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Was ist “ist” für eine Wortart? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer
Was ist "ist" für eine Wortart

Das Wort “ist” ist die dritte Person Singular Präsens (aktiv) Indikativ des Hilfsverbs “sein”. Kurzgefasst, “ist” ist ein Verb.
Als Verb hat man in den ersten Jahren in der Schule das deutschsprachige Wort “Tu-Wort” verwendet. Zumindest für die Vollverben ist das eine gute Umschreibung, denn Verben drücken eine Handlung aus.

Nun gibt es drei Arten von Verben und bei den anderen beiden Arten neben dem Vollverb muss man etwas philosophischer denken, um sie als “Tu-Wörter” zu erkennen. Dennoch passt die Umschreibung ganz gut. Verben werden in Vollverben, Modalverben und Hilfsverben unterteilt.

Vollverben

Vollverben sind eine Wortart, die selbständig ein Prädikat in einem Satz bilden können. Sie können dabei eine Tätigkeit beschreiben, einen Vorgang oder einen Zustand.

Weiterhin kann man sie nach ihrer Verbindung im Satz in transitive, intransitive und reflexive Verben unterscheiden.
Intransitive Verben benötigen nur ein Subjekt, kein Objekt im Satz. Der Satz “Ich laufe.” zum Beispiel besteht aus dem Subjekt “ich” und dem Prädikat “laufe”. Das Vollverb laufen ist intransitiv.

Transitive Verben benötigen ein Objekt, und zwar ein Akkusativobjekt. Ein Beispielsatz wäre: Ich baue ein Haus. Wen oder was baue ich? Ein Haus.

Reflexive Verben benötigen ein Reflexivpronomen wie zum Beispiel ‘sich’. Ein Beispiel wäre: Ich freue mich über deinen Besuch.

Modalverben

Modalverben drücken aus, wie oder in welchem ‘Modus’ gehandelt wird. Die deutsche Sprache unterscheidet fünf Modalverben: wollen, sollen, können, dürfen, müssen. Modalverben können nicht allein ein Prädikat bilden, sondern brauchen die Ergänzung eines Vollverbs im Infinitiv.

Hilfsverben

Um zum Beispiel die Vergangenheit oder die Zukunft, eine Realität oder eine Vorstellung ausdrücken zu können, werden Verben konjugiert. Dabei gibt es zusammengesetzte und nicht zusammengesetzte Formen. Für die zusammengesetzten Formen werden Hilfsverben gebraucht. Im Deutschen sind das die Verben ‘sein’ und ‘haben’.

Sein und haben

Beide Hilfsverben können auch als Vollverben gebraucht werden. ‘Haben’ ist dann transitiv im Sinne von etwas besitzen, zum Beispiel: Ich habe einen Apfel.
Als Hilfsverb werden Zeitformen wie das Perfekt und das Plusquamperfekt mit ‘haben’ oder ‘sein’ und einer Form des Vollverbs gebildet.
Auch ‘sein’ kann Vollverb sein. Der Satz “Ich bin.” ist genauso vollständig wie der Satz “Er/sie/ es ist.”.

Finite Verbformen nach Personen

Nicht nur verschiedene Zeiten können durch Verbformen ausgedrückt werden, auch die Personen können durch das Verb näher bestimmt werden. Es gibt drei Personen im Singular und drei im Plural: 1. ich 2. du 3.er/sie/es im Singular, 1. wir 2. ihr 3. sie im Plural.
Bei ‘ist’ handelt es sich um die dritte Person Singular des Verbs ‘sein’ im Präsens.

Modus des Verbs

Je nach Bildung des Verbs kann man auch Aussagen, die real oder irreal sind, bilden. Entweder man bildet ein Prädikat im Indikativ, die Wirklichkeitsform, oder im Konjunktiv, die Möglichkeitsform. Eine dritte Variante des Modus ist der Imperativ, die Befehlsform.
‘Ist’ ist immer eine Form des Indikativ, unabhängig vom Tempus und ob Hilfs- oder Vollverb.

Genus des Verbs

Eine Handlung, und dementsprechend ein Prädikat, kann in aktiv und passiv unterschieden werden. Entweder ich tue etwas selbst oder jemand macht etwas mit mir. Eine aktive Aussage wäre: Ich schlage. Passiv wäre dagegen: Ich werde geschlagen. Das Verb ‘sein’ ist an der Bildung der Passivform beteiligt. Es selbst kann aber nicht passiv als Vollverb genutzt werden. “Ich bin.” ist immer aktiv. Ebenso ist ‘ist’ immer aktiv.

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