Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen – Inhaltsangabe

Die Autorin und der Beginn einer großen Geschichte

Der Roman, geschrieben von Mirjam Pressler, erschien 1994. 1995 wurde er sowohl mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis als auch mit dem Züricher Stadtpreis „La vache qui lit“ ausgezeichnet.
Er erzählt aus der Sicht der zwölfjährigen Halinka. Sie ist ein jüdisches Mädchen mit polnischer Herkunft, aufgewachsen 1952 in einem Kinderheim in der Nähe von Schwetzingen. Es wird in siebzehn Kapiteln berichtet, wie das verschlossene, misstrauische Mädchen durch die richtigen Freunde und die richtige Stellung in der Gemeinschaft seinen eigenen Weg schafft zu gehen und schlussendlich ihrem Glück begegnet. Altersgerecht und einfühlsam geht Mirjam Pressler auf das Leiden und das Schicksal des Flüchtlingskindes aus dem Nachkriegsdeutschland ein. Sie schildert wie Halinka im Alter von nur zwölf Jahren bereits für das Leben geprägt wurde, jedoch nie aufgegeben hat. Sie zeigt, dass man sich aus jeder schwierigen Situation rauskämpfen kann, wenn man sich nur nicht unterkriegen lässt. Natürlich ist dieser Weg nicht einfach, aber möglich.

Der Beginn einer Leidensgeschichte

Da es zu Nachkriegszeiten nicht einfach war sich um sich selbst oder gar seine Familien zu kümmern, hielt die Mutter von Halinka es für das beste, ihre Tochter in einem Heim aufwachsen zu lassen. Selbst ihre Tante Lou, die Schwester ihrer Mutter, konnte sie nicht aufnehmen, da sie zu sehr damit zu tun hatte ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.

Ein Leben wie man es nicht Leben möchte

Das Heim prägt Halinka sehr. Es ist voll von Leid und Einsamkeit. Halinka ist eine der Kleinen und kann sich gegen die anderen Mädchen nicht wehren. Sie hat keine Freundin und bleibt oft hungrig. Ihr einziger Besitz, der noch an ihr altes Leben erinnert, ist eine bunte Decke und ein Taschenmesser, welches sie von Ihrer Tante Lou geschenkt bekommen hat. Die anderen Mädchen haben auch ihre Schätze, viel schönere. Halinka beneidet sie manchmal darum. Sie mag Renate, aber eine Freundin kann sie nicht werden. Sie weint sich jeden Abend in den Schlaf, sie ist schwach.

Einsamkeit kann auch schön und befreiend sein

Hinter dem Handarbeitssaal, auf dem Kofferspeicher, hat sich Halinka ein geheimes Versteck eingerichtet. Nachts schleicht sie sich dorthin. Hier hat sie ihr Gedankenbuch und macht sich bei Kerzenlicht viele Notizen und schnüffelt Klebstoff. Auch ihr Lieblingsbuch kann sie hier ganz ungestört lesen. Huckelberry Finn, regelmäßig leiht sie es sich aus der Bibliothek aus und träumt im Stillen von einem freien Leben, wie er es führt.

Endlich mal etwas spannendes, was mein Leben positiv beeinflusst

Aber als die Erzieherin Fräulein Urban Freiwillige für eine Straßensammlung zugunsten des Müttergenesungswerkes sucht, war Halinka Feuer und Flamme. Es sollt eine Auszeichnung für denjenigen geben, der das meiste Geld gesammelt hat. Da war Halinka natürlich fest entschlossen die Sammelkönigin zu werden. Halinkas Sammelbüchse ist gut gefüllt und viel schwerer als die der anderen Mädchen. In der Nacht nimmt sie die Büchse und das Taschenmesser mit in ihr Versteck. Sie öffnet sie und nimmt zehn Mark heraus. Ihre Tante Lou soll sie bekommen, damit sie sie endlich wieder besuchen kommen kann. Seit neun Wochen haben sie sich nicht mehr sehen können, weil ihr Tante das Geld nicht aufbringen konnte. Es ist ja ihr Geld, sie hat es ja schließlich auch gesammelt. Obwohl sie es mit viel Mühe schafft, die Büchse aussehen zu lassen als wäre nichts gewesen, ist ihr irgendwie nicht wohl dabei.

Wenn Beziehungen wachsen

Am Abend bemerkt Halinka, dass Renate wieder einmal am weinen ist. Sie beschließt sie zu trösten und nimmt sie mit in ihr Geheimversteck. Am Morgen ist aber alles wieder anders, Halinka weicht Renate aus. Das nächtliche Zusammensein war ihr irgendwie peinlich. Als sie jedoch merkt das Renate von Elisabeth beleidigt wird, greift sie beherzt ein und an. Die Mädchen prügeln sich so stark, dass beide ärztlich behandelt werden müssen. Aber Halinka weiß jetzt, dass sie nicht schwach ist, dass sie sich wehren kann. Bei einem Besuch auf der Krankenstation bekommt Halinka von Renate eine Puppe geschenkt und die beiden werden Freundinnen. Sie vertrauen sich ihre größten Geheimnisse an. Selbst die Strafe für die Prügelei, arbeiten beide Mädchen zusammen ab. Immerhin war Renate ja der Auslöser.

Schön wenn man wieder Lächeln kann

Halinka hat es tatsächlich geschafft und das meiste Geld gesammelt. Der Preis war ein Ausflug in den Schwetzinger Schlosspark. Der Ausflug machte ihr große Freude und eine Statue rührt sie sogar zu tränen. Auf die Frage hin, warum sie denn die Büchse geöffnet hat, gibt Halinka den Diebstahl nicht zu. Zurück im Heim erhält Halinka einen Brief von ihrer Tante Lou. Darin, zehn Mark für eine Fahrkarte. Sie darf ihr Tante am Wochenende besuchen fahren. Und da Halinka ja nun Geld für zwei Karten hat, erlaubt ihre Tante sogar, dass sie Renate mitbringt.

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