BRD & DDR: Unterschiede in Politik, Wirtschaft, Jugend & Bildung

BRD & DDR Unterschiede in Politik, Wirtschaft, Jugend & Bildung

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Teilung von Deutschland. Zwei unabhängige Staaten entstanden dabei, die BRD und die DDR. Nicht nur in Sachen Politik und Wirtschaft, sondern auch im alltäglichen Leben der Bürger gab es große Unterschiede. Die wichtigsten Unterschiede zwischen der BRD & DDR findest du nachfolgend in diesem Artikel.

Deutschland und die Besatzungszonen

Nach dem Zweiten Weltkrieg war auch Deutschland in Besatzungszonen eingeteilt. Die Armeen der 4 Siegerstaaten des 2. Weltkriegs (Sowjetunion, USA, Großbritannien, Frankreich) wurden in diesen Besatzungszonen stationiert. Die Einheimischen wie auch die Politik, die Wirtschaft und das weitere Fortbestehen der einzelnen Besatzungszonen wurden von der jeweiligen Besatzungsmacht geprägt. Die Besatzungsländer hatten untereinander jedoch auch Schwierigkeiten. So begann gerade der Kalte Krieg zwischen der UDSSR und den USA, was die Situation erheblich beeinflusste.

Sowjetische Besatzung in der DDR

In der DDR herrschte die sowjetische Besatzung. Die kommunistisch-sozialistische Sowjetunion, die im Krieg über 25 Millionen Menschen durch die Deutschen verloren hatte, verlangte Kriegsentschädigungen und Zwangsdemontagen von Werken und Maschinen, um diese dann in die Sowjetunion zu transportieren.

Das politische Ideal des Kommunismus wurde den dortigen Bürgern aufgezwungen. Das neue Ideal sollte die Klassenunterschiede zwischen den Bürgern aufheben und für ein besseres Leben sorgen. Jedoch stellte dieses auch die westliche Lebensweise in Verruf. Am 23.5.1949 wurde die DDR gegründet und ausgerufen.

USA, Frankreich & Großbritannien als Besatzungsmächte in der BRD

Die BRD hatte es einfacher. Durch die englische und amerikanische Besatzungszone erhielten die Deutschen im Westen Hilfe beim Wiederaufbau. Ihnen wurde der sogenannte Marshallplan zuteil, welcher dafür sorgte, dass sich das junge Land nach Kriegsende gut erholen konnte. Weiter sorgte Bundespräsident Adenauer für die Westintegration und gründete die EGKS und EWG. Die Gemeinschaften waren Zusammenschlüsse mit anderen europäischen Staaten. So konnte die BRD mit ihrem Start am 7.10.1949 rasant wachsen.

BRD DDR GrenzenWeltanschauung und Politik in der DDR

Die DDR war rein durch die UDSSR und ihre Anschauungen geprägt. Der Westen war verhasst. Nur Gleichgesinnte, die sogenannten Genossen, die ebenso das kommunistische Ideal verherrlichten, waren geduldet. Dies wirkte sich auf alle Bereiche aus, auch auf die Lebensweise der Bürger. Es herrschte ein strenges Bild der Gesellschaftsordnung mit klaren Rollen der Geschlechter.

Die Politik wurde ebenso geprägt. Die SED war die herrschende Partei in dem bürokratisch-diktatorischen System. Die anderen sogenannten Blockparteien hatten kein Mitspracherecht. Unter der Führung von Erich Honecker wurde zuletzt alles zentral gesteuert, was Politik und Gesellschaft betraf.

Die SED war mit dem Staat verbunden, eine Gewalteneinheit. Die wichtigsten politischen Organe waren Volkskammer, Ministerrat, Staatsrat. Es gab nur offene Wahlen, bei denen lose Stimmzettel offen abgegeben werden mussten.

Weltanschauung und Politik in der BRD

In der BRD sah dies alles komplett anders aus. Es herrschte eine parlamentarische Demokratie. Der Staat war von Rechtschaffenheit und sozialem Denken geprägt. Die Gewalten waren klar geteilt. Die einzelnen Bereiche, wie Politik und Gesellschaft, waren getrennt und wurden offen wie eigenständig behandelt. Die Bürger durften unter der Geheimhaltung wählen.

Parteien der BRD waren CSU, CDU, SPD, Die Grünen und die FDP. Diese kamen im Bundestag, dem Bundesrat sowie der Bundesregierung zusammen. Die Hauptpartei war die CDU. Ludwig Erhard wurde nach dem Rücktritt von Adenauer der neue Bundespräsident der BRD.

Wirtschaft und Arbeit in der DDR

Die zentrale Verwaltungswirtschaft (auch bekannt als Planwirtschaft) schien der DDR zuerst als vorteilhaft. So sollten unter anderem die Klassenunterschiede der Gesellschaft überwunden werden. Mit der zentralen Planung für alle Bereiche, wie Verwaltung, Wirtschaft und Kontrolle, sollte dazu der Grundstein gelegt werden. Alles wurde jeweils für fünf Jahre im Voraus geplant. Durch die kommunistische Anschauung wurde der Handel nur auf gleich gesinnte Länder beschränkt.

Alle Bürger bekamen vom Staat Vollbeschäftigungen zugeteilt. Der Verdienst wurde in der DDR anhand der Grundbedürfnisse ermittelt. Auch Frauen wurden stark in die Berufswelt einbezogen, sogar viel mehr als das in der westlichen BRD der Fall war, sodass man schon sagen kann, dass die Frauen in der DDR emanzipierter waren als in der BRD.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Wirtschaft der DDR ist, dass es so gut wie kein Privateigentum gab. Die Unternehmen waren alle staatlich und die Bürger waren alle Mitarbeiter.

Wirtschaft und Arbeit in der BRD

Die Soziale Marktwirtschaft in der BRD verhalf dem Land zum Aufschwung. Es gab keine Planung, sondern Angebot und Nachfrage steuerten das wirtschaftliche System. Privateigentum war erlaubt. Durch die Bündnisse der anderen europäischen Staaten wurden Waren importiert und exportiert. Ein reger Handel herrschte.

In der BRD herrschte ein leistungsorientiertes System in der Arbeitswelt. Trotzdem gab es mehr Arbeitslosigkeit als im Osten. Der Staat griff hier nicht ein und besorgte den Betroffenen keine Arbeitsstelle. Finanziell schlechter gestellte wurden jedoch vom Staat unterstützt oder zumindest entlastet. Ein Sozialsystem war vorhanden. Frauen wurden weniger beschäftigt und mussten sich um die Familie und die Kindererziehung kümmern.

Ausbildung und Jugend in der DDR

Kinder und Jugendliche hatten in der DDR den gleichen Werdegang. Kinderkrippe, Kindergarten, Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe und nach diesen zehn Schuljahren kam die Berufsausbildung. Einige durften sich auch weiterbilden und besuchten dann eine erweiterte Oberschule, welche mit dem Abitur abschloss. Danach stellte der Staat einen abgesicherten Studienplatz. Diese Studiengarantie brachte jedoch mit sich, dass nicht immer die Wunschrichtung belegt werden konnte.

Der Staat war intensiv damit beschäftigt die jungen Leute zu motivieren. Mit speziellen Auszeichnungen und Belohnungen wurde das Lernen erleichtert. Dafür musste jedoch ein Preis bezahlt werden. Der Preis sich dem kommunistischen Ideal anzuschließen. Mit dem Jugendverband „Freie Deutsche Jugend“ wurde der Grundstein dazu gelegt.

Die Jugend wurde stark wehrpolitisch motiviert. Ziel war es, dass die jungen Männer wie auch Frauen, später ihr Land aber vordergründig ihr Ideal im Kriegsfall verteidigen können. In zweiter Instanz war es der Regierung ein Anliegen willige und fleißige Arbeitskräfte heranzuziehen. Platz für Individualismus und freies Denken gab es in dieser Welt keinen.

Ausbildung und Jugend in der BRD

Die Bundesrepublik setzte hingegen auf ein dreigliedriges Schulsystem. Es gab die Volksschule, Grundschule und die Hauptschule. Alternativ konnten Realschule oder Gymnasium besucht werden. Wer studieren wollte, musste sich um einen Platz bewerben.

Während im Osten alles auf eine Einheit gesetzt wurde, entstand in der BRD eine ganz neue rebellierende Jugend. Eine Generation, die alles infrage stellte. Vor allem die Studenten wollten vordergründig Antworten zum Zweiten Weltkrieg und zum nationalsozialistischen Gedankengut. Die 68er-Bewegung entstand und Studentenproteste waren auf dem Vormarsch. Wo im Osten geschwiegen wurde, herrschte in der BRD das Schreien.

Mit dem neuen Lebensstil als Hippies entstand eine Kultgeneration. In Woodstock wurden die Beatles, Janis Joplin und Co. gefeiert. Die ersten Frauen richteten sich dabei ebenso auf und begannen für mehr Rechte zu kämpften. Die deutsche Frauenrechtsbewegung fand ihren Anfang, während in der DDR alles im Sinne der Ideologie ablief.

Im Osten waren freier Journalismus und die freie Meinungsäußerung verboten. In der BRD hingegen entwickelten sich Individualisten und die Presse florierte.

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