Was sind ideelle & materielle Werte? Aufklärung

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Wie viel etwas Wert ist, hängt nicht unbedingt vom materiellen Wert einer Sache ab. Vielmehr muss zwischen dem ideellen und dem materiellen Wert unterschieden werden. Schon in der griechischen Antike wurde durch den Schriftsteller Plutarch der ideelle Wert beschrieben. Auch wurde einst der Warenwert nach dem ideellen Wert ermittelt. In unserer modernen Zeit tun wir uns jedoch häufig schwer, wenn es um ideelle Werte geht und können wesentlich mehr mit dem materiellen Wert anfangen. Dennoch ist es wichtig, auch ideelle Werte zu schätzen, denn auch heute können diese eine wichtige Rolle spielen.

Ideelle Werte im Laufe der Geschichte

Schon in der Antike wurden ideelle Werte wie „Ruhm und Ehre“ als solche benannt. Diese hoben sich von Dingen mit Gebrauchswert oder Tauschwert ab. Bis heute gibt es diese deutliche Unterscheidung zwischen ideellen und materiellen Werten. Im Bereich des Handels spielte jedoch auch der ideelle Wert eine Rolle. Waren, die von den Kunden besonders wertgeschätzt wurden, konnten wesentlich teurer verkauft oder getauscht werden. Oft handelte es sich um Waren mit Seltenheitswert.

Von Region zu Region unterschied sich daher oft der Wert von bestimmten Waren. Der materielle Wert eine Ware konnte also relativ gering sein, wenn diese in einer Region selten war, konnten Händler durchaus hohe Preise oder einen hohen Tauschwert ausrufen. Bis ins Mittelalter hinein war dies gängige Praxis, sodass vor allem auch Produkte aus fernen Regionen sehr gewinnbringend angeboten werden konnten. Bemerkenswert ist, dass auch zu dieser Zeit bereits zwischen gegenwärtiger und zukünftiger Nachfrage unterschieden wurde.

Da viele Waren aus fernen Ländern verschifft wurden, war es für Händler durchaus wichtig, die zukünftige Nachfrage zu berücksichtigen. Ein schönes Beispiel sind hier Gewürze. Der Handel mit Gewürzen war für die Händler sehr gewinnbringend, auch wenn sich nur wenige Menschen Gewürze aus fernen Ländern leisten konnten. Doch Händler konnten sehr hohe Preise für Gewürze aufrufen, da der Adel bereit war, hohe Summen zu bezahlen, denn sie waren eine Art Statussymbol.

Wertermittlung – ideeller Wert trifft auf materiellen Wert

Heute spielt der materielle Wert eine weit wichtigere Rolle als einst und dennoch kann auch der ideelle Wert den Preis einer Sache steigern. Problematisch wird es immer dann, wenn Personen eine emotionale Bindung zu einem Gegenstand haben und diesen veräußern möchten oder müssen. Häufig sind die Preisvorstellungen aufgrund des ideellen Wertes sehr hoch und liegen weit entfernt vom materiellen Wert.

Auf der anderen Seite wird heute auch oft der ideelle Wert als synonym für Sammlerwert verwendet. Hier geht es vor allem um Waren, die Seltenheitswert besitzen. Je seltener eine Sache ist, umso höher kann der Preis angesetzt werden. Zudem wird bei der Preisermittlung auch der Erhaltungszustand zu berücksichtigen.

Bei Neuware geht es in der Regel um den materiellen Wert, der als Grundlage für die Preisermittlung dient. Doch auch bei Neuwaren kommt es auf die Nachfrage an. Wer ein einzigartiges Produkte auf den Markt bringt oder dank Marketing die Begierde der Verbraucher wecken kann, kann auch heute noch Preise erzielen, die weit über dem eigentlichen materiellen Wert liegen.

Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen materiellem und ideellen Wert bei Verlust oder Beschädigung einer Sache. Versicherungen ersetzen nicht den ideellen Wert, sondern den tatsächlichen Wert einer Sache. Der ideelle Wert oder Liebhaber Wert liegt häufig weit über dem materiellen Wert, dennoch ist der ideelle Wert im Geschäftsleben meist wenig Bedeutung beizumessen.

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