. Bei Andromonözie besteht die Pflanze aus einer zwittrigen Blüte und zusätzlichen männlichen Staubblättern. Die zwittrige Blüte und die Staubblätter sind getrennt voneinander. Bei Gynomonözie gibt es neben der zwittrigen Blüte noch weibliche Fruchtblätter. Bei Trimonözie besitzt die Pflanze weibliche und männliche Blätter sowie eine zwittrige Blüte.

Was genau sind Zwitterblüten?

Von Zwitterblüten spricht man, wenn Staubblätter (also die männlichen Geschlechtsteile der Blüte) und Fruchtblätter (die weiblichen Teile) auf einer Blüte vereint sind. Zwittrigkeit wird auch Hermaphroditismus genannt.

Zwitterblüten haben zwar den Vorteil, auf einer Blüte beide Geschlechtsaspekte vereint zu haben, jedoch ist Eigenbefruchtung, auch Inzucht genannt, selten erfolgreich. Deshalb benötigen viele Zwitterblüten die Pollen (das sind die fruchtbaren Teile der Staubblätter) einer anderen Sorte.

Wenn ein Obstbaum im eigenen Garten kaum ertragreich ist, handelt es sich oft um eine Zwitterpflanze. Menschliche Fremdbestäubung oder ein zweiter Obstbaum der gleichen Art können das Problem lösen.

Was genau sind zweihäusige Pflanzen?

Bei zweihäusigen Pflanzen sind die weiblichen Fruchtblätter und die männlichen Staubblätter auf unterschiedlichen Pflanzen angesiedelt. Dies nennt man Diözie. Ein Vorteil dieser Aufteilung ist eine Vermeidung der sogenannten Inzuchtdepression.

Inzuchtdepression erfolgt bei Zwitterpflanzen, die sich selbst bestäuben. Bei Pflanzen hat eine Verminderung der genetischen Vielfalt genauso verheerende Folgen wie bei Tieren und Menschen. Interessant ist, dass sich in einigen Fällen die Inzucht bei Pflanzen selbst reguliert. Das nennt man Purging.

Ein Nachteil von zweihäusigen Pflanzen ist, dass nur die Hälfte aller Pflanzen Staubblätter bildet. Dadurch kommt es zu einer geringeren Bestäubungsrate.

Der Ginkobaum und die Kiwi sind die bekanntesten Vertreter dieser Art der Geschlechtlichkeit. Aber auch Palmfarnen und einige Gnetopsidas sind zweihäusige Pflanzen.

Hat dir der Beitrag gefallen?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here