Was machen Wespen im Winter? Aufklärung der Überwinterung

Was machen Wespen im Winter

Echte Wespen gehören zu den Faltenwespen. Weltweit gibt es 61 verschiedene Arten. Elf dieser Arten sind in Mitteleuropa beheimatet. Hierzu gehören vor allem die Deutsche Wespe, die Gemeine Wespe und die Hornisse. Sie ernähren sich vornehmlich von Pollen, Nektar, Steinfrüchten sowie anderen Insekten und tierischen Stoffen. Wespen leben in Staaten. Sie bauen Nester, die eine papierartige Struktur aufweisen. In ihrem Staat herrscht eine Arbeitsteilung. Manche Wespen sind nur für den Nestbau verantwortlich, andere füttern die Larven oder versorgen die Königin.

Wespen erleben wir vor allem im Sommer. Die nützlichen Tierchen haben eine wichtige Bedeutung für unsere Natur und unser Ökosystem. Trotzdem nimmt der Mensch sie eher als Störenfriede war. Geht es dem Winter zu, wagen sich die Tiere immer mehr in den Bereich des Menschen, weil sie auf Nahrungssuche sind. Die natürlichen Nahrungsquellen neigen sich dann dem Ende zu. Wird es dann kälter, müssen die Wespen einen Ort finden, an dem sie überwintern.

Die Nestflucht

Auch Wespen bilden gleichermaßen wie Bienen sogenannte Staaten. Im Winter hingegen wird dieser Staat aufgelöst. Die jungen Wespenköniginnen verlassen im Winter das Nest und machen sich auf die Suche nach einem neuen Quartier, in dem sie überwintern können. Die anderen Stammesmitglieder und auch die alte Königin sterben im Winter. Dies gilt für alle Wespenarten, die in Deutschland existieren. Die Überwinterung der Jungköniginnen wird gut vorbereitet. Sie folgen dabei einem genauen Ablaufplan. Der Wespenstaat beginnt sich langsam aufzulösen. Dies nimmt einige Zeit in Anspruch. Meist beginnt dieser Vorgang schon im August. Die letztendliche Auflösung geschieht meist in den ersten Oktoberwochen.

Grundsätzlich spielen hierbei vor allem die Temperaturen eine große Rolle. Die Außentemperatur hat Einfluss auf den Paarungszeitpunkt der Jungköniginnen. Daher kann es zu regionalen Unterschieden hinsichtlich der Nestauflösung kommen. Besonders in südlicheren Gefilden oder auch Weinbaugebieten verschiebt sich die Auflösung schon mal um mehrere Wochen. Die meisten von ihnen verlassen bereits Ende August das Nest. Ausnahmen hiervon bilden die Arten der Deutschen Wespe, der Gemeinen Wespe, der Hornisse und der Asiatischen Hornisse. Bei diesen Arten startet die Nestflucht ab Mitte September.

Auszug der Jungkönigin

Zieht die Jungkönigin aus dem Nest aus, dann folgen ihr die Drohnen. Hierbei handelt es sich um die männlichen Wespen. Der Staat besteht dann nur noch aus Arbeitern und der alten Königin. Die Arbeiterinnen kümmern sich um die jungen Arbeiter. Die alte Königin wird aber nicht mehr weiter versorgt. Dies hat zur Folge, dass auch sie bald das Nest verlässt und nach kurzer Zeit verstirbt. Generell beträgt die Lebensdauer einer Königin etwa ein Jahr. Durch die Nestflucht der alten Königin können auch keine weiteren Nachfahren produziert werden. Somit stirbt die gesamte Kolonie in der nachfolgenden Zeit aus. Sie können noch solange überleben, wie Larven existieren und Nahrung verfügbar ist. In den Nestern selbst versterben aber die wenigsten Wespen. Die meisten sterben auf dem Weg der Nahrungssuche.

Vorbereitung und Durchführung der Überwinterung

Die Drohnen sind für die Befruchtung der Jungköniginnen verantwortlich. Sobald diese vollzogen ist, sterben auch die Drohnen. Sobald die Befruchtung erfolgt ist, suchen sich die Jungköniginnen einen neuen Unterschlupf. Hierfür kommen verschiedene Verstecke infrage, wie zum Beispiel Holzstapel, Rinden oder auch Erdbehausungen. Wichtig ist hierbei, dass in dem neuen Quartier ein stabiles Mikroklima herrscht. Im Bereich von Bebauungen wählen die Tiere auch gerne den Dachboden oder die Rolllädenkästen.

Bricht nun die kalte Jahreszeit an, dann verfallen die Jungköniginnen in eine Winterstarre. In dieser Starre liegen sie bäuchlings auf dem Boden und klappen sowohl ihre Fühler als auch ihre Beine und Flügel ein, so dass sie eng am Körper liegen. Diese Position schützt sie vor dem Erfriertod. Der Körper der Wespe schüttet gleichzeitig Glyzerol aus. Dies wirkt wie eine Art „Frostschutzmittel“ und schützt die Tiere zusätzlich vor den kalten Minusgraden.

Der neue Wespenstaat entsteht

Wenn der Frühling einzieht erwachen die Jungköniginnen langsam aus ihrer Winterstarre. Meist ist dies im Monat Mai der Fall. Dann machen sie sich auf den Weg, einen neuen Staat zu gründen. Hierfür suchen sie sich einen neuen Platz, um ihr Nest aufzubauen. Die Quote der überlebenden Jungköniginnen ist allerdings sehr gering. Von 10.000 Wespen schaffen es lediglich 8 – 10 Tiere, zu überleben. Die anderen versterben aus verschiedensten Gründen. Viele werden gefressen, oder sie erleiden einen Bakterien- oder Pilzbefall.

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