Was ist Kulanz? – Bedeutung & Erklärung

„Dass er den Artikel zurückgenommen hat, war sehr kulant vom Ladeninhaber!“ Sätze wie diesen haben die meisten wohl schon einmal gehört. Aber was bedeutet das Wort genau? Werfen wir einen Blick auf die Herkunft des Begriffs und schauen, was dahintersteckt.
Kulanz stammt vom französischen Wort „coulant“, was so viel bedeutet wie gefällig, entgegenkommend, aber auch „als Kaufmann keine Schwierigkeiten machend“.
Es bedeutet also, dass zwischen zwei Vertragspartnern im Geschäftsverkehr ein freiwilliges Entgegenkommen stattfindet. Dieses Entgegenkommen hat keinen rechtlichen Hintergrund und ist somit nicht verpflichtend.

Was bedeutet Kulanz im Alltag?

Wird ein Kaufvertrag abgeschlossen, so müssen beide Parteien dafür sorgen, dass sie ihre Pflichten erfüllen. Der Verkäufer hat dafür zu sorgen, dass der Käufer seine Ware in vereinbarter Qualität erhält. Der Käufer dagegen ist verpflichtet, dem Verkäufer die Ware abzunehmen und den vereinbarten Preis zu bezahlen.

Für den Fall, dass mindestens ein Vertragspartner eine außervertragliche und besondere Leistungshandlung wünscht, kann dies nur auf dem Weg der Kulanz geschehen. Keiner der beiden Partner des Kaufvertrages ist verpflichtet, Leistungen außerhalb des Vertrags zu erbringen. Somit steht es ihm frei, ob er dem Wunsch entgegenkommt, also kulant ist, oder nicht. Wie im Beispiel oben stellt auch das Zurücknehmen einer mängelfreien Ware einen Akt der Kulanz dar. Sei es aus Reue über den Kauf, die falsche Größe oder ein sonstiger Grund. Der Verkäufer ist nicht verpflichtet, die Ware zurückzunehmen. Andersherum ist der Käufer jedoch auch nicht verpflichtet, die Ware anzunehmen, wenn sie nicht die vereinbarten Merkmale, wie Qualität, Farbe und so weiter aufweist. Kulantes Verhalten ist eine freiwillige Handlung und kann nicht eingeklagt werden. Oftmals sind Verkäufer jedoch entgegenkommend. Das kann die Bindung stärken und somit wiederum positive Auswirkungen auf das Geschäft haben.

Was, wenn der Vertragspartner nicht kulant ist?

Da keine rechtliche Pflicht zur Kulanz besteht, kann man im Falle von Verweigerung rechtlich nichts machen. Nimmt zum Beispiel der Verkäufer die Ware nicht zurück, so provoziert er den Käufer damit nicht und bringt ihm im Rahmen des Vertrages keinen Schaden oder Nachteil. Verkäufer haben teilweise eine große Anfrage von Kunden, die ihre Käufe bereuen oder die Ware aus einem anderen Grund umtauschen oder zurückgeben möchten. Würden sie jeder Anfrage nachgeben, könnte das geschäftlich starke Nachteile mit sich bringen, da der Betrieb so finanzielle Einbußen hat. Aus diesem Grund sollte man auf Kulanz immer mit Dankbarkeit reagieren und sie nicht für selbstverständlich halten.

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