Was sind Personalpronomen? – Erklärung, Beispiele, Merkmale

Ein Personalpronomen bildet einen Stellvertreter für eine Person, einen Gegenstand, einen Zustand oder einen bestimmten Sachverhalt. Man unterscheidet diese zwischen 1., 2. und 3. Person als Ein- oder Mehrzahl (Singular oder Plural).

Darstellung Singular: ich, du, er, sie, es

Darstellung Plural: wir, ihr, sie

Das Personalpronomen kann im Satz eine anaphorisch (rückweisende) oder eine kataphorische (nachfolgende Information) Funktion einnehmen. Da die 1. und 2. Person immer die Sprecher- oder Hörerrolle bestimmen, haben Personalpronomen in diesen Fällen immer eine hinweisende, auf Beispielen basierende Funktion (deiktisch).

Sprecher (1. Person) – ich; wir

Zuhörer, angesprochene Person (2. Person) – du; ihr

Besprochenes (3. Person) – er, sie, es; sie

Beispiele:

Als Stellvertreter für Person

Der Junge geht zur Schule.
Er geht zur Schule.

Als Stellvertreter für einen Gegenstand

Die Früchte liegen im Korb.
Sie liegen im Korb.

Als Stellvertreter für einen Zustand oder Sachverhalt

Sie war noch da, und er freute sich darüber.

Die Deklination der Personalpronomen

Singular 1. Person: ich (Nominativ), meiner (Genitiv), mir (Dativ), mich (Akkusativ)
Singular 2. Person: du (Nominativ), deiner (Genitiv), dir (Dativ), dich (Akkusativ)
Singular 3. Person: er/sie/es (Nominativ), seiner/ihrer (Genitiv), ihm/ihr (Dativ), ihn/sie/es (Akkusativ)

Plural 1. Person: wir (Nominativ), unser (Genitiv), uns (Dativ), uns (Akkusativ)
Plural 2. Person: ihr (Nominativ), euer (Genitiv), euch (Dativ), euch (Akkusativ)
Plural 3. Person: sie (Nominativ), ihrer (Genitiv), ihnen (Dativ), sie (Akkusativ)

Sonderfälle und Besonderheiten bei der Benutzung von Personalpronomen

Die Personalpronomen „du“ und „ihr“ werden vor allem für die Kommunikation von Person zu Person zu Zwecken der Anrede benutzt (Familie, Verwandte, Freunde) und für die Beziehung von Erwachsenen und Kindern.
Das Personalpronomen „sie“ wiederum wird als höfliche Anrede gegenüber Fremden benutzt. Hierbei kann es für eine oder mehrere Personen verwendet werden, muss aber in Höflichkeitsform mit einem großen Buchstaben geschrieben werden.
„Wir“ ist in der Regel ein Anredepronomen für den Plural, kann aber auch nur einer Person gegenüber in der Ansprache benutzt werden. Dies bringt ein besonders fürsorgliches Abhängigkeitsverhältnis zum Ausdruck.

Als Beispiel:
Arzt zu Patient: Jetzt machen wir erst einmal den Mund weit auf.
Mutter zu Kind: Wollen wir dem Onkel nicht hallo sagen?

Das Personalpronomen „es“ wird für nicht näher bestimmbare Zusammenhänge benutzt, oder für einen Zustand, der sich nicht näher beschreiben lässt.

Ich habe es satt.
Es schneit.
Ich kann es nicht mehr ertragen.

Wenn der Genitiv von Personalpronomen in Verbindung mit dem Wort „wegen“ gebildet, wird das „r“ mit einem „t“ ausgetauscht.

Im Beispiel:

meinerwegen – meinetwegen
ihrerwegen – ihretwegen
seinerwegen – seinetwegen
euerwegen – euretwegen

Hinweis:

Der Genitiv von „unser“ und „euer“ ist nicht übereinstimmend mit den besitzanzeigenden Fürwörtern „unserer“ und „euerer“! Im Beispiel erklärt heißt das:

Wir waren unser drei (und nicht: unserer drei).
Wir werden euer immer andenken (und nicht: eurer immer andenken).

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