Was sind Bilanzierungsgrundsätze? – Erklärung & Beispiel

Bilanzierungsgrundsätze sind Richtlinien, die bei der Erstellung von Jahresabschlüssen eingehalten werden müssen. Es gibt insgesamt vier Grundsätze im Bezug auf die Bilanzierung. Der erste ist der Grundsatz der Wahrheit, der zweite der Grundsatz der Klarheit, der dritte der Grundsatz der Vorsicht und der letzte der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit.

Bilanzierungsgrundsätze sind Regeln aber auch Pflichten die bei der Erstellung von Jahresabschlüssen sowie Bilanzen von Kaufleuten und Unternehmern eingehalten werden müssen aber nicht gesetzlicht definiert sind.

Der Grundsatz der Wahrheit

Alle Geschäftsvorfälle müssen gebucht werden. Die Buchhaltung muss also in der Lage sein einen tatsächlichen Überblick über die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens binnen kurzer Zeit vorweisen können.

Der Grundsatz der Klarheit

Dieser Grundsatz besagt, dass ein Dritter (Sachverständiger) binnen kürzester Zeit in der Lage sein muss die wirtschaftliche Situation des Unternehmens einzuschätzen.

Der Grundsatz der Vorsicht

Die wirtschaftliche Situation sollte eher pessimistische als optimistisch gesehen werden.

Der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit

Betriebliche Aufwendungen müssen in einer vernünftigen Relation stehen.

Bilanzierungsgrundsätze: Feste Vorschriften für Kaufleute

Eine moderne Marktwirtschaft kommt nicht ohne eine gesetzliche Regelung aus. Wobei diese Regelungen eher eine Rahmenbedingung darstellen. So müssen sich in Deutschland zum Beispiel alle Kaufleute und Unternehmen an diese Bilanzierungsgrundsätze halten. Die Bilanzen müssen so ein tatsächliches Bild der aktuellen wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens aufzeigen ohne dabei für Verzerrung zu sorgen. Auch die pessimistische Darstellung eines Unternehmens ins verpflichtend.

Die Praxis zeigt jedoch zunehmen, dass dem nicht immer so ist. Besonders Aktiengesellschaften sind enorm daran interessiert die wirtschaftliche Situation äußerst positiv nach außen hin darzustellen. Da Bilanzvorschriften, insbesondere für Aktiengesellschaften, sehr komplex sind, gibt es einen großen Spielraum diese zu interpretieren. Es wird hierbei nicht einmal gegen die Bilanzierungsgrundsätze verstoßen. Liegt jedoch eine klarer Verstoß vor, so ist laut Strafgesetzbuch die Rede von Untreue, Betrug oder aber auch Insolvenzverschleppung. Diese werden auch dementsprechend geahndet.

Bilanzierungsgrundsätze und Bewertungsgrundsätze

  • Grundsatz der Bewertungsstetigkeit
  • Grundsatz der Vorsicht
  • Grundsatz der Periodenabgrenzung
  • Grundsatz der Bilanzidentität
    Grundsatz der Stichtagsbezogenheit
  • Grundsatz der Unternehmensfortführung
  • Grundsatz der Einzelbewertung

Zusammenfassung:

  • Bilanzierungsgesetze regeln, wie eine Bilanz ordnungsgemäß aufgestellt zu sein hat
  • Es gibt kein Gesetz aber einige sind im HGB festgehalten
  • Es existieren noch die sogenannten Bewertungsgrundsätze

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