Was ist Kommunismus & Sozialismus? – leichte Erklärung

Als es noch Könige und Fürsten gab und die Menschen noch weit von Nationalstaaten und Demokratie entfernt lebten, war die Schere zwischen arm und reich sehr groß. Besitz war ungerecht verteilt. Während die Könige große und luxuriöse Feste feierten, hatte das Volk kaum etwas zu essen. Irgendwann kam der Wendepunkt, an dem die Menschen erkannten, dass es so nicht weitergeht. Könige wurden abgesetzt und es entstanden Staaten und Republiken, in denen die Menschen etwas gerechter leben konnten.

Im Zuge dieser Veränderung haben sich viele intelligente Köpfe überlegt, wie man das Zusammenleben weiter verbessern könnte. Sie begannen, Pläne zu schmieden und neue Gesellschaftsformen zu entwerfen, die für alle Bürger ein gerechtes Leben ermöglichen sollten. Zwei dieser klugen Köpfe waren Karl Marx und Friedrich Engels, die im Jahre 1848 gemeinsam das Manifest des Kommunismus schrieben.
Doch was bedeutet Kommunismus überhaupt?

Gleichheit für alle Menschen

Der Kommunismus strebt ein Zusammenleben an, in dem kein Mensch über einem anderen steht. Niemand wird besser oder schlechter behandelt. Sämtliches Eigentum gehört der ganzen Gemeinschaft anstatt Einzelpersonen, sodass jeder Bürger die gleichen Voraussetzungen für ein gutes Leben hat.

Damit sich alle frei entfalten können, soll jeder seinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden und das Recht haben, sich nach Bedarf am Vorhandenen in der Kommune zu bedienen. Im Kapitalismus können Menschen Maschinen besitzen und diese für Geld verleihen und daraus Profit schlagen. Im Kommunismus gehören auch Maschinen der ganzen Gemeinde, um gemeinsam zu produzieren. Es ist also ein Miteinander, anstatt ein Gegeneinander. Denn im Kapitalismus ist es sogar möglich, durch Zinsen Geld zu erwirtschaften, ohne dafür zu arbeiten, während andere bei zwei Jobs kaum überleben können. Im Kommunismus ist so etwas undenkbar.

Fidel Castro ist eine der berühmtesten Personen, die dafür sorgten, dass Firmen aus Privathänden genommen und verstaatlicht wurden. Jedes Mitglied der Gemeinschaft sollte arbeiten und so seinen Teil zum Überleben und Zusammenleben der Kommune beitragen.

Sozialismus:Der Vorreiter des Kommunismus

Für Karl Marx bedeutete der Sozialismus der erste Schritt von der unfairen, heutigen Gesellschaft, hin zum Kommunismus. Als Vorform des Kommunismus enthält der Sozialismus zwar viele Aspekte des Kommunismus, vereint jedoch noch nicht alle. Was beide Gesellschaftsformen gemeinsam haben ist, dass es keine Produktionsmittel in Privathand gibt.

Sowohl im Sozialismus, als auch im Kommunismus gibt es die sogenannte Planwirtschaft. Das bedeutet, dass es einen vorgegebenen Plan gibt, nach dem produziert wird. Ändern sich die Bedürfnisse der Bürger, so müssen sie abwarten, bis es neue Produktionsvorgaben gibt und die benötigten Güter hergestellt werden. Das Gegenteil dazu ist die Marktwirtschaft, in der wir heute leben. In ihr wird nicht nach einem Plan produziert, sondern nach der Nachfrage der Menschen.

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Guter Grundgedanke, fehlgeschlagene Umsetzung

Der Gedanke, eine Gesellschaft zu erschaffen, in der jeder gleich ist und jedem alles gehört, klingt für viele als erstrebenswert. Und so fair der Kommunismus auch erscheinen mag, so ist es bisher doch nie geglückt, dauerhaft ein Zusammenleben nach diesem Vorbild zu erschaffen. Denn nicht jeder war gleichermaßen begeistert von dieser Idee und einige vergaßen ihre eigenen Prinzipien. So gab es immer Bürger, die mehr haben wollten, oder Politiker, die begannen, ihre Position auszunutzen und sich zu bereichern. Wer sich gegen dieses Verhalten auflehnte wurde als Gefahr des friedlichen Zusammenlebens verleumdet und hinter Gitter gesperrt, oder gar ermordet.

Ein anderes Problem war die mangelnde Motivation, sich um das Eigentum der Kommune zu kümmern, da man es nicht nur für sich tat. So kam es, dass zum Beispiel Maschinen in immer schlechterem Zustand waren und sich niemand darum kümmerte, da ja theoretisch auch jeder andere dafür verantwortlich war. So konnte man die Verantwortung immer auf die anderen abwälzen, was im Endeffekt oftmals zu einem Zusammenbruch des Kommunismus führte.

Ist Kommunismus links oder rechts?

Der Kommunismus ist ein klassischer Vertreter linker Politik. Das zeichnet sich durch die sozialen, dem Volke zugute kommenden Strukturen der Grundidee aus. Auch dass jeder Mensch gleich ist, ist ein Bestandteil linker Politik.

Die Begriffe „links“ und „rechts“ stammen übrigens aus Frankreich. Im Jahre 1789 fand dort nämlich eine Nationalversammlung statt, deren Teilnehmer ihre Sitzplätze auf der entsprechenden Seite hatten. So saßen die Menschen mit einer linken Einstellung auf der linken und die, die rechten Strömungen angehörten, auf der rechten Seite.

Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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