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Was sind zusammengesetzte Nomen? – Beispiele, Tipps

Was sind zusammengesetzte Nomen

Nomen: Allgemein sind Nomen, auch Substantiv oder Namenwort genannt, eine Wortart der deutschen Sprache, bei der es um die Bezeichnung von Dingen, Sachverhalten oder Lebewesen geht. Nomen werden am Wortanfang immer großgeschrieben und besitzen jeweils einen Artikel.

Kurze Definition der wichtigsten Begriffe

Nomen: Allgemein sind Nomen, auch Substantiv oder Namenwort genannt, eine Wortart der deutschen Sprache, bei der es um die Bezeichnung von Dingen, Sachverhalten oder Lebewesen geht. Nomen werden am Wortanfang immer großgeschrieben und besitzen jeweils einen Artikel.

Tipp: Um herauszufinden, ob es sich um ein Nomen handelt, wenn man sich unsicher ist, ist sich die Frage zu stellen „Kann ich den Gegenstand dieses Wortes in der Realität anfassen/sehen/riechen/hören und/oder schmecken?“ Wird diese Frage mit einem „Ja“ beantwortet, handelt es sich um ein Namenwort.

Beispiele:

der Hund, der Ball, das Haus (-> diese Wörter kann man in der Realität sehen, anfassen und ggf. riechen und hören)

bestimmter Artikel: Der bestimmte Artikel bzw. Begleiter wird immer in Verbindung mit einem Nomen verwendet und bestimmt dieses hinsichtlich seines Genus und Numerus genauer. Im Deutschen gibt es drei Geschlechter im Singular: männlich (der), weiblich (die) und sachlich (das). Im Plural gibt es nur einem Begleiter, nämlich „die“, unabhängig davon, welchen Begleiter das Wort im Singular hat.

Beispiele:

  • das Kind – die Kinder
  • der Hund – die Hunde
  • die Frau – die Frauen

Verben: Verben werden auch Tunwörter genannt, da sie einen Zustand, eine Tätigkeit oder einen Vorgang ausdrücken, d. h. sie verraten uns, was jemand tut oder was geschieht. Verben gehören durch ihre Konjugation zu den flektierbaren Verben was bedeutet, dass sie veränderbar sind und je nach Personalpronomen eine andere Endung haben. Außerdem werden Wörter dieser Wortart immer kleingeschrieben.

Tipp: Man kann Verben ganz leicht erkennen, indem man sich die Frage stellt „Was tut xy?“

Beispiele:

spielen: Der Junge spielt Fußball. „Was tut der Junge?“ – „Fußball spielen
singen: Das Mädchen singt ein Lied. „Was tut das Mädchen?“ – „Ein Lied singen
tanzen: Der Junge und das Mädchen tanzen zusammen. „Was tun der Junge und das Mädchen?“ – „Zusammen tanzen

Adjektive: Adjektive, auch Wiewort oder Eigenschaftswort genannt, beschreiben Zustände, Geschehnisse, Sachverhalte sowie Merkmale, Eigenschaften oder Besonderheiten von Lebewesen oder Gegenständen genauer. Sie werden, genauso wie Verben, immer kleingeschrieben.

groß: Das Haus ist groß. „Wie ist das Haus?“ – „groß
leise: Die Musik, die gerade abgespielt wird, ist leise. „Wie ist die Musik?“ – „leise
schnell: Der Hase hoppelt schnell über das Feld. „Wie hoppelt der Hase?“ – „schnell

Zusammengesetzte Nomen und deren Bildung

Zusammengesetzte Nomen, in der Fachsprache Kompositum genannt, bestehen aus mindestens zwei Wörtern, bei welchem das erste Wort das Zweite (Grundwort) beschreibt. Dabei gibt es insgesamt vier verschiedene Bildungsweisen, welche im Nachfolgendem näher erklärt werden:

1. Nomen + Nomen

Zusammengesetzte Nomen, bei denen beide oder mehrere Wörter Substantive sind, werden einfach aneinandergereiht, wie unten in den Beispielen aufgezeigt:

  • der Bus + der Bahnhof = der Busbahnhof
  • der Hund + das Futter = das Hundefutter
  • das Baby + die Katze = die Babykatze
  • der Fuß + der Ball + das Stadion = das Fußballstadion
  • der Sommer + der Schluss + der Verkauf = der Sommerschlussverkauf

Merke: Der Artikel des Kompositum richtet sich, wie man an den Beispielen erkennen kann, immer nach dem Artikel des letzten Wortes.

2. Verb + Nomen

Bei der Zusammensetzung von einem Verb und einem Nomen wird der Verbstamm benutzt. Den Verbstamm erkennt man, in dem man beim Infinitiv (Grundform) des Verbes die Endung -en bzw. -n entfernt.

  • trinken + das Glas = das Trinkglas (Verbstamm von trinken: trink)
  • schreiben + die Unterlage = die Schreibunterlage (Verbstamm von schreiben: schreib)
  • rennen + die Strecke = die Rennstrecke (Verbstamm von rennen: renn)

3. Adjektiv + Nomen

Das Adjektiv bei dem Kompositum steht vor dem Nomen und dient dazu, ihm eine genauere Beschreibung zu geben.

  • hoch + das Haus = das Hochhaus (genauere Beschreibung: das Haus, welches hoch ist)
  • kühl + die Truhe = die Kühltruhe (genauere Beschreibung: die Truhe, die kühl ist)
  • bunt + der Stift = der Buntstift (genauere Beschreibung: der Stift, der bunt ist)

4. Präposition + Nomen

Eine Präposition ist ein Verhältniswort, welches ein räumliches oder zeitliches Verhältnis zwischen Wörtern, die zueinander in Beziehung gesetzt werden, angibt (z. B. vor, aus, bei, mit, neben, an, auf).

vor + der Ort = der Vorort (Verhältnis: der Ort vor einem Ort)
hinter + der Hof = der Hinterhof (Verhältnis: der Hof hinter einem Hof)

Fugenzeichen

Normalerweise muss man bei den zusammengesetzten Nomen nicht viel beachten, außer die Bildung nach dem Schema wie oben beschrieben. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, bei denen man ein sogenanntes Fugenzeichen (-e, -s, -es, -n, -en, -er) einsetzen muss. Leider hat man hierbei keine richtigen Regeln, an denen man sich orientieren kann, aber am häufigsten wird das Fugenelement „-s“ benutzt.

Das Fugenzeichen mit -s/-es wird meist bei Nomen mit den Endungen -tum, -ling-, -ion, -tät, -heit, -keit, -schaft, -sicht, -ung verwendet.

  • die Dokumentation + das Zentrum = das Dokumentationszentrum
  • die Aussicht + der Punkt = der Aussichtspunkt
  • die Identität + der Nachweis = der Identitätsnachweis

Das Fugenelement mit -n/-en entspricht der Pluralform des ersten Wortes.

die Straße + die Bahn = die Straßenbahn
der Student + der Ausweis = der Studentenausweis

Die Kompositionsfuge mit -er wird verwendet, wenn der Plural des ersten Wortes auf -er endet.

das Bild + die Geschichte = die Bildergeschichte
das Kind + der Garten = der Kindergarten

Das Fugenzeichen mit -e wird hauptsächlich bei der Kombination von Verb und Nomen gebraucht.

lesen + die Lampe = die Leselampe

Um sich mit den verschiedenen Fugenzeichen besser anzufreunden, bietet es sich an, im Internet nach weiteren Übungen zu suchen, um diese zu vertiefen.

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