Was sind die Erzählschritte in einer Inhaltsangabe?

Was sind die Erzählschritte in einer Inhaltsangabe

Die wichtigsten Punkte

Eine Inhaltsangabe zu erstellen ist eine der häufigsten Übungen im Deutsch- und Fremdsprachenunterricht. Durch den Aufsatz soll der Schüler oder Student zeigen, dass er einen Text, einen Film oder ein Theaterstück verstanden hat und die wichtigsten Fakten und Handlungsstränge in eigenen Worten wiedergeben. Die Sprache dafür sollte neutral gewählt werden, denn der Autor soll keine persönlichen Eindrücke und keine Meinung äußern.

Eine Inhaltsangabe ist auch keine Interpretation oder Erörterung. Sprachliche Mittel oder andere Stilmittel werden in der Inhaltsangabe nur dann benannt, wenn das Teil der Aufgabe ist. Diese zusätzlichen Informationen kommen erst im Schlussteil zur Sprache. Die Handlung wird stets im Präsens zusammengefasst, egal in welcher Zeitform der Originaltext verfasst ist.

Am Ende sollte die Inhaltsangabe die Handlung für jemanden verständlich machen, der das Buch selbst nicht gelesen hat. Die Inhaltsangabe ist immer kürzer als der Originaltext. Ist kein Rahmen vorgegeben, sollte der Autor versuchen, sich so kurz wie möglich zu halten ohne wesentliche Punkte des Inhalts wegzulassen. Details sollten nur dann genannt werden, wenn sie die Handlung wesentlich beeinflussen.

Das Vorgehen bei der Inhaltsangabe

Damit die Inhaltsangabe übersichtlich bleibt, ist es ratsam, schematisch vorzugehen. Ist der Aufsatz Teil einer Schul- oder Studienarbeit ist meist ein bestimmtes Schema vorgegeben, das eingehalten werden muss. Das erleichtert dem Leser das schnelle Erfassen des gesamten Werkes und der Handlung.

Die Einleitung

In der Einleitung sollte die Eckpunkte zum beschriebenen Werk genannt werden. Diese Eckpunkte sind Titel, Autor, Art des Werkes und zentrale Informationen zur Handlung. Der Leser erfährt, wo und wann die Handlung stattfindet und wovon das Werk im Wesentlichen handelt. Da dafür nur wenige Sätze zur Verfügung stehen, ist dieser Teil der Inhaltsangabe nicht leicht. Wichtig ist es, in der Einleitung nicht abzuschweifen und sich auf wenige Sätze zu beschränken. Kürzere Werke werden mit nur einem Einleitungssatz zusammengefasst. Wem das schwerfällt, der sollte die Einleitung erst nach Beendigung des Hauptteils schreiben. Dann ist es oft leichter, die Handlung auf wenige Sätze zusammenzukürzen.

Der Hauptteil

Im Hauptteil wird die Handlung des Buches chronologisch und verkürzt wiedergegeben. Vor dem Schreiben sollten Stichpunkte angefertigt werden, in denen die Eckpunkte notiert werden. Das hilft dabei, wichtige von unwichtigen Details zu unterscheiden. Sinnvoll ist es, nach Kapiteln oder Abschnitten vorzugehen, die dann inhaltlich abgearbeitet werden. Dabei werden die Personen, Orte, der Zeitraum und die Geschehnisse nacherzählt. Alles, was nicht direkt zur Handlung beiträgt, wird weggelassen.

Im Text wird keine direkte Rede benutzt. Gibt es wichtige Zitate im Text, werden sie vom Autor in die indirekte Rede umgewandelt: Lautet der Originaltext also: Er sagte zu seiner Braut: “Ab nun bin ich dein Herr.“ könnte in der Inhaltsangabe stehen: Er sagte zu seiner Braut, ab nun sei er ihr Herr. Das Beschreiben einzelner Dialogteile sollte aber die Ausnahme sein. Nur sehr wichtige Aussprachen sollten überhaupt in der Inhaltsangabe benannt werden.

Der Hauptteil sollte die Handlung beschreiben, dabei aber so kurz wie möglich sein. Nach dem Schreiben sollte der Autor den Hauptteil noch einmal so durchlesen, als kenne er das Werk nicht. Dann sollte er sich selbst fragen, ob alle Fakten genannt sind und die Handlung verständlich und komplett wiedergegeben wurden. Eine Hilfestellung sind dabei die sogenannten W-Fragen, die abgearbeitet werden können: Wo, wann, wer, was, wie und warum?

Der Schlussteil

Wie der Schlussteil der Inhaltsangabe gestaltet ist, hängt von der Fragestellung ab. Eine reine Inhaltsangabe benötigt keinen Schlussteil. Es kann aber sinnvoll sein, im Schlussteil auf Besonderheiten des Textes einzugehen oder ihn im Gesamtwerk des Autors einzuordnen. Der Schlussteil sollte aber nicht mit einer Interpretation verwechselt werden, denn dafür ist hier in der Regel kein Raum. Letzten Endes ist die Gestaltung des Schlussteils jedem selbst überlassen, wenn es keine Vorgaben gibt. Ist kein Schlussteil gefordert, ist es oft ratsam, diesen Abschnitt nicht übermäßig auszuführen. Bei offenen Fragestellungen kann der Schlussteil einen interessanten Ausblick auf das Werk bieten und den Leser dazu anregen, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen.

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