Welche Wirtschaftsordnung hatte die DDR?

Die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene DDR hatte die kommunistische Ideologie als Vorbild. Das sowjetische Vorbild zog sich in alle Lebens- und Staatsbereiche. Dies betraf auch die Wirtschaft. Welche Wirtschaftsordnung die DDR genau hatte und wie dies im Detail aussah, wurde hier einfach, verständlich ins Ganze gebracht.

Wirtschaft

Jeder Staat braucht ein System, um die verschiedenen Bereiche zu managen. Die Herstellung, der Handel oder Tausch, die Verteilung, der Konsum sowie die anschließende Entsorgung, das Recycling aller Güter sind die Hauptbereiche der Wirtschaft. Hier sind staatliche Institutionen, Unternehmen genauso wie private Haushalte involviert. Zwei große Bereiche in der Wirtschaft sind der Import und der Export.

Import:
Verschiedene Güter, die ein Staat nicht selbst herstellen kann, muss er von anderen Ländern kaufen.

Export:
Güter müssen ans Ausland verkauft werden, damit der Staat Geld verdient.

Nach diesen Grundlagen sehen wir uns jetzt die Wirtschaft in der DDR näher an.

Die Wirtschaftsordnung in der DDR

Die Planwirtschaft war durch die russische Besetzung nach dem Krieg zur Wirtschaftsordnung der DDR geworden. Wie der Name schon sagt, wird dabei alles im Voraus festgelegt. Durch das bürokratisch-diktatorische Herrschaftsregime wurde die Wirtschaft kontrolliert. Die Regierung erstellte dafür 5-Jahres-Pläne. Die Ressourcen, Gehälter, Preise, der Handel und alle anderen Bereiche erhielten genaue Vorgaben. Diese waren feste Zahlen, bei denen es keinerlei Flexibilität gab.

Die Zentrale „Staat“ kontrollierte damit auch alle Institutionen, Unternehmen sowie auch private Haushalte. Die Produktion, der Konsum, der Verbrauch, alles musste sich an die Vorgaben anpassen. Der Staat wies auch Arbeitskräfte und Arbeitsstellen zu, um den Plan einhalten zu können. Die Gehälter waren so ausgelegt, dass die Grundbedürfnisse gedeckt werden konnten. Bildungsstand, Position oder Branche spielten dabei keine Rolle.

Die Arbeiter mussten somit teils Jobs annehmen, die weder ihrer Ausbildung noch ihren Wünschen entsprachen. Anhand der DDR zeigte sich deutlich, dass dies die Bevölkerung unglücklich stimmte. Der Wunschberuf oder erlernte Beruf konnte nicht immer ausgeübt werden. Die Leute mussten dort arbeiten, wo sie aufgrund der Planung gebraucht wurden. Die kleinen Löhne brachten ebenso wenig Motivation.

Export und Import in der Planwirtschaft der DDR

Durch das kommunistische Ideal war der Westen tabu für jegliche Art von Handel. Auch andere Staaten, welche nicht kommunistisch waren, wurden gemieden. Dies schränkte die DDR auch in den Bereichen Import und Export ein.

Verschiedenste Güter und Rohstoffe waren daher einfach nicht verfügbar. Dies stellte Probleme in der Produktion dar. Durch den kleinen Kreis an Exportmöglichkeiten nahm der Staat auch fast kein Geld ein. Die ohnehin schon unzufriedenen Bürger wanderten nach und nach in den Westen aus. Die Situation verschärfte sich.

1961 veranlasste die Regierung den Bau einer Mauer, um die Flucht in den Westen zu unterbinden. Vor allem viele Fachkräfte sind bis dahin jedoch schon abgewandert, aufgrund der besseren Verdienstmöglichkeiten. Die Lage in der Planwirtschaft verschärfte sich immer mehr.

Die Bürger in der Planwirtschaft

Die Jenigen, die in der DDR verblieben und verbleiben mussten, hatten es von Beginn an nicht leicht. Große Versprechen, wie dass Klassenunterschiede keine Chance mehr hätten und dass alles besser werde, lösten sich schnell in Schall und Rauch auf.

Mit den niedrigen Löhnen, um die 870 Mark, konnten nur die nötigsten Dinge besorgt werden. Luxus hatte in der Planwirtschaft für die Bürger keinen Platz. Staatliche Unterstützung in Form von sozialen Leistungen gab es nicht. Allein für einen Fernseher hätte ein DDR-Bürger um die 450 Stunden arbeiten müssen.

Die vom Staat geförderte Ausbildung bis hin zu einem gesicherten Studienplatz bot einen tollen Grundstein. Da die Fachrichtung nicht immer dem Wunsch entsprach, war das Studium für einige sehr mühsam. Durch die komplette Gleichstellung aller Branchen und Positionen gab es auch keine Motivation voranzukommen.

Die Planwirtschaft in der Krise

In den 1970er Jahren kam es zur Erdölkrise. Die DDR hatte keine Möglichkeit mehr an Erdöl zu kommen, vor allem durch die eingeschränkten Importoptionen. Es wurde verzweifelt versucht mit dem Abbau der Braunkohle dies, zu kompensieren. Dies gelang jedoch nicht und es mangelte an Rohstoffen und Energiequellen.

Die UDSSR nutze diese Krise für sich und begann Erdöl zu einem vielfach höheren Preis, als davor anzubieten. Da die DDR jedoch zu wenig Einnahmen hatte, war der Mangel weiter bestehend. In den folgenden Jahren entfernten sich die Sowjets immer mehr. Mit den 1980er Jahren wurde klar, dass das wirtschaftliche System starke Schwächen hatte und Änderungen folgen mussten.

Die positiven Seiten der Planwirtschaft

Natürlich kann die Planwirtschaft nicht völlig verteufelt werden. Der Grundgedanke einer klassenfreien Gesellschaft ist ein sehr vorbildlicher. Die staatliche Unterstützung der Ausbildung mit garantierten Studienplätzen, sowie die Zuteilung von Arbeit an Arbeitslose mit einer Arbeitsplatzgarantie ist ebenso sehr löblich. In der Realität hat jedoch das Modell der Planwirtschaft kläglich versagt.

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