Was ist Süßmolkenpulver und wofür wird es verwendet?

Was ist Süßmolkenpulver und wofür wird es verwendet

Molkepulver oder Süßmolkenpulver erlebt derzeit ein Revival als gesundes Nahrungsergänzungsmittel und Wellness-Getränk. Molke sowie dessen pulverisierte Form sind ursprünglich ein Nebenprodukt der Milchwirtschaft.

Was Molke ist und wie sie entsteht

In frischem Zustand ist Molke eine gelblich klare Flüssigkeit, die sich bei der Herstellung von Milchprodukten wie Quark, Käse oder Dickmilch von der Milch trennt. Gelegentlich kann man sie als Konsument auch in fertigen Produkten wie dem Schichtkäse oder Quark noch sehen.

Im Herstellungsprozess setzt sich die Molke ab, sobald die Milch gerinnt oder fermentiert. Bei der Produktion von Milchprodukten aller Art werden ganz unterschiedliche Techniken angewandt. Manchmal werden spezielle Gerinnungsmittel, gesunde Bakterienkulturen oder Pilzarten zugesetzt. Wenn die Milch zentrifugiert wird, setzt sich ebenfalls die Molke als klare Flüssigkeit ab.

Um Molkepulver herzustellen wird die Flüssigkeit schonend eingetrocknet und dann vermahlen. Das Pulver ist wesentlich länger haltbar als frische Molke.

Der Unterschied zwischen Süßmolke und Sauermolke

Vielen Milchprodukten werden Laktose- oder Milchsäurebakterien zugesetzt, um diese geschmacklich zu verfeinern oder bekömmlicher zu machen. Diese Bakterien verleihen den Produkten einen leicht säuerlichen Geschmack.
In der Folge entstehen Sauermilch oder Süßmilch (entspricht der herkömmlichen Milch im Tetrapak oder der Flasche), Sauerrahm und Süßrahm, Sauerrahmbutter und Süßrahmbutter oder eben Sauermolke oder Süßmolke.

Süßmolkenpulver als Gesundheits-Elixier

Das getrocknete Molkepulver verwandelt sich durch die Zugabe von Wasser fast wieder in richtige Molke. Die enthaltenen Nährstoffe sind im Pulver konserviert und können dann als gesundheitsförderndes Getränk genossen werden. Zu den Vorzügen der Molken-Drinks zählen

  • Vitamine
  • Aminosäuren
  • die Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Phosphor, Natrium und Jod
  • Folsäure
  • Milchzucker

All diese wertvollen Nährstoffe werden während des Verarbeitungsprozesses der Milch entzogen. Sie wegzuwerfen wäre viel zu schade. Vermutlich kamen Menschen seit Beginn der Milchwirtschaft auf die Idee, die Molke weiter zu verwerten.

Der Molken-Boom des 19. Jahrhunderts

Der gesundheitsfördernde Aspekt der Molke war bereits dem großen Heiler Paracelsus bekannt. Mit der Industrialisierung nahm der Konsum von Milch und Milchprodukten in Europa stark zu.

Was zunächst ein Geheimnis der Bäuerinnen war, wurde salonfähig. Molke wird eine glättende Wirkung auf die Haut nachgesagt. Sie soll erste Fältchen verschwinden lassen können und einen ganz besonders zarten Teint zaubern.
Langsam entstand ein wahrer Kult rund um die Molke, der seinen Höhepunkt gegen Ende des 19. Jahrhunderts fand. Immerhin existierten zu diesem Zeitpunkt um die dreißig Molken-Kurorte alleine in der Schweiz.

Auch deutsche Kurstädte hatten den Trend längst aufgegriffen und ergänzend zu ihren Heilwässern Molkekuren angeboten. Meistens wurde sie als Getränk begleitend zu einer entschlackenden Diät getrunken. Man benutzte sie aber auch als Zusatz zu Bädern, für Masken und Einreibungen. Gelegentlich wurde die Molkekur auch als Milchkur bezeichnet.

Die Nutzung der Molke heute

Nachdem sie lange ins Abseits geraten war, ist die Molke heute wieder ein beliebtes und sehr einfaches Schönheitsmittel. Die leicht abführende Wirkung kann die Verdauung wohltuend unterstützen. Der Nutzen der Milchsäurebakterien geriet die letzten Jahrzehnte wieder enorm in den Fokus der Öffentlichkeit. Seit bekannt wurde, wie wichtig diese Bakterien für den Darm und die gesamte menschliche Gesundheit sind, wird auch die Molke wieder gerne getrunken. In der Sauermolke ist der Anteil der Milchsäurebakterien größer und wer speziell darauf wert legt, sollte vorzugsweise zu frischer Molke statt zu Pulver greifen.

Neben dem gesundheitsfördernden Aspekt für die Menschen ist Molkenpulver ein wichtiger Zusatz zu vielen Futtermitteln. Sie wird in der traditionellen Schweinemast eingesetzt und Kälbern als Milchersatz gefüttert. Die Lebensmittelindustrie bedient sich ebenfalls oft und gerne des Pulvers. Es wird zum Säuern mancher Speisen, als Füllmittel oder günstiger Proteinlieferant genutzt.

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