Welche Lohnarten gibt es? Aufklärung & Beispiele

Welche Lohnarten gibt es

Die verschiedenen Lohnarten

Lohn ist nicht gleich Lohn. Obwohl viele Personen ihr Gehalt als Lohn bezeichnen, existieren mehrere Arten an Gehalts- und Lohnabrechnungen. Wichtig für die Bezeichnung sind vor allem abrechnungsrelevante Eigenschaften wie etwa Sozialversicherungs-, Steuer- sowie Auswertungsmerkmale. Die Zuordnung einer Lohnart bestimmt letztendlich, wie die Zahlungen an den Angestellten abgerechnet werden. Zugleich regeln die Beträge die Abführung der Zahlungen.

Wesentliche Arten der Lohnverrechnung

Grundsätzlich werden bei der Lohnabrechnung Bruttolohnarten und Nettolohnarten unterschieden. Der grobe Unterschied beider Arten liegt vor allem bei den steuer- und sozialversicherungspflichtigen Abzügen.

Unter die Kategorie der Bruttolohnarten fällt der Bruttobezug. Dies sind alle Lohnarten, welche steuer- und sozialversicherungspflichtig sind. Bruttobezüge bezeichnen hierbei Lohnarten, welche letztendlich den Bruttolohn bilden. Unter anderem gehören hier das Gehalt, der Stundenlohn, unterschiedliche Zuschläge sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld dazu. Zusätzlich zählt zur Kategorie der Bruttolohnarten auch der Bruttoabzug. Der Bruttoabzug zeigt jene Lohnarten auf, welche wiederum vom Bruttolohn abgezogen werden. Dies sind beispielsweise Kürzungen wie ein Gehaltsverzicht. Steuer- und sozialversicherungspflichtig gekennzeichnete Abzüge verringern gleichzeitig die Steuer- und Sozialversicherungsabgaben.

Die Nettolohnarten lassen sich ebenfalls in Nettobezug und Nettoabzug gliedern. Zum Nettobezug gehören jene Lohnarten, welche weder sozialversicherungs- noch steuerpflichtig sind. Die Nettobezüge werden dabei mit dem Nettolohn addiert. Dies sind zum Beispiel die Fahrtkostenerstattung, welche bei einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit wie etwa einer Berufsreise anfallen. Auch der Verpflegungsaufwand bei Auswärtstätigkeiten fällt darunter. Der Nettoabzug beschreibt dagegen Lohnarten, welche vom Nettolohn abgezogen werden. Die Nettoabzüge sind wesentlich für Berechnung der Steuer- und Sozialversicherungsbeträge. Sie dienen dabei nicht als Berechnungsgrundlage für die Berechnung der Sozialversicherung und Steuern. Zu den Abzügen gehört unter anderem der Überweisungsbetrag für vermögenswirksame Leistungen.

Lohnarten im allgemeinen Sprachgebrauch

Obwohl zwischen Bruttolohn und Monatslohn unterschieden wird, wird im allgemeinen Sprachgebrauch jede Form einer Entgeltzahlung als Lohn bezeichnet. Dennoch bekommt nicht jeder Mitarbeiter einen Lohn, da sich die Bezeichnung je nach Beschäftigungsform unterscheidet. Grundsätzlich erhält ein Arbeiter wie etwa ein Handwerker sein Arbeitsentgelt in Form eines Lohns. Meist handelt es sich um einen Zeit- und Leistungslohn. Folglich kann es passieren, dass sich die Lohnhöhe jeden Monat aufgrund der geleisteten Stundenzahl oder der vollbrachten Arbeitsmenge unterscheiden kann. Somit ist der Arbeiterlohn abhängig von der tatsächlich erbrachten Leistung des Arbeiters.

Ein Angestellter hingegen bekommt ein Gehalt. Dies ist festgelegt und hängt nicht von der erbrachten Arbeitsleistung ab. Dadurch ist das Gehalt monatlich unabhängig. Beamten im öffentlichen Dienst beispielsweise erhalten als Gehalt eine Besoldung. Bei Künstlern trägt das monatliche Gehalt die Bezeichnung Gage. Eine Gage kann sowohl Freiberuflern wie fest angestellten Personen beim Theater oder einer anderen Kultureinrichtung bezahlt werden.

Unterschiede beim Arbeiterlohn

Der Arbeiterlohn wird zwar allen Arbeitern bezahlt. Dennoch kann er je nach Branche und Beschäftigungsgrad verschieden hoch ausfallen. Arbeiter in der Industrie- und Handwerksbranche erhalten im Wesentlichen einen Beteiligungslohn, Zeitlohn oder Leistungslohn. Die verschiedenen Lohnarten besitzen im Gegensatz zum Gehalt dennoch in der Lohnbuchhaltung keinen Unterschied, sodass sie über dieselbe Berechnungsbasis verfügen.

Der Zeitlohn wird in Form von Stundenlöhnen ausbezahlt, welche entweder arbeitsvertraglich oder tariflich vereinbart sind. Somit kann für den Zeitlohn entweder der Standardtarifvertrag oder ein eigener Arbeitsvertrag gelten. Der Tageslohn ist hingegen eher selten und meist in der Landwirtschaft vertreten. Der Tageslohn besitzt keine tarifliche Festlegung, da er in der Regel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt wird. Als Berechnungsbasis dient der durchschnittliche Stundenlohn der Branche sowie die durchschnittliche Arbeitszeit.

Am bekanntesten ist der Akkordlohn, ebenso als Stücklohn bekannt. Er gliedert sich in den Gruppenakkord, Zeitakkord sowie Geldakkord. Der Akkordlohn wird eingesetzt in Branchen, in welche einzelne Produkte produziert werden. Folglich dient er als Bezahlung für die geleistete Arbeit bei der produzierten Stückanzahl. Zugleich lässt er sich bei einer anderweitig bestimmten Arbeitsmenge einsetzen. Beispielsweise berechnet sich der Stücklohn im Bauhandwerk nach den hergestellten Flächen oder komplett hergestellten Bereichen. Der Gruppenakkord hingegen hängt von der Gesamtleistung eines Teams ab.

Der Prämienlohn verfügt über ein ähnliches System. Während Arbeiter ihren Standardzeitlohn beziehen, erhalten sie zusätzlich eine Prämie. Diese hängt von der vorliegenden Leistung in einem bestimmten, festgelegten Zeitraum ab. Auch der Beteiligungslohn bezieht sich auf die Leistung des Arbeiters. Wird zum Beispiel ein bestimmtes Produkt verkauft, bekommt der Verkäufer eine Prämie. Der Beteiligungslohn ist vor allem im Verkauf weit verbreitet. Gehobene Positionen können ebenfalls einen Beteiligungslohn beziehen, wenn sie sich am unternehmerischen Erfolg beteiligen. Im Bereich der Produktion, im Vertrieb sowie in leitenden Positionen kann der Fall eintreten, dass der Beteiligungslohn den gesamten Unternehmenserfolg in Form einer Gewinnbeteiligung auftritt.

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