Wichtigste Unterschiede zwischen der BRD & DDR

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Trennung von Deutschland. Zwei unabhängige Staaten entstanden dabei, die BRD und die DDR. Nicht nur in Sachen Politik und Wirtschaft, sondern auch im alltäglichen Leben der Bürger gab es große Unterschiede. Die wichtigsten Unterschiede zwischen der BRD & DDR findest Du nachfolgend.

Deutschland und die Besatzungszonen

Nach dem Zweiten Weltkrieg war auch Deutschland in Besatzungszonen eingeteilt. Das Militär der Staaten, die den Krieg beendeten, teilten sich in den ehemaligen Kriegsgebieten auf. Die Einheimischen wie auch Politik, Wirtschaft und das weitere Fortbestehen wurden von der Besatzung geprägt. Die Besatzungsländer hatten untereinander jedoch auch Schwierigkeiten. So der Kalte Krieg zwischen der UDSSR und den USA, was die Situation erheblich beeinflusste.

In der BRD herrschte die russische Besetzung. Das kommunistische Land verlangte Kriegsentschädigungen und Zwangsdemontagen. Das politische Ideal des Kommunismus wurde den dortigen Bürgern aufgezwungen. Das neue Ideal sollte die Klassenunterschiede zwischen den Bürgern aufheben und für ein besseres Leben sorgen. Jedoch stellte dieses auch die westliche Lebensweise in Verruf. Mit der Gründung am 23.5.1949 startete die BRD durch die vielen Defizite schlecht in seine neue Zukunft.

Die DDR hatte es einfacher. Durch die englische und amerikanische Besatzungszone erhielten sie Hilfe beim Wiederaufbau. Ihnen wurde der sogenannte Marshallplan zu teil, welcher dafür sorgte, dass sich das junge Land nach Kriegsende gut erholen konnte. Weiters sorgte Bundespräsident Adenauer für die Westintegration und gründete die EGKS und EWG. Die Gemeinschaften waren Zusammenschlüsse mit anderen europäischen Staaten. So konnte die DDR mit ihrem Start am 7.10.1949 rasant wachsen.

Weltanschauung und Politik

Die BRD war rein durch die UDSSR und ihre Anschauungen geprägt. Der Westen war verhasst. Nur Gleichgesinnte, die sogenannten Genossen, die ebenso das kommunistische Ideal verherrlichten, waren geduldet. Dies wirkte sich auf alle Bereich aus, auch auf die Lebensweise der Bürger. Es herrschte ein strenges Bild der Gesellschaftsordnung mit klaren Rollen der Geschlechter.

Die Politik wurde ebenso geprägt. Die SED war die herrschende Partei in dem bürokratisch-diktatorischen System. Die anderen sogenannten Blockparteien hatten kein Mitspracherecht. Unter der Führung von Erich Honecker wurde alles zentral gesteuert, was Politik und Gesellschaft betraf.

Die SED war mit dem Staat verbunden, eine Gewalteneinheit. Die wichtigsten politischen Organe waren Volkskammer, Ministerrat, Staatsrat. Es gab nur offene Wahlen, bei denen lose Stimmzettel offen abgegeben werden mussten.

In der DDR sah dies alles komplett anders aus. Es herrschte eine parlamentarische Demokratie. Der Staat war von Rechtschaffenheit und sozialem Denken geprägt. Die Gewalten waren klar geteilt. Die einzelnen Bereiche, wie Politik und Gesellschaft, waren getrennt und wurden offen wie eigenständig behandelt. Die Bürger durften unter der Geheimhaltung wählen.

Parteien der DDR waren CSU, CDU, SPD, Die Grünen und die FDP. Diese kamen im Bundestag, dem Bundesrat sowie der Bundesregierung zusammen. Die Hauptpartei war die CDU. Ludwig Erhard wurde nach dem Rücktritt von Adenauer der neue Bundespräsident der DDR.

Wirtschaft und Arbeit

Die zentrale Verwaltungswirtschaft schien der BRD zuerst als vorteilhaft. Sollten so unter anderem die Klassenunterschiede der Gesellschaft überwunden werden. Mit der zentralen Planung für alle Bereiche, wie Verwaltung, Wirtschaft und Kontrolle, sollte dazu der Grundstein gelegt werden. Alles wurde jeweils für fünf Jahre im Voraus geplant. Durch die kommunistische Anschauung wurde der Handel nur auf gleich gesinnte Länder beschränkt.

Alle Bürger bekamen vom Staat Vollbeschäftigungen zugeteilt. Dabei war eine Berufswahl nicht möglich. Der Verdienst wurde in der BRD anhand der Grundbedürfnisse ermittelt und betrug rund 870 Mark. Dies war ein Einheitsgehalt, egal, in welchem Beruf gearbeitet wurde. Auch Frauen wurden stark in die Berufswelt einbezogen, jedoch fungierten diese nur in typischen Frauenberufen, wie Sekretärin, Journalistin, Übersetzerin.

Die Soziale Marktwirtschaft in der DDR verhalf dem Land zum Aufschwung. Es gab keine Planung, sondern Angebot und Nachfrage steuerten das wirtschaftliche System. Durch die Bündnisse mit den anderen europäischen Staaten wurden Waren importiert und exportiert. Ein reger Handel herrschte.

In der DDR herrschte ein leistungsorientiertes System in der Arbeitswelt. Das durchschnittliche Gehalt betrug um die 1778 DM, was stark nach der Anstellung variierte. Trotzdem gab es mehr Arbeitslosigkeit als im Osten. Der Staat griff hier nicht ein und besorgte den Betroffenen eine Arbeitsstelle. Finanziell schlechter Gestellte wurden jedoch vom Staat unterstützt. Ein Sozialsystem war vorhanden. Frauen wurden ebenso weniger beschäftigt, konnten dafür mehr für sich selbst, die Familie und Kindererziehung sorgen.

Ausbildung und Jugend

Kinder und Jugendliche hatten in der DDR den gleichen Werdegang. Kinderkrippe, Kindergarten, Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe und nach diesen zehn Schuljahren kam die Berufsausbildung. Einige durften sich auch weiterbilden und besuchten dann eine erweiterte Oberschule, welche mit Abitur abschloss. Danach stellte der Staat einen abgesicherten Studienplatz. Diese Studiengarantie brachte jedoch mit sich, dass nicht immer die Wunschrichtung belegt werden konnte.

Der Staat war intensiv damit beschäftigt die jungen Leute zu motivieren. Mit speziellen Auszeichnungen und Belohnungen wurde das Lernen erleichtert. Dafür musste jedoch ein Preis bezahlt werden. Der Preis sich dem kommunistischen Ideal anzuschließen. Mit dem Jugendverband der DDR die „Freie Deutsche Jugend“ wurde der Grundstein dazu gelegt.

Die Jugend wurde stark wehrpolitisch motiviert. Ziel war es, dass die jungen Männer wie auch Frauen, später ihr Land aber vordergründig ihr Ideal im Kriegsfall verteidigen können. In zweiter Instanz war es der Regierung ein Anliegen willige und fleißige Arbeitskräfte heranzuziehen. Platz für Individualismus und freies Denken gab es in dieser Welt keinen.

Die Bundesrepublik setzte hingegen auf ein dreigliedriges Schulsystem. Es gab die Volkschule, Grundschule, Hauptschule. Alternativ konnten Realschule oder Gymnasium besucht werden. Wer studieren wollte, musste sich um einen Platz bewerben.

Während im Osten alles auf eine Einheit gesetzt wurde, entstand in der BRD eine ganz neue rebellierende Jugend. Eine Generation, die alles infrage stellte. Vor allem die Studenten wollten vordergründig Antworten zum Zweiten Weltkrieg und zum nationalsozialistischen Gedankengut. Die 68er-Bewegung entstand und Studentenproteste waren auf dem Vormarsch. Wo im Osten geschwiegen wurde, herrschte in der BRD das Schreien.

Mit dem neuen Lebensstil als Hippies entstand eine Kultgeneration. In Woodstock wurden die Beatles, Janis Joplin und Co. gefeiert. Die ersten Frauen richteten sich dabei ebenso auf und begannen für mehr Rechte zu kämpften. Die deutsche Frauenrechtsbewegung fand ihren Anfang, während in der DDR alles im Sinne der Ideologie ablief.

Im Osten waren freier Journalismus und die freie Meinungsäußerung verboten. In der BRD hingegen entwickelten sich Individualisten und die Presse florierte.

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